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Feinstaub und COPD

Frau hustet auf gut befahrener Straße wegen Feinstaubbelastung
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Neben Rauchen zählt die Feinstaubbelastung zu den häufigsten Auslösern einer COPD. (Josep Suria / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters COPD

Der aus winzigen Teilchen bestehende Feinstaub stellt eine große Herausforderung für die Lunge dar.

Feinstaub ist der Luftschadstoff Nr.1. Er besteht aus winzigen Teilchen unterschiedlicher Größe und chemischer Zusammensetzung. Im Gegensatz zum Grobstaub ist der Feinstaub sehr klein und nicht sichtbar. Er hat einen Durchmesser von 10 µm (Mikrometer) und kleiner. Im Vergleich dazu ist ein Kopfhaar ca. 10 Mal so dick. Feinstaub schwebt in der Luft, die wir atmen und je nach Gebiet ist die Konzentration der schädlichen Stoffe höher oder niedriger.

Wie entsteht Feinstaub?

Feinstaub ist ein unerwünschtes Nebenprodukt bei der Verbrennung oder bei Schleifprozessen. Als Hauptverursacher der Feinstaubbelastung gelten der Straßenverkehr, Hausbrand sowie Industrie, Kraftwerke, Bauwirtschaft und Landwirtschaft.

 

Das Verkehrsaufkommen trägt neben dem giftigen Ausstoß zusätzlich durch das Aufwirbeln des Straßenstaubs negativ zur Feinstaubbelastung bei. Besonders schädliche und von der EU mit Höchstgrenzwerten reglementierte Schadstoffe sind unter anderem Stickoxide (NOx), Schwefeloxide (SOx), und Ammoniak (NH3).

Wie gesundheitsschädlich ist Feinstaub?

Aufgrund ihrer geringen Größe können Feinstaub-Partikel leicht in den Körper eindringen und Gesundheitsschäden verursachen. Sie können mit der Atemluft über die Atemwege bis zur Lunge gelangen und sogar die Lungenbläschen erreichen. Babys und Kleinkinder, ältere Menschen über 65 sowie Personen mit einer chronischen Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung sind besonders gefährdete Personengruppen.

 

Man unterscheidet zwischen akuten Reaktionen auf die Luftverschmutzung, die unmittelbar und zeitnahe einsetzen (Husten, Bronchitis, Asthmaanfälle) und chronischen Erkrankungen in Folge einer langfristigen Schadstoffwirkung. Univ.-Prof. Dr. Sylvia Hartl, Lungenfachärztin im Otto-Wagner-Spital sagt: "Es habe sich gezeigt, dass Krankenhaus-Akutzuweisungen, Spitalsaufnahmen, Asthmaanfälle und COPD-Verschlechterungen in kurzer Zeit mehr werden, wenn die Feinstaubbelastungen erhöht sind."

Luftschadstoffe und COPD

"Hohe Belastungen schaden vor allem jenen, die bereits krank sind." so Prof. Hartl, Forschungsleiterin der Österreichischen Lungengesundheitsstudie (LEAD), die bereits seit acht Jahren mehr als 11.500 Probanden untersucht. "Mit der LEAD-Studie versuchen wir, Ursachen und Hintergründe von Lungenerkrankungen wie COPD und Asthma zu identifizieren, um dadurch betroffenen Personen in Zukunft verbesserte Behandlungsmethoden zu eröffnen, sowie Lungenerkrankungen zu vermeiden." Die Studie macht Umwelteinflüsse sichtbar, die Ergebnisse sind besorgniserregend.

 

Kinder und Jugendliche sind am stärksten von obstruktiven Atemwegserkrankungen betroffen, zudem sind Lungenerkrankung in der Kindheit der wichtigste Wegbereiter für spätere chronische Lungenerkrankungen und auch dafür, andere Begleiterkrankungen zu entwickeln. "An der Gefahr des Feinstaubs besteht wissenschaftlich kein Zweifel. Er löst Entzündungen in den Atemwegen aus, das wurde in einer Reihe von Studien nachgewiesen", sagt auch Prim. Univ.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) und Pneumologe am Kepler Klinikum in Linz.

 

Weltweit ist COPD die häufigste tödliche Erkrankung durch Feinstaub. "Die Hälfte aller Betroffenen sind Nichtraucher, sie leiden also an Risiken aus der Umwelt wie etwa Belastungen aus dem Straßenverkehr", sagt Lamprecht. Daten der WHO zeigen, dass pro Jahr in Österreich rund 2.900 Todesfälle auf die zu hohe Luftverschmutzung zurückzuführen sind. Zusätzlich werden durch die Feinstaubpartikel zahlreiche Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen verursacht.

Was kann ich gegen eine zu hohe Feinstaubbelastung tun?

Es gibt gut untersuchte Kurzzeiteffekte! Etwa bei einer Studie aus England, bei der zwei Gruppen entlang der Oxford Street und im Hyde Park spazieren geschickt wurden. Die Gruppe, die an der stark befahrenen Straße unterwegs war, hatte weit höhere Entzündungswerte in den Schleimhäuten und Atemwegen als die Kontrollgruppe. Daher sollte man Hauptverkehrsadern meiden und verkehrsschwächere Wege wählen. Und natürlich gilt: Land, Wald, Natur – so oft es geht!

 

Tipps & Tricks

  • Naturoasen in der Stadt aufsuchen: Spaziergänge im Park und nicht entlang der Straße
  • Fahrradwege wählen, die nicht unmittelbar neben einer stark befahrenen Straße liegen
  • Fahrten mit dem eigenen PKW vermeiden, wo immer es geht
  • Alpine Luft schnuppern: die Höhenluft in den Bergen ist nur sehr gering feinstaubbelastet
  • Den Aufenthalt in verrauchten Räumen weitestgehend meiden
  • Die eigene Wohnung zu verkehrsschwächeren Zeiten lüften

 

Der Feinstaub in der Luft trifft alle Menschen, daher sind gesetzliche Grenzwerte und Fahrverbote wichtig. Grenzwerte für Luftschadstoffe zielen darauf ab, im Sinne der Vorsorge, die gesamte Bevölkerung zu schützen. Sie sind so abgeleitet, dass auch empfindliche Gruppen wie etwa Personen mit Erkrankungen (zB. Asthma und COPD) geschützt werden.

AUTOR


Anja Orleth


ERSTELLUNGSDATUM


26.02.2019
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