×

COPD und COVID-19

COPD ist ein Risikofaktor
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Menschen mit COPD zählen zur Risikogruppe und sollten sich besonders genau an die Sicherheitsmaßnahmen halten. (Janthiwa Sutthiboriban / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters COPD

Obwohl Menschen mit COPD zur Risikogruppe für schwere COVID-19-Verläufe gehören, können sie sich durch einige Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln schützen.

Aktuell sind die Schlagzeilen voll mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 bzw. COVID-19, der am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation WHO offiziell zu einer Pandemie erklärt wurde. Für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie COPD ist es besonders wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um sich vor der Erkrankung zu schützen. Grundsätzlich jedoch gilt: Nicht in Panik verfallen.

Was ist COVID-19?

Die Erkrankung COVID-19 wird ausgelöst durch eine neue Art von Coronaviren (SARS-CoV-2), die erstmals 2019 beim Menschen entdeckt wurden. Coronaviren gehören zu einer großen Familie von Viren, die Krankheiten von der gewöhnlichen Grippe bis hin zu schwereren Erkrankungen, wie das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (SARS) auslösen können. Zu den Symptomen von COVID-19 gehören Fieber, Husten, Halsschmerzen und Atembeschwerden. Bei über 80 % der Erkrankten wurde ein milder Verlauf festgestellt.

Gefährdete Personengruppen

Es gibt einige Personengruppen, die unter einem höheren Risiko stehen, einen schwereren Krankheitsverlauf zu erleiden. Dazu gehören ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie etwa Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen. Auch Personen, die unter der Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden, sind gefährdet. Durch COPD ist die Lunge bereits chronisch entzündet und das Immunsystem geschwächt. Außerdem ist der Anteil an älteren Menschen unter COPD-Patienten hoch. Bei einer zusätzlichen Erkrankung an COVID-19 haben Patienten zu wenig Kapazitäten, diese Erkrankung ohne Behandlung zu überwinden. Es ist daher sowohl für Risikogruppen selbst als auch für Angehörige wichtig, die Situation ernst zu nehmen. Wenn Sie einige Verhaltensregeln beachten, können Sie der COVID-19-Erkrankung entgegenwirken.

Jeder kann in Kontakt mit dem Virus geraten. Deshalb ist es wichtig, einige Verhaltensregeln einzuhalten, um sich selbst und andere zu schützen und die weitere Verbreitung des Virus vorzubeugen:

  • Gründliches Händewaschen: Das bedeutet regelmäßiges Händewaschen unter fließendem Wasser. Dabei gründlich einseifen (mindestens 20 Sekunden) und abspülen. Gründlich und überall abtrocknen, am besten mit einem Einmalhandtuch.
  • Hände weg vom Gesicht: Vermeiden Sie vor allem Mund, Augen und Nase mit den Händen zu berühren.
  • Husten- und Niesetikette: Halten Sie Abstand und husten und niesen Sie nur in Ihre innere Ellenbeuge oder in ein Taschentuch, um Tröpfchen abzufangen.
  • Abstand halten: Meiden Sie Menschenansammlungen und besuchen Sie öffentliche Einrichtungen nur, wenn es dringend erforderlich ist.
  • Selbstisolierung: Bleiben Sie so oft es geht zuhause, um sich und Ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen. Bitten Sie zum Beispiel jüngere Personen für Sie einkaufen zu gehen.
  • Vermeiden Sie den Kontakt zu Personen, die Symptome des Coronavirus zeigen. Wenn Sie selbst Symptome haben oder in Kontakt zu einer infizierten Person standen, kontaktieren Sie das Gesundheits- und Sozialministerium telefonisch über die Hotline 1450.

 

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen sollten Menschen mit COPD auf weitere Verhaltensweisen achten, da eine zusätzliche Infektion das Risiko erhöht, einen schwereren Krankheitsverlauf des Coronavirus zu erleiden:

  • Kontaktieren Sie Ihren Arzt telefonisch, falls unbekannte bzw. neue Symptome auftreten, oder rufen Sie die 1450 an.
  • Verwenden Sie weiterhin regelmäßig die Dauermedikation, sodass die Grunderkrankung weiter behandelt werden kann.
  • Wenn Sie spazieren gehen möchten, gehen sie am besten allein oder nur mit Menschen, die in Ihrem Haushalt leben.

Mythen rund um das Coronavirus und COVID-19

Aktuell kursieren viele Mythen und Falschmeldungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus und COVID-19. In einem Skype-Interview mit Thomas Stodulka von der Österreichischen Lungenunion klärt Prim. Dr. Aschang Valipour über einige dieser Mythen auf:

  • Handelsübliche Masken (auch Feinstaubmasken aus dem Baumarkt) schützen nicht vor dem Virus.
  • Desinfektionsmittel sind notwendig für den medizinischen Bereich und nicht im normalen Alltag! Übertriebener Gebrauch kann bei Menschen mit Atemwegserkrankungen sogar schaden, da eine allergische Reaktion auf die Inhaltsstoffe ausgelöst werden kann.
  • Es wird aus heutiger Sicht keine Engpässe bei Lungenmedikamenten geben. Im Gegenteil: Aufgrund des erhöhten Bedarfs werden Hersteller die Produktion womöglich steigern.
  • Man kann sich nicht über Medikamente, die in Asien hergestellt wurden, mit COVID-19 anstecken. Die Medikamentenzubereitung unterliegt strengen Hygienekriterien und sollte ein Virus auf ein Medikament gelangen, würde es den langen Weg des Transports nicht überleben.
AUTOR


Clara Wesselowsky
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


31.03.2020
WEITERE GESUNDHEITSFENSTER-ARTIKEL
COPD ist auch als Raucherlunge bekannt
COPD
Von der Lungenkrankheit COPD sind hauptsächlich Raucher betroffen. Die Symptomatik reicht bis zu einem starken Rückgang der Lebensqualität.
Reisekoffer gepackt für Person die mit COPD reist
Reisen mit COPD: Gute Vorbereitung ist Voraussetzung
Auch mit der berüchtigten Lungenkrankheit COPD sind schöne Urlaube möglich. Wir verraten, welche Ziele möglich sind und worauf Sie achten sollten.
Langzeitsauerstofftherapie (mit Video)
Eine Sauerstoff-Langzeittherapie verhilft Menschen mit chronischem Sauerstoffmangel zu einer Verbesserung ihrer Lebensqualität.
Arzt zerbricht eine Zigarette vor einem Röntgenbild
Die häufigsten Fragen zu COPD (mit Video)
Ungefähr 800.000 Österreicher sind von der Lungenerkrankung COPD betroffen, in erster Linie macht ihnen Atemnot, Husten und Auswurf zu schaffen.
Reha-Maßnahme bei COPD: Mann trainiert am Ergometer.
COPD: Reha verbessert die Lebensqualität
Bei einer COPD-Erkrankung besteht die Reha aus verschiedenen Maßnahmen, die umgesetzt werden können.
Frau hustet auf gut befahrener Straße wegen Feinstaubbelastung
Feinstaub und COPD
Rauchen ist der größte, aber nicht einzige Risikofaktor für die Lungenkrankheit COPD. Auch die Feinstaubbelastung spielt eine Rolle.

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von gesund.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von gesund.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von gesund.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.

Information zur Datenverarbeitung in Drittstaaten
Die Informationen werden durch Partner und Anbieter ggf. auch in Drittstaaten (z.B. USA) verarbeitet. Damit besteht das Risiko, dass keine Datenschutz-Aufsichtsbehörde besteht und Betroffenenrechte u.U. nicht durchgesetzt werden können. Mit deiner Einwilligung erklärst du dich ungeachtet dessen mit der Verarbeitung deiner Daten in Drittstaaten einverstanden.