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Computerspiel-Sucht ist nun offiziell eine Krankheit

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Ob noch mit alten Konsolen oder lieber mit High-Tech-Geräten: Computerspiele boomen. (Patrick Daxenbichler / Fotolia)

Wer den ganzen Tag nur zockt, darf sich über eine Diagnose freuen. Denn die WHO hat Computerspielsucht nun als eigenständige psychische Störung anerkannt.

Computerspiele erfreuen sich einer seit mittlerweile Jahrzehnten wachsenden Beliebtheit, der Trend scheint kaum aufzuhalten. Das Eintauchen in virtuelle Welten entfaltet für viele begeisterte Gamer eine ganz eigene Magie. Immer wieder werden aber auch besorgte Stimmen laut, da einige Menschen wohl etwas zu viel Zeit vor dem Computer oder der Konsole ihrer Wahl verbringen.

Wenn andere Interessen weichen müsen

Diese Problematik hat auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registriert. Sie hat die Computerspielsucht nun erstmals als spezifische psychische Störung anerkannt. Die dazugehörigen Symptome definiert die WHO wie folgt:

 

  • Man hat sein Computerspiel-Verhalten seit mindestens 12 Monaten nicht mehr im Griff
  • Computerspiele genießen in der Freizeitgestaltung höhere Priorität und schränken das Ausleben anderer Hobbies ein
  • Durch das Computerspielen werden notwendige Aufgaben trotz drohender Konsequenzen vernachlässigt – z.B. ein Jugendlicher, der lieber spielt als für eine Prüfung zu lernen

Zeiten einschränken

Die Einordnung ist unter Psychologen nicht unumstritten. Einige Vertreter der Fachrichtung sehen in der Computerspielsucht eher ein Symptom bzw. nur die Ausprägung einer bereits bestehenden anderen psychischen Erkrankung. Dennoch raten Experten dazu, gerade bei Kindern und Jugendlichen die Spielzeiten bewusst einzuschränken. 

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


26.06.2018