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Checkliste: Gewalt gegen Frauen

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Frauen soll so Mut gemacht werden, den Schritt in die Anzeige gegen den Täter zu wagen. (John Gomez - Fotolia.com)

20 % der Frauen in Österreich sind Gewaltopfer. Durch eine Checkliste erfassen Ärzte nun schneller, wie sie Frauen nach einem Angriff am besten helfen können.

Eine EU-Studie ergab, dass sich 82 % der Frauen in Österreich wünschen würden, von ihrem Arzt angesprochen zu werden, wenn dieser vermutet, dass sie von Gewalt betroffen sind. Denn oft ist die Hemmschwelle, sich selbst Hilfe zu suchen, aus Angst vor Konsequenzen hoch. Ein offenes Gespräch mit einem Arzt oder einer Opferschutzeinrichtung kann der erste Schritt zum Weg aus einer Gewaltsituation sein.

Schulungen für medizinisches Personal

Die Checkliste ist nur der erste Schritt. Ärzte in Spitälern sind oft die erste Anlaufstelle für Gewaltopfer. Sie sollen gezielt für ein professionelles Gespräch bei Gewaltverdacht geschult werden. Die Checkliste gibt ihnen dabei eine Hilfestellung.

 

Schließlich behandeln Spitalsärzte Gewaltopfer nicht nur, sie haben auch die Chance, Beweise gegen die Täter zu sammeln und zu dokumentieren. Durch gezielte Untersuchungen können Spuren am Körper des Gewaltopfers gesichert werden. Die Checkliste hilft, Beweismaterial gegen den Täter zu sammeln. Es geht dabei nicht darum, Frauen in eine polizeiliche Anzeige zu drängen, wenn sie noch nicht dazu bereit sind. Vielmehr soll durch passendes Beweismaterial dieser Weg erleichtert werden, sollten sich Gewaltoper von selbst dazu entscheiden.

"fem:Help"-App

Als Hilfestellung für Gewaltopfer wurde zudem ein App entwickelt. Im sogenannte "fem:Help"-App sind wichtige Informationen zu den unterschiedlichen Formen der Gewalt, sowie Hilfseinrichtungen in Wien, übersichtlich zusammengefasst. So kann sich eine von Gewalt betroffene Frau im Ernstfall schnell an die richtige Anlaufstelle wenden.

Mit App Beweise gegen Täter sammeln

Die App erfüllt aber auch eine weitere Funktion: Passwortgeschützt und somit vor fremden Einblick sicher können Gewaltopfer hier ihre Gewalterfahrungen dokumentieren, auch mit fotografischem Beweismaterial. Frauen soll so Mut gemacht werden, den Schritt in die Anzeige gegen den Täter zu wagen. Der App ist übrigens nicht nur in Deutsch, sondern auch in Englisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch und Türkisch erhältlich, um möglichst vielen Frauen zu helfen.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


26.11.2014

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