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So funktioniert der Stoffwechsel

Reichhaltiges Frühstück, um den Stoffwechsel anzuregen
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Ein reichhaltiges Frühstück liefert viele wertvolle Nährstoffe, die der Körper für Stoffwechselprozesse benötigt. (PhotoSG / Fotolia)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters SÄURE-BASEN-HAUSHALT

Schlafen, Wachsein, Wachsen, Muskelaufbau, Essen, Verdauen und vieles mehr – Der Stoffwechsel bezeichnet alle (chemischen) Vorgänge, die innerhalb der Zellen ablaufen.

Grob gesagt sind das Um-, Auf- und Abbauarbeiten. Enzyme, Hormone und Nährstoffe regeln den Stoffwechsel, die über die Nahrung zugeführten Inhaltsstoffe werden vom Körper ab- und umgebaut. Durch schlechte Lebensgewohnheiten kann es zu Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, Gicht und Schilddrüsenerkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenüberfunktion kommen. Ein gesunder Lebensstil beugt vor und hilft, den Stoffwechsel anzukurbeln.

Warum ist der Stoffwechsel wichtig?

Der menschliche Körper besteht aus etwa 70 Billionen Einzelzellen. Das sind etwa 10.000 Mal so viele Zellen, wie es Menschen auf der Erde gibt. Laufen alle Stoffwechselprozesse reibungslos ab, leben die Zellen in friedlicher Harmonie. Damit Zellen zufrieden sind brauchen sie, stark vereinfacht gesagt, zwei Dinge:

  • Nährstoffe: Zum einen benötigen sie zur Aufrechterhaltung ihrer Lebensfunktionen bestimmte Nährstoffe.
  • Entsorgung von Giftstoffen: Zum anderen sind sie auf ein funktionierendes "Entsorgungssystem" angewiesen. Sprich: die Entsorgung von Ausscheidungsprodukten und Giftstoffen muss gewährleistet sein.

Hormone und Enzyme bestimmen Stoffwechsel

Die Hauptakteure im Stoffwechselgeschehen sind Hormone und Enzyme. Für jeden noch so kleinen Stoffwechselschritt ist ein bestimmtes Enzym zuständig. Enzyme sind kleine Eiweißstoffe, die alle chemischen Vorgänge in der Zelle regeln. Diese "kleinen Helferlein" werden häufig von Hormonen reguliert. Enzyme nähren sich von Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen.

Energielieferant

Um seine Funktionen aufrecht zu erhalten benötigt der Körper Energie. Diese Energie wird aus den einzelnen Nährstoffen gewonnen. Die Hauptenergieträger sind Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß. Im Magen und im Darm werden die einzelnen Nährstoffe in ihre Bestandteile zerlegt. Kohlenhydrate werden zu Einfachzuckern, Eiweiße zu Aminosäuren und Fette zu Fettsäuren und Glyceriden abgebaut. Diese Aufspaltung ist deshalb notwendig, weil der Darm die Nährstoffe nur in ihrer zerlegten Form resorbieren und ins Blut überführen kann.

 

Zu verschiedenen Zeiten produziert und verbraucht der Körper Energie. Es ist daher wichtig, dass Energie gespeichert werden kann. Die Energiespeicherung erfolgt auf unterschiedliche Weise, beispielsweise im Fettgewebe oder in Leber und Muskeln in Form von Glykogen.

Wichtige Stoffwechselarten

Es gibt verschiedene Formen von Stoffwechsel - unter anderem benannt nach den Substanzen, die dabei verarbeitet werden. Hier eine Auswahl der wichtigsten Begriffe:

  • Kohlenhydratstoffwechsel: der Kohlenhydratstoffwechsel beschreibt alle Vorgänge der Aufnahme, des Transports und des Abbaus von Kohlenhydraten. Wichtigster Kohlenhydratvertreter ist Einfachzucker, also Glucose. Glucose ist als wichtiger Energielieferant für Organe und Zellen von Bedeutung.
  • Fettstoffwechsel: Fett dient der Energiegewinnung in den Zellen. Darüber hinaus sind Fette, die auch Lipide genannte werden, wichtige Botenstoffe und Signalmoleküle im Körper. Aus diesem Grund wird Fett nicht nur im Fettgewebe selbst, sondern in nahezu allen Körperzellen gespeichert. Wird über die Nahrung zu viel Fett zugeführt, speichert der Körper "Depotfett". Um bereits gespeichertes Fett wieder zu mobilisieren, besitzt der Körper spezielle fettspaltende Enzyme, sogenannte Lipasen.
  • Eiweißstoffwechsel: Der Eiweißstoffwechsel beginnt im Magen und endet im Dünndarm. Spezielle Enzyme sorgen für die Eiweißspaltung. Die bei der Eiweißverdauung entstehenden Aminosäuren gelangen über die Blutbahn in die Zellen, wo sie zur Energiegewinnung und zum Aufbau von Hormonen und Muskelzellen eingesetzt werden.
  • Mineralstoffwechsel: Beim Mineralstoffwechsel werden Mineralstoffe so aufbereitet, dass sie ihre jeweiligen Funktionen im Körper erfüllen können. Ein Beispiel: Über die Nahrung zugeführtes Kalzium wird zum Aufbau von Knochen bereitgestellt.
  • Baustoffwechsel (Anabolismus) bezeichnet den Aufbau von Stoffen. Konkret umfasst der Baustoffwechsel alle Vorgänge, die mit dem Aufbau von Körpergeweben zusammenhängen. Beispiel: verbrauchtes Zellgewebe wird ständig durch neues ersetzt. Auch gezielter Muskelaufbau ist auf den Anabolismus zurückzuführen.
  • Hungerstoffwechsel (Katabolismus) bezeichnet den Abbau von Stoffwechselprodukten, um daraus Energie bereitzustellen. Ein Beispiel: Im Zuge von Diäten oder nach einer längeren körperlichen Belastung beliefert sich der Körper selber mit Energie. Die Energiegewinnung erfolgt aus der Muskulatur und den darin enthaltenen Nährstoffen.

Stoffwechselstörungen

Gerät der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht, kann es zu Stoffwechselstörungen kommen. Das passiert, wenn einerseits die Funktion der Nährstoffverwertung eingeschränkt ist. Andererseits wenn die gebrauchte Substanz nicht dort ankommt, wo sie benötigt wird. Stoffwechselerkrankungen zeichnen sich meist durch einen Enzym- und Hormonmangel aus. Sie können sowohl genetisch bedingt, als auch durch ungünstige Lebensgewohnheiten erworben sein. Beispielsweise durch Bewegungsmangel und Fehlernährung.

 

Zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen zählen Diabetes mellitus, Gicht und Schilddrüsenerkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenüberfunktion. Die Umstellung der Lebensgewohnheiten hat neben einer medikamentösen Therapie eine entscheidende Bedeutung für das eigene Wohlbefinden und den Krankheitsverlauf.

Stoffwechsel ankurbeln

Krankheit und Übergewicht sind größtenteils die Folgen eines aus dem Gleichgewicht geratenen Stoffwechsels. Was hilft bei der Gesunderhaltung des Stoffwechsels, bzw. wie kann man Stoffwechselstörungen vorbeugen?

  • Gesunde Ernährung: Eine unausgewogene Ernährung führt zu einer Über- bzw. Unterversorgung an Nährstoffen und Energie. Der Stoffwechsel gerät aus dem Gleichgewicht. Durch häufige Diäten wie z. B. der Stoffwechseldiät  stellt sich der Stoffwechsel auf einen niedrigeren Energiebedarf ein - er drosselt sein Tempo. Die Folge: Gewichtszunahme trotz reduzierter Kalorienzufuhr. Durch eine regelmäßige Nahrungszufuhr bleibt der Stoffwechsel auf Touren. Vitamin- und mineralstoffreiche Lebensmittel mit hohem Ballaststoffanteil sind eine gute Wahl.
  • Viel Flüssigkeitszufuhr: Wasser bildet die Basis nahezu aller Stoffwechselprozesse. Ohne Wasser gäbe es kein Leben. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kurbelt den Stoffwechsel an und hilft dem Körper dabei, Giftstoffe auszuscheiden. Unter normalen Bedingungen beträgt der Flüssigkeitsbedarf eines Erwachsenen etwa 2 Liter pro Tag.
  • Genussgifte meiden: Nikotin regt den Stoffwechsel an. Klingt vorteilhaft, ist es aber nicht, zumal Nikotin zu einem erhöhten Cholesterinspiegel im Blut führt. Damit ist die Gefahr Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) verbunden. Ähnlich negativ wirkt sich Alkohol auf den Stoffwechsel aus. Für den Körper ist Alkohol Gift. Folglich muss es mit oberster Priorität abgebaut werden. Allerdings auf Kosten der anderen Stoffwechselprozesse, die dadurch extrem verlangsamt oder gestoppt werden.
  • Übergewicht abbauen: Ein erhöhtes Körpergewicht wirkt sich nicht nur negativ auf Muskeln und Organe, sondern auch auf den Stoffwechsel aus. Jene Körperfunktionen, die mit der Verarbeitung und Verwertung der Nahrungsenergie verknüpft sind, sind mit dem Überangebot überlastet. In Folge kommt zu Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Ein gesundes Körpergewicht beugt dem vor.
  • Ausreichend Bewegung: Niemand muss zum Spitzensportler mutieren. Neben gezielten sportlichen Aktivitäten lässt sich auch mit einfachen Mitteln mehr Bewegung in den Alltag integrieren. Tipps dafür: Ein kleiner Spaziergang zwischendurch, Treppe statt Lift benutzen oder zu Fuß oder via Fahrrad zur Arbeit fahren. Wichtig ist es nur, überhaupt in Bewegung zu bleiben. Nichts lähmt den Stoffwechsel mehr, als Bewegungsmangel.

 

Je besser der Stoffwechsel funktioniert, desto fitter und leichter fühlt man sich.

AUTOR


Mag. Sylvia Neubauer
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


13.05.2015
MEDIZINISCHER EXPERTE
Univ.Prof. Dr. Thomas Stulnig
Facharzt für Innere Medizin, Ernährungmediziner, Wien Experte für Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen
QUELLEN
Biologie, Anatomie, Physiologie – Lehrbuch und Atlas, Martin Trebsdorf, Lau-Verlag GmbH, Reinbek, 10. Auflage 2006
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