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Auswirkungen von Stress

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Oft sind es die vielen Aufgaben, die stressen, besonders wenn der Zeitdruck hoch ist. (Pixabay.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters GESUND IM WALDVIERTEL

Stress bereitet den Körper auf eine Situation vor, in der ihm besondere Leistungen abverlangt werden. Diese Reaktion auf ein Ereignis von außen wird über das Limbische System und den Hypothalamus im Gehirn gesteuert.

Nicht jeder Stress macht krank. Positiver Stress (Eustress) sorgt für die nötige Spannkraft und Leistungsfähigkeit. Bei übermäßiger Beanspruchung befindet sich der Körper in Daueralarmbereitschaft und läuft innerlich auf Hochtouren. Dies bezeichnet man als Distress. Stress hat den Sinn, den Körper auf eine Situation vorzubereiten, in der ihm besondere Leistungen abverlangt werden.

Stress: das genetische Notprogramm

Das genetische Notprogramm Stress, das uns die Evolution mit auf den Weg gegeben hat, um in lebensgefährlichen Situationen entweder mit Kampf oder Flucht rasch zu reagieren, wird zunehmend zum Bumerang. Wenn eine Stresssituation die nächste jagt, wird es für den Körper gefährlich. Dauerstress hat den Nachteil, dass die Hormone und Botenstoffe ungenützt im Körper kreisen und somit gesundheitlichen Schaden anrichten.

So entwickelt sich Dauerstress

Stressoren sind heute nicht wilde Tiere wie vor 100.000 Jahren, sondern chronischer Leistungsdruck und fehlende Ruhe: 20 % der Erwerbstätigen erleben Burnout-ähnliche Phasen, 1/3 aller Arbeitnehmer ist von ungesundem Stress betroffen und die Hälfte aller Krankenstände haben stressbedingte psychische Ursachen.

 

Das Heimtückische daran: Die Stressspirale entwickelt sich im Alltag oft schleichend. Wer sich beispielsweise nur mehr über seine Arbeit definiert, stellt meist überhöhte Anforderungen an sich selbst und ist ein potenzieller Burnout-Kandidat. Er riskiert beim Arbeitsverlust einen Verlust der Identität, wenn sich alles Wichtige im Leben nur mehr arbeitsbezogen abspielt.

Verschiedene Stresstypen

Dabei unterscheidet man unterschiedliche "Stresstypen":

  • der Perfektionist: er kann Dinge niemals großzügig angehen, er verliert sich in Details, die ihm letztendlich Stress machen.
  • der Workaholic: er wiederum spürt lange keine Stresssymptome, da er am Anfang viel Freude an der Arbeit hat. Wer bei jeder zu verteilenden Aufgabe "hier" ruft, zeigt zwar besonderen Einsatz, vernachlässigt dabei aber meist auch die eigenen Bedürfnisse. Charakteristische Vertreter dieses Genres sind Menschen, die nicht "nein" sagen können und es allen recht machen wollen. Diese entwickeln in der Folge auch psychosomatische Beschwerden, sie geraten ständig unter Zeitdruck, da sie ihre eigenen Bereiche vernachlässigen.

Der verstärkte Griff zu "Stresspuffern", wie Alkohol oder Zigaretten ist ein Alarmzeichen dafür, dass das Lebenstempo möglicherweise im oberen Drehzahlbereich liegt. Lustverlust und andere sexuelle Störungen sind Symptome, die zur Selbstdiagnose dienen Dem Partner sollten daher keine Vorwürfe deswegen gemacht werden, denn Stress ist ernst zu nehmen.

Wie äußert sich Stress?

Typische Stresssymptome sind unter anderem:

  • Bluthochdruck
  • Gefäßerkrankungen
  • Kopfschmerzen
  • Magenbeschwerden
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Innere Unruhe
  • Anspannung
  • Energiemangel
  • Konzentrationsschwäche
  • Depressive Verstimmungen
  • Vergesslichkeit
  • Schlaflosigkeit

Um der Stressspirale zu entgehen, ist effektives Stressmanagement auf mehreren Ebenen sinnvoll:

 

 

Stressoren beseitigen oder reduzieren


Auf der körperlichen Ebene sollte die biologische Stresstoleranz - etwa durch Sport – gehoben werden. Täglich eine 1/2 Stunde Laufen, ein Abendspaziergang oder Entspannungsgymnastik machen den Kopf frei und tragen dazu bei, dass Probleme relativiert werden. Je stressiger Ihr Tag, umso wichtiger ist ein positives Morgenritual.

 

Starten Sie mit positivem Denken und betreiben Sie tägliches Time-Management. Ein gut geplanter Tag nach Prioritäten und mit kurzen Pausen ist zur Entlastung absolut wichtig. Bauen Sie Entspannungsübungen oder eine "Auszeit" ein, und betreiben Sie richtiges Energiemanagement. Üben Sie regelmäßig das "Herunterfahren" Ihres Systems, nicht erst wenn "der Hut brennt".

 

 

Einstellungsänderung


Bewertungen und Lebenshaltungen neu zu überdenken, ist ein guter Ansatz. Setzen Sie Prioritäten nach dem Motto: "Eines nach dem anderen, ich lasse mich nicht hetzen". Auch Autogenes Training in akuten Stresssituationen ist hilfreich. Programmieren Sie sich auf Sätze wie "ich bleibe ruhig und gelassen, meine Atmung ist gelassen, ich bin ganz ruhig". Biofeedback und Akupunktur begleiten Gestresste auf dem Weg in ein stressfreieres Leben.

Wo Stress den Körper angreift

Immunsystem


Der erhöhte Cortisol-Spiegel bei Dauerstress bremst die Zytokin-Synthese. Zytokine aktivieren im Normalfall die B-Lymphozyten, die zur Reifung von Helfer- und Killerzellen beitragen. Wird diese Kaskade gebremst, verliert der Körper zusehends an Immunkraft. Dadurch werden die Atemwege anfälliger für Infektionskrankheiten wie etwa Schnupfen oder Husten. Auch Stressherpes ist eine Reaktion auf die Belastung des Immunsytems.

 

Magen


Das Hormon Noradrenalin verengt die Blutgefäße der Verdauungsorgane, durch die schlechte Durchblutung können sich Erreger ungehindert vermehren. Darüber hinaus reagiert der Magen im Stress empfindlich auf Säure.

 

Muskeln


Typisch sind Verspannungen im Bereich der Nackenmuskulatur durch ständige psychische Belastung, diese hemmen den Blutfluss zum Gehirn. Spannungskopfschmerz und Migräne können die Folgen sein. Muskelschmerzen und –verspannungen entstehen infolge eines ständig erhöhten Adrenalin- und Cortisolspiegels.

 

Nerven und Gehirn


Ein erhöhter Cortisolspiegel kann die Funktion des Hippocampus und somit des Gedächtnisses beeinflussen. Die Folge sind Konzentrationsstörung oder ein schlechtes Gedächtnis.

 

Blutgefäße


Chronisch erhöhter Blutdruck führt dazu, dass die Gefäßwände geschädigt werden. Die frei werdenden Schadstoffe führen zu Entzündungen. Blutklümpchen und Fett lagert sich ein und können zu Arteriosklerose und Infarkten führen.

 

Geschlechtsorgane


Cortisol hemmt die Testosteron-Ausschüttung, die Libido sinkt, bei Frauen ist der Menstruations-Zyklus gestört.

Das hilft bei Stress

  • Psychologische Hilfe: Durchgehende Begleitung, die sich nicht auf Sitzungen beschränkt, sondern auf die Kommunikation mit einem vertrauten Spezialisten
  • Soziale Kontakte: Vor allem mit Menschen, die uns gut tun.
  • Körperkontakt: Dadurch erfolgt eine Freisetzung von Oxytocin, Streicheln macht ruhig(er), ist jedoch kein Leistungsprinzip in der Beziehung
  • Bewegung: Ausdauersport baut Adrenalin und andere Stresshormone ab, reguliert die Spannung im Körper (große Muskulatur) und "befördert" diese aus dem Organismus.
  • Elektrolytgaben: Eine wirkungsvolle "Soforttherapie" durch gezielte Ernährung  ist die Gabe von Magnesium, Kalzium und Kalium, da Erschöpfte meist keine Reserven davon haben.
  • Warmwasser: Es vermittelt nicht nur ein Gefühl der Geborgenheit, sondern ist ein ausgezeichnetes Mittel, um die peripheren Gefäße zu erweitern, die chronisch durch Daueradrenalinerhöhung eingeengt waren.
  • Sauna: Hat ebenfalls eine gefäßerweiternde Wirkung, darüber hinaus wird die Atmung angeregt, es kommt zu einer starken Kohlendioxidabatmung und einer Erhöhung des Sauerstoffanteils im Blut.
  • Nach der Sauna: Kuscheln, warme Getränke, Knabbereien, ein gutes Buch – schlafen.

Trotz all dieser Maßnahmen ist Stress jedoch nicht von einem Tag zum anderen zu bewältigen. Geduld und Gelassenheit kann man jedoch auch trainieren und erlernen.

AUTOR


Dr. Doris Simhofer


ERSTELLUNGSDATUM


07.09.2015
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