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Forschung: Sind wir erst mit 30 erwachsen?

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Bis zum 30. Geburtstag sieht unser Gehirn keinen Grund dafür, erwachsen zu sein. (frantic00 / Shutterstock.com)

Wenngleich wir vor dem Gesetz schon recht früh im Leben als erwachsen gelten, sieht die Sache medizinisch gesehen ganz anders aus.

Nach Abschluss des 18. Lebensjahres gilt man in den meisten Ländern als volljährig, wählen darf man mancherorts sogar schon früher. Inwiefern Jugendliche tatsächlich in der Lage sind, über ihr eigenes Leben zu bestimmen, ist natürlich auch vom jeweiligen Charakter abhängig. Zumindest aus medizinischer Sicht kann ein Mensch aber erst vergleichsweise spät als Erwachsener bezeichnet werden.

 

Ein britischer Hirnforscher hat im Gespräch mit der BBC nun bestätigt, dass das Gehirn im höheren Jugendalter noch starke Veränderungen durchmacht. Von neurologischem Erwachsensein könne man in vielen Fällen erst Anfang 30 sprechen. In den Zwanzigern ist das Gehirn auch noch sehr anfällig für die Entwicklung einer psychischen Krankheit.

Jeder Mensch individuell zu betrachten

Dass wir erst später erwachsen werden als viele annehmen, ist aber prinzipiell nicht die Kernbotschaft der Wissenschafter. Vielmehr betonen sie, wie absurd es ist, von einem allgemein gültigen Erwachsenenalter auszugehen. Eine Unterteilung in Kindheit und Erwachsensein müsse, wenn überhaupt, bei jedem Menschen individuell erfolgen.

 

In der Praxis ist das allerdings wohl kaum umsetzbar. Schließlich gilt das Alter in vielen wichtigen Bereichen der Gesellschaft – von der Ausbildung bis hin zur Justiz – als wesentliches Einordnungsmerkmal. Aber vielleicht beruhigt die Studie ja den ein oder anderen "Betroffenen". Wer sich selbst in seinen 20ern noch nicht so recht erwachsen verhält, rechtfertigt dies künftig einfach mit einem Verweis auf neue Erkenntnisse aus der Hirnforschung.

Sport für die neurologische Gesundheit

Überspitzt formuliert könnte man auch sagen: Ist das Gehirn erstmal erwachsen, wird es auch schon krank. Ganz so dramatisch ist die Situation normalerweise natürlich nicht, im höheren Alter aber wird die neurologische Gesundheit bei vielen Menschen ein zentrales Thema. Aufgrund der im Schnitt immer älter werdenden Gesellschaft haben Demenzerkrankungen wie etwa Alzheimer in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen.

 

Leider gibt es kein verlässliches Rezept, um unser Gehirn langfristig gesund zu erhalten. Mit einer prinzipiell gesunden Lebensweise unterstützt man den Denkapparat aber so gut es geht. Untersuchungen haben gezeigt, wie wichtig insbesondere Sport in der Demenz-Vorbeugung sein kann. Wer sich auch später im Leben noch regelmäßig bewegt, senkt das Risiko einer entsprechenden Krankheit.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


26.03.2019

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