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Durchfall

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Im Zuge von Durchfall kommt es auch oft zu Bauchschmerzen oder Blähungen. (gmstockstudio - Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters DURCHFALL

Als Durchfall bezeichnen Ärzte eine Stuhlentleerung, die mehr als 3 Mal täglich erfolgt. Der Stuhl ist dabei von einer dünnen, breiigen oder flüssigen Konsistenz.

Meist gehen mit der Erkrankung Bauchschmerzen, Blähungen oder ein Druckgefühl einher. Zu Durchfall kann es infolge einer Infektion mit Viren oder Bakterien kommen. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Laktoseintoleranz), Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn), der Genuss von verdorbenen Nahrungsmitteln (z.B. Salmonelleninfektion) oder infolge einer Medikamenteneinnahme (z.B. Antibiotika) können Durchfall hervorrufen. Eine akute Durchfallerkrankung geht nach wenigen Tagen auch mit Hilfe einer speziellen Diät vorbei. Die chronische Form muss mit entsprechenden Therapien behandelt werden.

Häufigkeit von Durchfall

Durchfall ist ein sehr häufiges Symptom, das fast jeder kennt. Je nach Ursache ist auch die Häufigkeit unterschiedlich: so ist jeder dritte Fernreisende von Durchfall betroffen, etwa 40.000 Österreicher laborieren an Morbus-Crohn oder Colitis ulcerosa bedingten Durchfällen, etwa 30 % der Mitteleuropäer leiden an Nahrungsmittel-Unverträglichen wie Fructoseintoleranz oder Laktoseintoleranz, die mit häufigen Durchfällen einhergehen können.

Durchfall: Ursachen und Diagnose

Ob tatsächlich eine Durchfallerkrankung vorliegt, hängt - neben der Stuhlfrequenz - auch von der Konsistenz des Stuhls ab. Weicher, breiiger oder flüssiger Stuhl ist meist ein Anzeichen einer Durchfallerkrankung.

 

Kommen Bauchschmerzen, Übelkeit oder Fieber hinzu, kann man von einer Erkrankung ausgehen. Durchfall kann daher verschiedene Ursachen haben, die häufigsten:

  • Infektionen mit Krankheitserregern (z.B. E. coli, Rotaviren, Salmonellen, Clostridium difficile)

  • Reizdarmsyndrom

  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Fructoseintoleranz, Sorbitintoleranz, Zöliakie)

  • Genuss von verdorbenen Lebensmitteln (z.B. Salmonelleninfektion, Reisedurchfall)

  • Medikamentenbedingte Ursachen (z.B. Antibiotika, Schmerzmittel)

 

Gefahr des Austrocknens

Im Zuge einer Durchfallerkrankung scheidet der Körper übermäßig viel Flüssigkeit aus, in der Folge kann es zu einem Elektrolytverlust kommen. Das biochemische Gleichgewicht gerät aus der Balance, der Körper kann nicht mehr ausreichend mit Flüssigkeit und Mineralstoffen versorgt werden, vor allem für Kinder und ältere Menschen ist diese Situation bedrohlich. Der Körper kann im wahrsten Wortsinn "austrocknen", der Kreislauf versagen.

 

Diagnose von Durchfall

Die Diagnose "Durchfall" richtet sich daher auch wesentlich nach den Ursachen, die häufigem Stuhlgang zugrunde liegen.

 

Durchfall kann in 2 Formen auftreten

  • akuter und

  • chronischer Durchfall

 

Zu akutem Durchfall kommt es häufig infolge von Infektionen im Magen-Darmbereich. Durch bestimmte Erreger (z.B. E. coli) kommt es zu einer Reizung und in der Folge zu einer Entzündung der Darmschleimhaut. Bei akuten Durchfällen ist der Grund den Betroffenen meist bekannt, er reicht von Infektionen bis hin zum Genuss verdorbener Nahrungsmittel. Auch psychischer Druck ("Prüfungsangst") kann akute Durchfälle verursachen, die aber nur kurze Zeit dauern. Üblicherweise vergeht diese Erkrankung mit entsprechender Diät innerhalb von 14 Tagen bzw. sobald der psychische Druck vorbei ist.

 

Chronischer Durchfall

Chronischer Durchfall hingegen kann ein Leitsymptom von anderen Grunderkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Reizdarm) sein. Kommen ständige Symptome wie Blähungen, Fieber oder Gewichtsverlust hinzu, muss daher eine genaue ärztliche Untersuchung erfolgen. Der Arzt erhebt zunächst das Beschwerdebild, befragt Sie nach Schmerzen, Medikamenteneinnahme, Stuhlgang, Häufigkeit und Konsistenz des Stuhls, nach Lebensumständen und Ernährung.

 

Mögliche Ursachen einer Durchfallerkrankung können mithilfe einer endoskopischen Untersuchung (Koloskopie) abgeklärt werden. Dabei ist es nicht nur möglich, Veränderungen an der Darmschleimhaut zu diagnostizieren, sondern - wenn erforderlich - auch Gewebeproben (Biopsie) zu entnehmen. Die Entnahme einer Stuhl- oder Blutprobe kann Hinweise auf mögliche Erreger der Durchfallerkrankung geben.

Therapie bei Durchfall

Durchfall kann – und wird auch oft – symptomatisch behandelt, ohne dass man die Ursache kennt. Vor allem bei Kleinkindern und älteren Menschen ist jedoch rasche Hilfe angezeigt.

 

Gerade bei diesen Gruppen ist es sehr wichtig, ein Austrocknen des Körpers zu verhindern, denn sonst kann das lebensbedrohliche Folgen haben. Die WHO empfiehlt bei Durchfall eine Elektrolytlösung, die in der Apotheke erhältlich ist. Auch selbst gemischte Lösungen, bestehend aus

  • ½ Liter Mineralwasser

  • ½ Liter Orangensaft

  • 8 TL Zucker (gestrichen)

  • ¾ TL Salz

 

können die verlorenen Spurenelemente und Mineralstoffe wieder ersetzen.

 

Aktivkohle bindet Schadstoffe

Medizinische Aktivkohle ermöglicht es aufgrund ihres hohen Bindungsvermögens giftige Stoffe, Viren und Bakterien im Darm zu binden und dafür zu sorgen, dass diese ausgeschieden werden und sich der Darm wieder rasch regeneriert.

 

Durch die Einnahme von Probiotika (Joghurt, spezielle Präparate…) kann die Erkrankung verkürzt werden, da diese Nahrungsmittel die Darmschleimhaut wieder aufbauen.

 

Was Sie selbst tun können

Achten Sie auf Hygiene beim Kochen und Waschen von Nahrungsmitteln (insbesondere bei Gemüse, Obst aber auch Hühnerfleisch...). Häufiges Händewaschen beugt einer Infektion ebenfalls vor. Eine ausgewogene Balance "guter" Darmbakterien - durch entsprechende Ernährung - schützt den Darm.

Fragen an den Arzt

  • Wann muss ich bei Durchfall zum Arzt?

  • Welche Hausmittel helfen bei Durchfall?

  • Wann ist Durchfall ansteckend?

  • Wie lange muss ich Antibiotika einnehmen?

  • Was kann ich bei einer Salmonelleninfektion tun?

Weiterführende Informationen

AUTOR


Dr. Doris Simhofer
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik / Mag. Sylvia Neubauer


ERSTELLUNGSDATUM


28.07.2017
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Thomas Haas
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie
LETZTES REVIEW
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