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Auf 3 Stufen die Angst besiegen

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Mit der richtigen Herangehensweise - und vielleicht etwas Hilfe - können Sie Ihre Ängste bezwingen. (Pexels.com)

Ausgeprägte Angststörungen können beim Betroffen für so starke Verunsicherung sorgen, dass die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt ist. Die 2e3s-Synergie-Methode hilft, den Teufelskreis zu durchbrechen.

In ihrer ursprünglichen Form ist Angst ein Warnmechanismus für den Menschen. Haben wir beispielsweise Respekt davor, einmal quer über die Autobahn zu laufen, ist das eine durchaus praktische Emotion. Schließlich wäre ein derartiges Vorhaben tatsächlich waghalsig, die Angst warnt uns in diesem Fall also vor irrational riskanten Verhaltensweisen. Dieser sinnvolle Mechanismus kann aufgrund verschiedenster Ursachen jedoch eine starke Eigendynamik entwickeln.

Dem Teufelskreis entkommen

Angststörungen können zu einem regelrechten Teufelskreis führen. Die Angst vor einer bestimmten Situation oder Handlung lässt uns ebendiese vermeiden, wodurch wir wiederum die entsprechenden Fähigkeiten nicht trainieren. In weiterer Folge wird unser Selbstbewusstsein noch geringer, die Angst entsprechend größer und die Vermeidung noch effektiver. Diesen Kreis zu durchbrechen ist das Ziel der neu entwickelten Synergie-Methode.

Angstbewältigung auf mehreren Ebenen

Auf bis zu 3 Stufen soll unsere Angst behutsam abgebaut werden. Um das besser veranschaulichen zu können, versetzen wir uns in ein Beispiel. Hin und wieder macht sich unser linker Oberarm durch ein sanftes Muskelzucken bemerkbar. Trotz Entwarnung der Ärzte sind wir überzeugt davon, an einer schlimmen Krankheit zu leiden. Obwohl wir uns vielen Untersuchungen unterzogen haben, bekommen wir die Angst nicht los.

 

Stufe 1: Wissen verinnerlichen


Im ersten Schritt geht es nun darum, Anti-Angst-Wissen zu verinnerlichen, um dadurch die fehlgeleitete Theorie hinter der Angst zu entlarven. In unserem Beispiel informieren wir uns noch mehr über die vielen möglichen, unbedenklichen Auslöser eines Muskelzuckens. Oftmals bedarf es auch etwas Zeit, ehe sich das neugewonnene Wissen etabliert hat und sich unsere Verunsicherung löst. Beim nächsten Zucken unseres Oberarmmuskels greifen wir auf diese Informationen zurück, um uns selbst zu beruhigen.

 

Stufe 2: Angstnetze zerstören


Auf der zweiten Stufe geht es darum, "Angstnetze" zu zerstören, bei denen schon der allerkleinste Auslöser reicht, um die Angst hervorzurufen. In unserem Beispiel wären das etwa der Anblick eines vor Kälte zitternden Menschen oder ein belangloses Gespräch, das in irgendeiner Form mit Muskeln zu tun hat. Um ein solches Netz zu durchbrechen, bedient man sich sogenannter Imaginationsübungen. Dabei stellt sich der Betroffene passende Bilder vor, die den Auslöser verharmlosen und positiv besetzen. Aus dem Muskelzucken könnte im Kopf etwa eine gezupfte Gitarrensaite werden.

 

Stufe 3: Nur selten nötig


Je nach Stärke und Form der Angststörung muss eventuell auch auf der dritten Stufe noch gearbeitet werden. Das ist dann nötig, wenn bewusst oder unterbewusst bereits aktive Vermeidungsstrategien angewendet werden. Der Betroffene geht Situationen aus dem Weg, die die Panik auslösen könnten und zieht sich dadurch zunehmend zurück. Hat jemand etwa beim Autofahren schlechte Erfahrungen gemacht, muss er sich schrittweise der Angst stellen. Zunächst setzt er sich in ein geparktes Auto, um der Angst erst einmal zu begegnen, steigt aber nach wenigen Minuten wieder aus. Diese Übung wird solange wiederholt, bis das bloße Sitzen keine Panik mehr auslöst. Erst im nächsten Schritt startet man den Motor, dreht diesen allerdings nach einiger Zeit wieder ab, ohne wegzufahren. So nähert man sich wieder der Normalität.

Länge der Therapie

Wie lange es dauert, bis die Angststörung kontrolliert werden kann und wie gut man das Problem überhaupt in den Griff bekommt, hängt von dessen Ausprägung ab. In leichten Fällen tritt eine Besserung oft schon in den ersten Wochen ein, bei mittelschweren Störungen dauert es meist ein bis drei Monate. Starke Angststörungen hingegen bessern sich trotz aktiver Behandlung in der Regel erst nach ein bis zwei Jahren. Ganz allgemein gilt, dass Betroffene auch vor professioneller Hilfe nicht zurückscheuen sollten. Insbesondere dann, wenn die Angststörung die Lebensqualität im Alltag beeinträchtigt und eine zunehmende soziale Isolation eintritt, ist etwa eine Psychotherapie ratsam.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


16.11.2017
QUELLEN
Angst selbst bewältigen - Das Praxisbuch, D. Hansch, Knaur MensSana, München, 2017

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