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Angewandte Kinesiologie

Frau bekommt eine kineologische Behandlung
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Die Kinsesiologin versucht anhand verschiedener Techniken Blockaden zu lösen. (Africa Rising - Shutterstock.com)

Der Begriff Kinesiologie (Applied Kinesiology, Angewandte Kinesiologie (AK)) setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern kinesis = Bewegung und logos = Sinn.

Sie gilt als die Lehre von der Bewegung und hat sich den Grundsatz aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zu Eigen gemacht: Die Gesundheit des Menschen hängt vom freien Fluss der Lebensenergie (Qi) im Körper ab. Um Blockaden aufzudecken und zu ergründen, welche Ursachen hinter Beschwerden, Problemen und Krankheiten stecken, setzt die Kinesiologie auf den Muskeltest: Sind die Muskeln schwach, liegen energetische Blockaden vor. Um den freien Fluss der Lebensenergie wieder herzustellen, kombiniert die Kinesiologie Behandlungsmethoden aus der Chiropraktik, der Osteopathie sowie der Psychotherapie und Neurologie bei Beschwerden wie chronische Erschöpfung oder Verdauungsproblemen.

Wem nützt diese Therapie?

In der Kinesiologie geht man davon aus, dass körperliche und seelische Probleme entstehen, wenn der Energiefluss im Körper gestört ist. Die Kinesiologie konzentriert sich nicht auf bestimmte Symptome, sondern testet und korrigiert Ungleichgewichte im ganzen Körper-Geist-System. Indem diese beseitig werden, soll die Kinesiologie u.a. bei folgenden Beschwerden helfen:

 

Die Kinesiologie kann auch mögliche Auslöser für gesundheitliche oder seelische Beschwerden aufdecken. Sie wird daher nicht nur als Behandlungs-, sondern auch Diagnosemethode eingesetzt - in jedem Alter und Gesundheitszustand ist dies möglich.

Was passiert? Wie wirkt die Applied Kinesiology?

Die Angewandte Kinesiologie macht sich die körpereigene Feedbackschleife zunutze: Über den kinesiologischen Muskeltest wird der Körper "befragt" - etwa was ihn belastet und mit welchen Techniken sich Blockaden auflösen lassen oder welche Therapie (z.B. Heilkräuter, Bachblüten, Homöopathie, Nahrungsergänzungen) wirkungsvoll sein wird.

 

Konkret läuft der Muskeltest folgendermaßen ab: Der Patient versucht ein Körperteil – meist Arm oder Bein - gegen den sanften Druck der Hand des Kinesiologen zu halten. Die Muskelreaktion gibt dem Kinesiologen eine Rückmeldung über körperliche und psychische Zustände des Patienten. Kann der Muskel standhalten (verriegelt), ist die Energie im Fluss. Ist der Muskel nicht in der Lage standzuhalten (entriegelt), ist dies ein Hinweis, dass energetische Blockaden oder andere Einflüsse den Körper belasten. Solche Einflüsse sind z.B. Lebensmittel, die der Patient nicht verträgt. Beim Lebensmitteltest wird dem Patienten das zu untersuchende Lebensmittel auf die Zunge gelegt. Wird ein vorher starker Muskel dadurch schwach, so zeigt dies eine Unverträglichkeit des Lebensmittels an. Neben Lebensmittelintoleranzen lassen sich u.a. auch Belastungen durch Pilze im Darm oder Amalgam in den Zähnen aufdecken. Auch Fragen, welche medikamentöse oder nahrungsergänzende Therapie für den einzelnen Patienten individuell geeignet ist, können über den Muskeltest geklärt werden. So führen bestimmte Mineralstoffe und Vitamine, die dem Organismus gerade fehlen und während des Muskeltests auf die Zunge gegeben werden, dazu, dass die zuvor als schwach getesteten Muskeln plötzlich wieder stark sind. Dementsprechend wird dann verordnet.

 

Um gestörte Energieströme des Körper-Geist-Systems ins Gleichgewicht zu bringen, bedient sich die Angewandte Kinesiologie vieler verschiedener Techniken, die ihren Ursprung in der Chiropraktik, der Osteopathie, der Akupunktur und Akupressur und anderen Heildisziplinen haben. Dies sind z.B. spezielle Berührungen oder Massagen von Reflex- oder Akupressurpunkten, das Abfahren der Meridiane mit den Händen oder Überkreuzungsbewegungen der Arme. Diese Techniken werden individuell für den jeweiligen Patienten ausgewählt und kommen auch in Kombination zur Anwendung. Durch den Muskeltest wird immer wieder überprüft, ob die Blockade aufgelöst werden konnte oder weiterer Bearbeitung bedarf.

Wann und wie lange kommt die Applied Kinesiology zum Einsatz?

Wie lange die Applied Kinesiology zum Einsatz kommt, ist individuell sehr unterschiedlich. Will man nur ein Thema bearbeiten, können wenige Sitzungen ausreichen. Um seine Ziele leichter zu erreichen, können auch regelmäßige Sitzungen hilfreich sein. Eine Balancesitzung dauert etwa 60 bis 90 Minuten.

Was muss der Patient nach der Therapie beachten?

Es gibt nicht nach jeder Applied Kinesiology-Sitzung etwas zu beachten. Falls es so ist, wird ein seriöser Arzt den Patienten von sich aus darüber aufklären. Wurde z.B. eine Lebensmittelintoleranz aufgedeckt, sollte der Patient das für ihn unverträgliche Nahrungsmittel natürlich meiden. Ist Amalgam nicht gut für ihn, sollte das Zahnfüllmittel zeitnah durch ein anderes ersetzt werden usw.


Informieren Sie den Arzt immer über Veränderungen ihres Befindens. Er wird Besserung, Verschlechterung oder ein Gleichbleiben behandelter Beschwerden normalerweise aber ohnehin spätestens bei der nächsten Sitzung abfragen.

Wer therapiert?

Ärzte, die nach theoretischer und praktischer Ausbildung und Prüfung das "Österreichische Ärztekammer- Diplom für Applied Kinesiology" erhalten haben, dürfen hierzulande therapieren.

Was kann der Patient zum Gelingen der Therapie beitragen?

Es kann sein, dass der AK-Arzt dem Patienten bestimmte Bewegungsübungen ans Herz legt, Nahrungsergänzungen empfiehlt und anderes, um die Balance im Körper-Geist-System wiederzuerlangen. Solchen Empfehlungen sollte der Patient nachkommen, um den Erfolg der Therapie zu sichern.

Wo liegen die Grenzen der Applied Kinesiologie?

Das Ausbalancieren körperlicher und seelischer Ungleichgewichte per Applied-Kinesiology ist kein Ersatz für eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Applied Kinesiology dient ausschließlich einer zusätzlichen Unterstützung des Heilungs- oder Entwicklungsprozesses. Die Muskeltests und Körperbefragungen haben zwar keine Nebenwirkungen, llerdings kann die Art und Weise, wie eine Frage gestellt wird, nicht nur Einfluss auf das Testergebnis nehmen, sondern etwa Traumata aufdecken, von denen man bislang nichts wusste. So etwas muss psychotherapeutisch nachbearbeitet werden.

Kosten & Krankenkasse

Die Kosten für eine Balancesitzung liegen zwischen 60 und 150 Euro. Sie werden in Österreich von keiner Krankenkasse übernommen.

AUTOR


Anja Speitel
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


14.03.2014 / 11.03.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Christine Allen
Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin- ÖÄK Diplome: Akupunktur, Ernährungsmedizin, Orthomolekulare Medizin, Pallativmedizin, Psychotherapeutische Medizin
QUELLEN
Was ist Angewandte Kinesiologie?, M. la Tourelle, 7. Auflage, VAK, Kirchzarten, 2006
Der Körper lügt nicht, J. Diamond, 23. Auflage, VAK, Kirchzarten, 2010
Kinsesiologie. Aus dem Stress in die Balance, M. Lesch, G. Förder, 5. Auflage, München, 1998
Kinesiologie. Gesund durch Berühren, A. Ertl, 1. Auflage, Südwest Verlag, München, 1996

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