×

Auswirkungen von psychischen Belastungen auf das Schlafverhalten

Eine Pandemie raubt manch einem den Schlaf
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Schlafstörungen aufgrund psychischer Belastungen haben während der COVID-19-Pandemie stark zugenommen. (Lia Koltyrina / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters SCHLAFAPNOE

Eine Krise wie die COVID-19-Pandemie kann vielfältige Auswirkungen auf die Psyche der Bevölkerung haben und sich in einem gestörten Schlafverhalten widerspiegeln.

Ausreichender und gesunder Schlaf ist nicht nur für unser physisches, sondern auch für das psychische Wohlbefinden wichtig. Psychische Belastung, Stress, innere Unruhe und Angstgefühle tragen in erheblichem Maße zu Schlafproblemen bei. Ein gestörtes Schlaf-Wach-Verhalten ist unter anderem gekennzeichnet durch Probleme beim Ein- und Durchschlafen, vorzeitiges und frühmorgendliches Erwachen und einem gestörten Ablauf der Schlafphasen.

Zusammenhang von COVID-19 und Schlafstörungen

Die Coronavirus-Pandemie hat sich rasch und unerwartet auf der ganzen Welt ausgebreitet und dabei in erheblichem Maße Angst, Sorge und Unruhe in der breiten Bevölkerung erzeugt. Wenn sich diese Ängste und seelischen Belastungen negativ auf das Schlafverhalten auswirken, kann der Schlafmangel wiederum für zusätzlichen Stress sorgen. Ein Teufelskreis entsteht.

Psychische Belastungen durch COVID-19

Der COVID-19-Ausbruch sorgt weiterhin für Unsicherheit und Verzweiflung unter den Menschen weltweit. Diese Stressfaktoren können Menschen aktuell den Schlaf rauben:

 

  • Physische Isolation und Quarantäne: Menschen müssen aktuell viel Zeit allein verbringen, dabei kann die Pflege von sozialen Kontakten schwerfallen.
  • Existenzängste: Viele Menschen sorgen sich um die finanzielle Sicherheit, da durch die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus viele wirtschaftliche Existenzen bedroht sind.
  • Besondere berufliche Herausforderungen: Viele Menschen müssen ohne Vorbereitung das Home-Office nutzen. Dabei müssen sie sich organisatorischen, technischen und sozialen Herausforderungen stellen.
  • Konflikte in Familien & Wohngemeinschaften: Durch enge räumliche Verhältnisse und ungewohnt viel gemeinsame Zeit können Konflikte in Partnerschaft und Familie entstehen. Dies erschwert die ohnehin belastende Isolation.
  • Massenhafte Verbreitung von Gerüchten: Der ständige Fluss von beunruhigenden Bildern oder Nachrichten kann erheblichen Stress auslösen. Fake News führen zu zusätzlicher Aufregung.
  • Angst vor einer Infektion mit COVID-19: Menschen haben Angst, sich selbst und Angehörige (insbesondere Risikogruppen, wie ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen) anzustecken.

 

Diese Ängste, Stressfaktoren und das Gefühl von Hilflosigkeit können sehr belastend für Betroffene sein und sich negativ auf die psychische Gesundheit und das Schlafverhalten auswirken. Mit Hilfe einiger Ratschläge kann der Umgang mit diesen Stressfaktoren erleichtert werden.

Empfehlungen zum Umgang mit psychischen Belastungen

Die Empfehlungen und Strategien der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM) und des Berufsverbands Österreichischer PsychologInnen (BÖP) können Betroffenen helfen, die psychische Gesundheit aufrecht zu erhalten und einen gesunden und erholsamen Schlaf zu ermöglichen:

 

  • Halten Sie regelmäßigen Kontakt zu Freunden, Familie oder im beruflichen Kontext durch Telefonieren und Videochats aufrecht.
  • Bewahren Sie Struktur im Alltag. Feste Aktivitäts-, Schlafens- und Essenszeiten geben Sicherheit, beugen Kontrollverlust vor und stärken in Stresssituationen.
  • Bewegen Sie sich. Körperliche Betätigung & Bewegung wirken sich positiv auf die Psyche aus – Sport ist auch auf engem Raum über Online-Videos möglich.
  • Gehen Sie lang aufgeschobene Aktivitäten an.  "Projekte" helfen gegen Langeweile und schaffen zusätzlich eine Tagesstruktur.
  • Thematisieren Sie Spannungen & Probleme in der Familie. Steuern Sie einer Eskalation bewusst und aktiv entgegen. Wenn Sie oder Andere von häuslicher Gewalt betroffen sind, holen Sie sich Hilfe: Bei Freunden, Beratungseinrichtungen, bei der Telefonberatung eines Gewaltschutzzentrums oder Kinderschutzzentrums.
  • Nutzen Sie nur vertrauenswürdige Quellen zur Informationsgewinnung. Verzichten Sie auf übermäßiges Konsumieren von Meldungen auf sozialen Medien, sondern informieren Sie sich gezielt auf seriösen Quellen.
  • Benennen Sie Ihre Ängste. Tauschen Sie sich mit Anderen aus oder suchen Sie sich professionelle Hilfe durch ärztliche oder psychologische Psychotherapeuten.

Weiterführende Informationen

Hier finden Sie wichtige Rufnummern und Kontaktinformationen rund um die derzeitige Situation aufgrund des Coronavirus:

 

Helpline des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen: 01 504 8000
PSD: Sozialpsychiatrischer Notdienst (0-24h): 01 313 30
Kriseninterventionszentrum: 01 406 95 95
Frauenhelpline: 0800 222 555
Servicetelefon der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (Unterstützung für Familien, Kinder und Jugendliche): 01 4000-8011
Team Österreich: 0800 600 600
Telefonseelsorge: 142 und https://www.telefonseelsorge.at/

AUTOR


Clara Wesselowsky
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


14.05.2020
WEITERE GESUNDHEITSFENSTER-ARTIKEL
Kind schnarcht wegen Schlafapnoe
Schnarchen bei Kindern: nicht immer harmlos
Schnarcht das Kind regelmäßig und ist tagsüber müde, aggressiv oder hyperaktiv, kann Schlafapnoe die Ursache sein.
Image Error
Was passiert im Schlaflabor? (mit Video)
Wenn es langfristig zu Schlafproblemen kommt, kann eine klärende Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein.
Frau schläft entspannt im Bett
Schlaf ist mehr als nur eine Ruhephase
Von wegen Ruhezustand: Der Schlaf ist insbesondere für das Gehirn ein hochaktiver Prozess und gerade darum für die Gesundheit so entscheidend.
Image Error
Schnarchen (mit Video)
Jeder 3. Mann und jede 4. Frau schnarcht. Schnarchgeräusche entstehen durch Vibrationen von erschlaffendem Gewebe im Rachen.
Image Error
Schlafapnoe beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit
Schlafapnoe kann vor allem im Straßenverkehr ein Problem werden. Die gute Nachricht aber ist, dass die Krankheit therapiebar ist.
Image Error
Schlafapnoe (mit Video)
Schlafapnoe ist eine Atemstörung, bei der es im Schlaf zu Atemaussetzern von mindestens 10 Sekunden kommt.

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von gesund.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von gesund.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von gesund.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.