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Langzeitsauerstofftherapie

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Bei der Langzeitsauerstofftherapie wird über eine Nasensonde, die mit einem Sauerstoffbehälter verbunden ist, Sauerstoff zugeführt. (zarg404 - Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters COPD

Eine Sauerstoff-Langzeittherapie verhilft Menschen mit chronischem Sauerstoffmangel durch Zufuhr von medizinischem Sauerstoff zu einer Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Symptome wie kurzfristige Erschöpfung, Atemnot und Schwächegefühl sind Anzeichen eines niedrigen Sauerstoffgehalts (Hypoxämie) im arteriellen Blut. Bei einer Sauerstofftherapie erfolgt die Sauerstoffversorgung durch spezielle Geräte, die vor allem bei einer Langzeittherapie zu Hause sowie bei mobilen Patienten auch für unterwegs zum Einsatz kommen.

Wem nützt eine Sauerstoff-Langzeittherapie?

  • Personen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, z.B. COPD

  • Personen, bei denen Atemwege verlegt oder verengt sind, z.B. als Folge einer Lungenerkrankung und Atemwegserkrankungen

  • Bei gewissen Formen der Herzerkrankungen

  • Personen mit wiederkehrenden Lungenembolien

  • Personen mit Lungenkrebs oder anderen Lungenerkrankungen, bei denen Teile der Lunge operativ entfernt werden mussten

  • Personen, deren Brustkorb durch Verformung eingeengt ist

  • Personen mit Lähmungen im Bereich der Atemmuskulatur

Was passiert bei einer Sauerstoff-Langzeittherapie?

Bei einer Sauerstoff-Langzeittherapie wird dem Patienten mehrmals täglich medizinischer Sauerstoff zugeführt. Damit erhöht sich der Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut und verbessert automatisch die Leistungsfähigkeit und somit die Lebensqualität. Für die Sauerstoffversorgung benötigt man einen sogenannten Sauerstoffkonzentratorein stromabhängiges Gerät, welches beim Einatmen über eine Nasensonde aus Kunststoff oder ein spezielles Mundstück Sauerstoff liefert und vorwiegend bei immobilen Patienten verordnet wird. Die mobile Variante wird meist in Form von Flüssigsauerstoffsystemen angeboten, die mit tiefgekühltem Sauerstoff abgefüllt sind. Mit dem Inhalt eines thermoisolierten Tanks können die Patienten kleine, tragbare Geräte füllen und je nach Füllmenge 2 bis 8 Stunden außerhalb ihrer eigenen vier Wände verbringen.

 

Eine unerwünschte Nebenwirkung der Sauerstofftherapie kann anfangs ein Austrocknen der Nasenschleimhaut sein, was jedoch durch einen dem Sauerstoffgerät vorgeschalteten Befeuchter gelindert werden kann.

Wann kommt eine Sauerstoff-Langzeittherapie zum Einsatz?

Eine Sauerstoff-Langzeittherapie kommt nur dann zur Anwendung, wenn der sogenannte Sauerstoff-Partialdruck (er besagt, wie hoch die Menge des im arteriellen Blut gelösten Sauerstoffs ist) bei mehreren arteriellen Blutgasanalysen innerhalb von vier Wochen drei Mal unter 55 mmHg (COPD) bzw. unter 60 mmHg (bei COPD inklusive schweren Begleiterkrankungen wie Cor pulmonale) gelegen ist. Grundsätzliche Voraussetzung für diese Therapie ist, dass Alternativbehandlungen sowie medikamentöse Behandlungen ausgeschöpft worden sind.

 

Die Sauerstoff-Langzeittherapie wird langfristig durchgeführt und soll täglich mindestens 16 Stunden angewendet werden. Ein großer Teil davon kann auch in der Nacht verabreicht werden.. Durch die Sauerstoffgabe wird der Sauerstoffgehalt in den Lungenbläschen erhöht und die durch chronischen Sauerstoffmangel verengten Gefäße können wieder erweitert werden.

 

Absoluter Rauchverzicht ist erforderlich, da sonst Verbrennungs- und Explosionsgefahr besteht.

Die wichtigsten Fragen zur Sauerstoffabgabe

Darf ich die Sauerstofftherapie beenden, wenn es mir besser geht?

Eine Unterbrechung oder Beendigung der Sauerstofftherapie müssen Sie auf jeden Fall mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

 

Wer verordnet die Sauerstoff-Langzeittherapie?

Bei medizinischem Sauerstoff handelt es sich um ein Arzneimittel, welches nur nach ärztlicher Verordnung verabreicht werden darf.

 

Viele Patienten benötigen eine unterschiedliche Sauerstoffdosis im Ruhezustand, während körperlicher Belastung und während des Schlafes. Daher sollte auf keinen Fall eigenständig ohne ärztliche Absprache Sauerstoff angewendet werden.

 

Was kann ich als Patient zum Gelingen der Therapie beitragen?  

Damit Sie von der Sauerstofftherapie bestmöglich profitieren, sollten Sie die Therapievorgabe Ihres Arztes zur Sauerstoffmenge und zur täglichen Anwendungszeit konsequent befolgen. Ebenfalls wichtig sind die Hygienevorschriften, die je nach Art des Sauerstoffgerätes inklusive Zubehör strikt eingehalten werden müssen. Eine Kontrolluntersuchung sollte jeweils im Abstand von 3 Monaten oder in Absprache mit Ihrem Arzt erfolgen.

 

Unsaubere Tanks oder Mundstücke können in manchen Fällen zu Infektionen führen. Dem können Sie vorbeugen, indem Sie die Geräte immer sorgsam pflegen.

 

Wo liegen die Grenzen dieser Therapieform?

Grundsätzlich steigert eine Sauerstoff-Langzeitbehandlung bei betroffenen Patienten die Lebensqualität und der Patient kann seinen Alltag wieder uneingeschränkter bewältigen. Langfristig und mindestens 16 Stunden pro Tag angewendet, kann die Sauerstoff-Langzeittherapie auch lebensverlängernd wirken. Nähere Informationen erhalten Sie von Ihrem zuständigen Arzt.

 

Kosten und Krankenkasse

Medizinischer Sauerstoff ist nach den arzneimittelrechtlichen Bestimmungen als Fertigarzneimittel zugelassen. Wie für andere verschreibungspflichtige Medikamente übernimmt die Krankenkasse nach Prüfung und Zustimmung auch die Kosten für eine Sauerstoff-Langzeittherapie. Die Versorgung mit medizinischem Sauerstoff erfolgt über Firmen, mit denen die jeweilige Gebietskrankenkasse Verträge abgeschlossen hat. Die Kosten in Höhe einer Rezeptgebühr trägt der Patient pro Füllung einer Sauerstoffflasche selbst. Ausnahme: Bei Rezeptgebührenbefreiung fällt keine Gebühr an.

Fragen an den Arzt

  • Was muss ich während einer Langzeitsauerstofftherapie beachten?

  • Mir wurde die mobile Variante der Langzeitsauerstofftherapie verordnet. Wie lange kann ich damit außer Haus bleiben?

  • Wie lange muss eine Langzeitsauerstofftherapie anwenden, damit sich meine Symptome bessern?

  • Ich bin nicht rezeptgebührenbefreit. Welche Kosten fallen für das Nachfüllen der Sauerstoffflasche an?

  • Woran erkenne ich, dass die Sauerstoffflasche leer wird?

AUTOR


Gabriele Weidinger
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


03.04.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
PRIM. UNIV.-PROF. DR. Meinhard Kneussl
Abteilungsvorstand 2. Medizinische Abteilung – Lungenabteilung, Wilhelminenspital Wien, Medizinische Universität Wien
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