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Kinderosteopathie: In vielen Fällen wirksam

Osteopathie kommt auch bei Säuglingen zur Anwendung
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Bei bestimmter Symptomatik kann die Osteopathie auch Säuglingen helfen. (Mahony / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters OSTEOPATHIE

Die Kinderosteopathie beschäftigt sich mit Beschwerdebildern bei Kindern aller Altersgruppen – vom Säugling bis zum Jugendlichen.

Viele Eltern kennen wahrscheinlich folgende Situation: das neugeborene Baby schreit sehr viel, krümmt sich - der Bauch ist oftmals hart und druckempfindlich. Das Baby fühlt sich offensichtlich nicht wohl, es hat eventuell Schmerzen, die es nur durch Schreien ausdrücken kann und ist kaum zu beruhigen. Die üblichen Methoden zur Beruhigung, z. B. das Herumtragen im Tragetuch und dergleichen, helfen kaum. Hier kann die Kinderosteopathie eine Lösung darstellen.

Kinderosteopathie – eine Unterstützung für Kinder und Eltern

Bei dem beschriebenen Beschwerdebild handelt es sich um klassische Symptome einer, wie man früher dazu gesagt hat, Dreimonatskolik. Diese tritt typischerweise in den ersten 3 - 4 Lebensmonaten eines Kindes auf und ist bei Erstgeborenen vermehrt zu beobachten. Die Symptome treten oft abends und nachts auf und kennzeichnen sich vor allem durch unablässiges Schreien und einem offensichtlichen Unwohlsein des Säuglings. In vielen solcher Fälle – und auch bei anderen Beschwerden von Säuglingen und Kindern – kann Osteopathie bzw. Kinderosteopathie eine Lösung sein, um die Symptome zu beseitigen und so eine Unterstützung für Kinder und Eltern darstellen.

 

Kinderosteopathie ist eine Spezialdisziplin innerhalb der Osteopathie, die sich vor allem mit der Behandlung von Beschwerden beschäftigt, die beim Neugeborenen und bei Kindern in den verschiedenen Altersstufen bis hin zum Jugendlichen auftreten können. Dabei handelt es sich um verschiedene Beschwerdebilder, bei denen Kinderosteopathie eventuell eine Hilfe und Unterstützung sein kann. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind das z. B. Koliken, Saug- und Schluckbeschwerden, Haltungsauffälligkeiten des kindlichen Schädels, Entwicklungsverzögerungen oder auch Schlafstörungen.

 

Aber auch bei älteren Kindern bzw. Jugendlichen treten immer wieder Symptome bzw. Beschwerden auf, bei denen Kinderosteopathie eine Hilfe sein kann: dazu zählen z. B. Kopf- und Bauchschmerzen, Verhaltensauffälligkeiten (wie z. B. ADS/ADHS), akute und chronische Entzündungen der Ohren, eine erhöhte Infektanfälligkeit, Wachstumsschmerzen oder Probleme mit den Zähnen bzw. mit den Kiefergelenken.

Die Behandlung beim Kinderosteopathen

In vielen Fällen absolvieren Osteopathen nach ihrer Grundausbildung noch eine spezielle Ausbildung zum Kinderosteopathen – diese Spezialisierung dauert in der Regel 2 Jahre. Osteopathen, die eine solche Zusatzausbildung absolviert haben, sind oftmals daran zu erkennen, dass sie den Titel DPO (diplomierter pädiatrischer Osteopath) führen.

 

Eine kinderosteopathische Behandlung umfasst in der Regel zunächst ein sehr ausführliches Anamnesegespräch über die aktuellen Beschwerden des Kindes, den Verlauf der Schwangerschaft und der Geburt. Im Rahmen der Anamnese werden auch Fragen zur allgemeinen Entwicklung des Kindes und zu sonstigen Auffälligkeiten gestellt, die den Eltern eventuell aufgefallen sind. Als ganzheitliche Therapiemethode versucht die Osteopathie, sich ein möglichst umfassendes Bild über die Beschwerden des Kindes und der Umwelt, in der es lebt und aufwächst, zu verschaffen.

 

Nach der Anamnese folgt die Untersuchung. Dafür verwendet der Osteopath fast ausschließlich die Hände. Es wird die Haltung des Kindes beurteilt, da diese oft schon Hinweise darauf geben kann, was die Beschwerden verursacht. Es wird natürlich auch der allgemeine Entwicklungsstand beurteilt. Dafür muss der Osteopath über die verschiedenen Entwicklungsschritte in Abhängigkeit vom Alter des Kindes genau Bescheid wissen. Diverse Tests und spezielle Untersuchungen – wie z. B. eine neurologische Untersuchung der frühkindlichen Reflexe, u. ä. – ergänzen die osteopathische Untersuchung des Kindes.

Positive Studienergebnisse

Aus der Anamnese und der Untersuchung ergeben sich in der Regel ein osteopathischer Befund und ein Plan für die Behandlung und das Management der Beschwerden des Kindes. Im Anschluss an die Untersuchung wird das Kind behandelt, wofür der Osteopath ebenso fast ausschließlich die Hände einsetzt. Welche Techniken für die Behandlung eingesetzt werden, hängt von den individuellen Beschwerden des Kindes, der Anamnese und der Untersuchung ab.

 

Bei der Untersuchung und Behandlung kann das Kind mit Spielzeug spielen, die Eltern können dem Kind etwas vorlesen oder der Säugling wird nebenbei gestillt. Osteopathen, die regelmäßig mit Kindern arbeiten, sind es gewohnt, sehr flexibel zu sein und werden die Untersuchung und Behandlung so gestalten, dass sie für das Kind und deren Eltern möglichst angenehm ist. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass osteopathische Behandlungen bei Otitis media (Mittelohrentzündung), bei ADHS, bei möglichen Folgen einer Frühgeburt als auch bei Haltungsauffälligkeiten wirksam sind.

AUTOR


Melanie Lette
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


10.03.2020
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