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Osteopathie bei Kopfschmerzen

Frau mit Kopfschmerzen wird von Osteopathen behandelt
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Auch gegen Kopfschmerzen gibt es geeignete osteopathische Ansätze. (bmf-foto.de / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes OSTEOPATHIE

Kopfschmerzen sind nach Rückenschmerzen eine der häufigsten körperlichen Beschwerden. Lösungsansätze gibt es auch in der Osteopathie.

Es gibt sehr viele verschiedene Arten, wobei Spannungskopfschmerzen und Migräne am weitesten verbreitet sind. Man unterscheidet zwischen primären (keine erkennbare Ursache) und sekundären Kopfschmerzen – letzteren liegen andere Grunderkrankungen wie zum Beispiel Kopfverletzungen oder Bluthochdruck zugrunde. Tendenziell sind Frauen häufiger betreffen als Männer; vor allem die Migräne kann manchmal auch zyklusabhängig auftreten. Kopfschmerzen können viele Auslöser haben, häufig liegen ihnen Verspannungen zugrunde.

Osteopath auf der Suche nach dem Auslöser

Die Osteopathie ist eine sehr wirkungsvolle Behandlungsform, da sie in verschiedenen Bereichen ansetzen kann. Die Osteopathin sucht nach Haltungsasymmetrien, untersucht mit ihren Händen die Gewebestrukturen des Körpers auf auffällige Spannungen, testet die Beweglichkeit der einzelnen Segmente, z.B. der Halswirbelsäule, und leitet aus den Ergebnissen ihre Behandlungsstrategie ab. Ziel der osteopathischen Behandlung ist es, den Körper wieder in sein Gleichgewicht zu bringen und ihm dadurch ein optimales Funktionieren der physiologischen Prozesse zu ermöglichen.

 

Bei Kopfschmerzen ist es wichtig, die Beweglichkeit der Wirbelsäulenabschnitte zu verbessern und die Spannungen in der Muskulatur und den bindegewebigen Strukturen auszugleichen. Dies wirkt sich ebenso positiv auf die Funktion der versorgenden Strukturen aus wie direkte Techniken an den einzelnen Gefäßen und Nerven. Durch ihre Integration in die Behandlung können allfällige Störungen in den Zu- und Abflüssen behoben sowie eine freie Bewegungsfähigkeit und gute neurovegetative Versorgung gefördert werden.

Verspannungen lösen

Probleme im Bereich der Kiefergelenke und Verspannungen der Kaumuskulatur können ebenfalls für Kopfschmerzen (mit)verantwortlich sein und in die osteopathische Behandlung miteinbezogen werden. Auch der Schultergürtel sollte in die ganzheitliche Betrachtung eingegliedert werden, da Probleme in dieser Region ebenfalls einen Auslöser für Beschwerden darstellen können.

 

Das Becken ist über die Wirbelsäule mit dem Kopf verbunden und kann daher auch an Schmerzzuständen beteiligt sein – so kann sich zum Beispiel ein Beckenschiefstand auf die Stellung der Kopfgelenke (Verbindung Kopf und obere Halswirbelsäule) auswirken und Kopfschmerzen verursachen.

Behandlung auf mehreren Ebenen

Da eine osteopathische Behandlung auch das Hormonsystem beeinflussen kann, bietet sie auch bei zyklusabhängigen Kopfschmerzen eine Therapieoption. Hierbei liegt das Ziel darin, die Funktion der einzelnen Drüsen sowie ihr Zusammenspiel zu verbessern.

 

Stress stellt einen häufigen Mitgrund für Beschwerden dar. Die Osteopathie kennt viele Möglichkeiten, die Entspannung zu fördern, einen Ausgleich der verschiedenen Funktionskreise des Nervensystems zu unterstützen und so das Stresslevel zu senken.

 

Bei Bedarf arbeitet die Osteopathin auch mit anderen Berufsgruppen interdisziplinär zusammen. So kann es notwendig sein, die Ursache der Kopfschmerzen schulmedizinisch abzuklären oder auch andere Therapieformen wie Physio- oder Psychotherapie oder Ernährungsberatung beizuziehen, um so den Patienten optimal zu unterstützen und damit seine schnelle und nachhaltige Genesung zu fördern.
 

AUTOR


Melanie Lette
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


22.06.2021
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