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Bei Depressionen vergeht die Zeit langsamer

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Depressive Menschen können Zeit richtig einschätzen, aber sie erscheint langsamer. (Pexels.com)

Eine Depressionserkrankung wirkt sich direkt auf das Zeitempfinden aus: Für Betroffene vergeht die Zeit gefühlt langsamer. Dennoch sind sie in der Lage, Zeitintervalle korrekt einzuschätzen.

Das ergab eine Studie der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Psychologen verglichen 16 vorangegangene Untersuchungen miteinander, die sich mit Depression und Zeitgefühl beschäftigt hatten. Das Ergebnis: Depressive Menschen können einen bestimmten Zeitraum, etwa 2 Minuten oder einen kurzen Filmabschnitt, ebenso genau abschätzen wie nicht Erkrankte. Werden sie jedoch dazu befragt, wie sie persönlich die vergangene Zeit empfunden haben, ist ein deutlicher Unterschied erkennbar. Betroffene fühlen, dass die Zeit langsamer fließt oder sogar ganz stehen bleibt.

Depressionen: Längere Auseinandersetzung mit negativen Gefühlen

Insgesamt verglich die Studie die Daten von etwa 400 depressiven Patienten mit fast 500 gesunden Menschen. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass ein verlangsamtes Zeitempfinden Symptom einer Depression sein könnte.

 

Diese Anzeichen sind bei Depressionen typisch:

  • Angst
  • Schlechtes Selbstwertgefühl
  • Innere Unruhe
  • Traurigkeit
  • Negative Gedanken

Wenn die Zeit langsamer fließt, empfinden depressive Menschen ihre anderen Symptome, z.B. innere Unruhe und minderes Selbstwertgefühl, als länger andauernd. Die Zeit, in der sie sich mit traurigen Gedanken und Ängsten beschäftigen, scheint kaum zu vergehen. Das erklärt die scheinbare Ausweglosigkeit, die manche an Depression Erkrankte empfinden. Sie sind in einer Zeitschleife der negativen Emotionen gefangen. Die Ergebnisse der deutschen Studie können möglicherweise zu Diagnose- oder Therapiezwecken genutzt werden.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


04.03.2015

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