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Leaky Gut Syndrom

Frau mit Leaky Gut greift sich wegen Bauchschmerzen auf den Bauch
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Beim Leaky Gut Syndrom hat die Darmschleimhaut mit einer Barrierestörung zu kämpfen. (SewCream / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes OSTEOPATHIE

Das Leaky Gut Syndrom ist in den letzten Jahren immer häufiger in Zusammenhang mit Darmgesundheit und Autoimmunerkrankungen erwähnt worden.

"Leaky Gut" bedeutet übersetzt "undichter bzw. durchlässiger Darm". Dieser entsteht aufgrund einer Barrierestörung und Schwellung der Darmschleimhaut, ausgelöst durch verschiedenste äußere Einflüsse. Eine erhöhte intestinale Permeabilität wird in der Literatur häufig als Synonym für Leaky Gut verwendet. Die Darmschleimhaut, die aufgefaltet der Größe eines Fußballfeldes entspricht, stellt als größte Schleimhautoberfläche des menschlichen Körpers eine Verbindung zwischen Umwelt und Mensch dar.

 

Die Verbindungsstellen der einzelnen Zellen des Darmepithels werden von Schlussleisten oder tight junctions abgedichtet und verhindern so das Durchdringen von schädlichen Stoffen wie Bakterien, Toxinen und großmolekularen Stoffen vom Darm in die Blutbahn. Eine gesunde Darmschleimhaut mit funktionierenden tight junctions bildet die größte Barriere dafür. Wenn die Integrität dieses Komplexes gefährdet ist, gelangen schädliche Stoffe und Bakterien direkt in die Blutbahn und können in weiterer Folge verschiedene Immunreaktionen in unterschiedlichen Organsystemen auslösen.

 

Bezüglich der Ursachen und/oder Folgen eines Leaky Gut Syndroms werden in der Literatur unterschiedliche Angaben gefunden. Während einige Studien das Leaky Gut als Ursache für diverse Autoimmunerkrankungen heranziehen, beschreiben andere wiederum dieselben Erkrankungen als ursächlich für ein Leaky Gut Syndrom. Dazu zählen:

 

  • Entzündliche Darmerkrankungen (Colitis Ulcerosa / Morbus Crohn)
  • Zöliakie
  • Unverträglichkeiten / Nahrungsmittelintoleranz
  • Endokrine Pankreasinsuffizienz
  • Mangel an sekretorischem IgA
  • Psychischer und physischer Stress
  • Infektionen und Fehlbesiedelungen
  • Alkohol
  • Medikamente
  • Schwermetalle
  • Radikalenbelastung (oxidativer Stress)

Diagnostik und Testverfahren

Um ein Leaky Gut Syndrom tatsächlich nachweisen zu können, wäre eine Biopsie der Darmschleimhaut notwendig. Da dieses Verfahren für den Patienten invasiv und mit hohen Kosten verbunden ist, wird oft auf alternative Methoden zur Beurteilung der Darmbarriere zurückgegriffen. Zur labormedizinischen Entzündungsdiagnostik zählen derzeit der

  • LaktuloseMannitol Test, eine Sammelurinprobe, in der großmolekulare Stoffe nachgewiesen werden können.
  • Zudem kann Zonulin im Serum oder Stuhl nachgewiesen werden (vor allem bei Patienten die an Zöliakie, Diabetes Typ 1, Multipler Sklerose oder rheumatischen Erkrankungen leiden)
  • Der igG4 Nahrungsmittelscreen wird häufig in Zusammenhang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten verwendet und schließt auf Basis einer allergischen Reaktion auf den Grad der Schleimhautdurchlässigkeit.

 

Barrierestörungen der Darmschleimhaut und deren Folgen sind als mitverursachender oder ausschlaggebender Mechanismus für eine Vielzahl von Erkrankungen anerkannt. Uneinigkeit herrscht in der Literatur bezüglich Ursachen und Diagnostik eines Leaky Gut Syndroms. Therapeutische Ansätze sind vorhanden, aber die Behandlung der Grunderkrankung steht derzeit noch im Vordergrund.

Behandlung

Die Behandlung eines Leaky Gut Syndroms aus medizinischer Sicht gestaltet sich schwierig, da pathophysiologische Daten noch inkomplett sind und die individuelle Variabilität enorm ist.

 

Aufgrund der Komplexität und der individuellen Variabilität des Leaky Gut Syndroms ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig, Osteopathie kann dabei als unterstützende Therapieform angesehen werden.

 

Für den einzelnen Patienten ist es ratsam, nicht auf häufig publizierte Ernährungsempfehlungen oder Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen, sondern zuerst eine fundierte ärztliche Abklärung durchführen und einen individuellen Therapieplan erstellen zu lassen.

AUTOR


Melanie Lette
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


30.09.2020
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