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Die 10 wichtigsten Fragen zum Sonnenschutz

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Sonnenschutz mit Sonnencreme stellt die wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen Hautschäden dar. (apops - Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters HAUTSCHUTZ IM SOMMER

Für unsere Haut ist der Sommer eine große Herausforderung, aber der Sonnenbrand muss nicht vorprogrammiert sein.

Auf Reisen gehen, sich ins kühle Nass stürzen oder faul in der Sonne liegen – es gibt einfach keine herrlichere Jahreszeit als den Sommer. Doch während die hohen Temperaturen bei vielen Menschen für ein konstantes Stimmungshoch sorgen, empfindet die Haut sie als Herausforderung. Wir beantworten die 10 wichtigsten Fragen zum Hautschutz im Sommer, damit Sie diesmal ohne Sonnenbrand über die Runden kommen.

Frage 1: Wenn er mich nicht stört, ist ein Sonnenbrand dann egal?

Der Körper kann nicht alle Zellschädigungen, die durch die Sonne auftreten, wieder heilen. Daher ist jeder Sonnenbrand nicht nur ein nerviges Nebengeräusch, sondern erhöht das Risiko, irgendwann an Hautkrebs zu erkranken. Insbesondere Basaliome, auch als "weißer Hautkrebs" bekannt, sind in den allermeisten Fällen auf frühere Sonnenschädigungen zurückzuführen. Besonders gefährlich sind Sonnenbrände, die man sich als Kind oder Jugendlicher zugezogen hat.

Frage 2: Welcher Sonnenschutz ist der richtige für mich?

Creme, Gel, Fluid, Milch, Öl, Spray - die Liste an Produkten für den Sonnenschutz ist lang, aber nicht jedes Produkt ist für jeden gleichermaßen geeignet.

 

WAS ?

FÜR WEN?

Creme

Für Menschen mit Neurodermitis, Menschen mit normaler bis trockener Haut, Sonnenallergiker und Kinder geeignet

Gel

Für jeden Hauttyp geeignet, ideal für Sportler und Menschen mit zu Unreinheiten neigender Haut

Spray

für alle Hauttypen geeignet, einfach in der Anwendung z.B. für Kinder oder wenn es schnell gehen muss

Öl

Für Menschen mit trockener Haut geeignet

Fluid

Für Menschen mit Mischhaut und fettiger Haut, Sonnenallergiker (Mallorca-Akne), Menschen mit Couperose (Rosacea) geeignet

Milch

Für normale bis trockene Haut, Menschen mit Neurodermitis und Kinder geeignet

Frage 3: Wirken nur teure Sonnencremes?

Das österreichische Testmagazin Konsument hat vor kurzem Sonnencremes getestet und dabei gleich drei Produkte mit der Bewertung "Sehr Gut" versehen. Sie alle reihten sich zudem im unteren Preissegment an. Guter Sonnenschutz muss also definitiv nicht teuer sein. Bei der Produktwahl sollten Sie darauf achten, dass die Creme sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung schützt. UVB-Strahlen bewirken einen Sonnenbrand, während UVA-Strahlen zur Hautalterung beitragen.

Frage 4: Was bedeutet der Lichtschutzfaktor?

Der Lichtschutzfaktor eines Sonnenschutzmittels gibt an, wie viel länger man zusätzlich zur Eigenschutzzeit in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen: ein Sonnenschutzfaktor von 30 verlängert die Eigenschutzzeit um den Faktor 30. Zu Beginn der Saison oder bei sehr heller Haut empfiehlt sich ein hoher Lichtschutzfaktor: er unterstützt die Haut dabei, den körpereigenen Lichtschutz und damit eine höhere Eigenschutzzeit aufzubauen und man wird trotz hohem Schutzfaktor braun.

Frage 5: Welche Eigenschutzzeit habe ich?

Die Eigenschutzzeit ist die Zeitspanne, in der man in der Sonne sein kann, ohne rot zu werden. Sie wird vom individuellen Hauttyp geprägt: sehr helle Haut (Typ 1) weist etwa eine Eigenschutzzeit von 3 Minuten auf, der mediterrane Hauttyp (Typ 4) mit bereits gebräunter Haut hat bis zu 40 Minuten Eigenschutzzeit. Weiters sind an der Eigenschutzzeit der Bräunungsgrad der Haut und der Ort, wo man sich zum Sonnen aufhält, beteiligt – denn Meer, Strand, Gebirge und Schnee reflektieren die Sonne stärker und verkürzen somit die Eigenschutzzeit.

Frage 6: Wie viel Sonnenschutzmittel soll man auftragen?

Neben der Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors ist es wichtig, sich ausreichend einzucremen. Denn wer sparsam mit dem Sonnenschutzmittel umgeht, riskiert schnell einen Sonnenbrand. In diesem Fall ist mehr auf jeden Fall besser, am besten je einen Esslöffel Sonnencreme für Arme, Beine und Oberkörper pro Eincremen verwenden. Natürlich darf auch auf die empfindlichsten Körperstellen wie Lippen, Ohren, Nase, Fußrücken und die unbehaarte Kopfhaut nicht vergessen werden.

Frage 7: Wie lange darf ich nach dem Eincremen in der Sonne bleiben?

Die Eigenschutzzeit mal dem Lichtschutzfaktor ergibt die Dauer des Aufenthaltes in der Sonne in Minuten, ohne dass man einen Sonnenbrand bekommt. Das ergibt für einen Mitteleuropäer mit einer Eigenschutzzeit von 10 und einem Lichtschutzfaktor von 30 eine Dauer von 300 Minuten Aufenthalt, also 5 Stunden, in der Sonne. Voraussetzung für die Dauer ist das regelmäßige Nachcremen etwa alle 2 Stunden, da beim Schwimmen und durch Schwitzen die Wirkung des Sonnenschutzmittels abnimmt! Und um keinen Hitzeschlag zu bekommen ist es ratsam, nicht die volle Zeit in der Sonne zu verbleiben, sondern schon früher, vor allem in der Mittagszeit, Schutz im Schatten zu suchen.

Frage 8: Wie wichtig ist der Sonnenschutz bei Kindern?

Die dünne, empfindliche Kinderhaut hat noch keinen Schutzmechanismus gegen die Sonne entwickelt und muss vor den schädlichen UV-Strahlen besonders geschützt werden. Um das spätere Hautkrebsrisiko zu reduzieren, wird deshalb empfohlen, Kinder unter 3 Jahren gar nicht direkt der Sonne auszusetzen, sondern sie im Schatten mit lichtdichter Kleidung, sowie mit Sonnenhut und Sonnenbrille spielen zu lassen. Die Sonnenschutzcreme bei Kindern sollte sand- und wasserbeständig sein und einen Lichtschutzfilter von 50+ haben.

Frage 9: Pflege nach der Sonne?

Um die Haut nach dem Sonnenbaden ideal zu pflegen, das Ablösen der Haut zu vermeiden und die Bräune möglichst lange zu behalten, ist es ratsam, kühlende und feuchtigkeitsspendende Lotionen mit Vitamin A und E und anderen reizlindernden Inhaltsstoffen nach dem Duschen zu verwenden. Bei leichten Schäden helfen kühlende Wickel mit Wasser, Eis oder Topfen. Starke Sonnenbrände sollten mit Präparaten mit Cortison behandelt werden.

Frage 10: Ist man im Wasser automatisch geschützt?

Selbst unser im Sommer so geliebtes Wasser schützt uns nicht vor der Sonneneinstrahlung. Vor dem Schwimmen sollten daher wasserfeste Lotionen aufgetragen werden und gleich nach dem Badespaß muss frischer Sonnenschutz aufgetragen werden. 

AUTOR


Nicole Ecker
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


26.07.2018
QUELLEN
Kosmetik und Körperpflege, M. Bährle-Rapp, Springer Verlag, 4. Auflage, Heidelberg 2012
Häufige Hauttumoren in der Praxis, S. Plötz et al., Springer Verlag, 1. Auflage, Heidelberg 2012
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