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Wie finde ich einen Osteopathen (in Österreich)?

Osteopathie in Österreich
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Den richtigen Osteopathen zu finden, ist nicht immer einfach. (Albina Gavrilovic / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes OSTEOPATHIE

Bei der Suche nach einem kompetenten Osteopathen ist insbesondere das Mitgliederregister der Österreichischen Gesellschaft für Osteopathie eine große Stütze.

Osteopathie ist eine eigenständige, medizinische und manuelle Behandlungsmethode, die am Ende des 19. Jahrhunderts vom amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still begründet wurde. Sie zeichnet sich durch die ganzheitliche Betrachtung des Menschen aus, dieser Anspruch gründet auf der Einbeziehung aller Systeme des Menschen. Den Osteopathen stehen dabei eine Vielzahl von manuellen Techniken zur Verfügung, die sich in drei Hauptgruppen einteilen lassen:

  • Strukturelle Techniken: beinhalten den gesamten Bewegungsapparat (Wirbelsäule, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder)

  • Viszerale Techniken: beschäftigen sich mit den inneren Organen, deren Mobilität und Versorgung

  • CranioSacrale Techniken: befassen sich mit den knöchernen Strukturen des Schädels, dem Nervensystem und den Hirnnerven, der Zirkulation des Liquor cerebrospinalis und neurovegetativen Zusammenhängen

Diese Techniken sind jedoch nicht als getrennte Fachrichtungen zu betrachten – sie gehen bei der Behandlung durch den Osteopathen oft ineinander über und ergänzen sich gegenseitig.

 

Voraussetzung für jegliche Arbeit als Osteopath ist ein exaktes Grundlagenwissen in Anatomie, Embryologie, Physiologie und Pathologie sowie eine jahrelange Schulung der palpatorischen Fähigkeiten, also der Fähigkeit, den Körper der Patienten durch Abtasten zu untersuchen. Um eine umfassende und individuelle Betreuung der Patienten anbieten zu können, arbeiten Osteopathen eng mit Ärzten und medizinischen Fachrichtungen zusammen.

 

Jede osteopathische Behandlung setzt eine präzise, sorgfältige Erstuntersuchung voraus, bei jeder Behandlung werden ein neuer Status erhoben und die Maßnahmen kontinuierlich angepasst.

Wie wird ein Osteopath ausgebildet?

In Österreich gibt es derzeit 2 Schulen, die eine anerkannte Ausbildung anbieten. Jeder Osteopath hat einen medizinischen Grundberuf als Arzt oder Physiotherapeut erlernt. Diese Grundausbildung berechtigt zu einer fünfjährigen, berufsbegleitenden Ausbildung, die mit einem Master of sciene (MSc) abschließt.

Worauf sollte ich als Patient achten?

Leider kommt es immer wieder vor, dass Therapeuten "osteopathische Techniken" anbieten, teilweise sogar die Bezeichnung Osteopath führen, ohne eine entsprechende bzw. anerkannte Ausbildung absolviert zu haben. Solche Therapeuten gefährden die Sicherheit der Patienten und rücken die Osteopathie in ein falsches Licht.

 

Da die Osteopathie in Österreich noch kein gesetzlich reglementierter Beruf ist, kommen leider immer wieder Missverständnisse auf. Daher ist es wichtig, dass sich die Patienten auf gewisse Ausbildungsstandards verlassen können – am einfachsten gelingt dies über das Mitgliederregister der OEGO (Österreichische Gesellschaft für Osteopathie).

Wie kann ich als Patient einen für mich passenden Osteopathen finden?

Die OEGO (Österreichische Gesellschaft für Osteopathie) ist die Interessensvertretung der Osteopathen und orientiert sich an den in Europa gültigen Ausbildungsstandards. Um eine hohe Qualität der Ausbildung zu garantieren, nimmt die OEGO nur Mitglieder auf, die eine entsprechende Ausbildung nachweisen können. Auf der Homepage der OEGO ist ein Mitgliederregister zu finden, das der Qualitätssicherung gilt und den Patienten die Sicherheit einer adäquaten Ausbildung bietet. Dort kann nach Ort, Name oder auch nach der Spezialisierung Kinderosteopath gesucht werden.

AUTOR


Melanie Lette


ERSTELLUNGSDATUM


06.05.2021
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