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Biologika-Therapie bei schwerem Asthma

Asthmatikerin inhaliert mit ihrem Asthma-Spray.
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Biologika sind für Asthmatiker in manchen Fällen eine gute Behandlungsalternative. (Pixel-Shot / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes ASTHMA

Asthma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, von der weltweit rund 300 Millionen Menschen betroffen sind.

Ca. 5 % davon leiden an einer schweren Form von Asthma. Gerade für sie ist es wichtig, passende Therapien zu finden, um einen Alltag ohne Einschränkungen zu ermöglichen. Hierbei kommen immer öfter Biologika zum Einsatz – doch was steckt eigentlich hinter dieser Therapie?

Was sind Biologika?

Biologika sind maßgeschneiderte Medikamente, die genau und zielgerichtet ein bestimmtes Molekül im Rahmen der Immunantwort erkennen – so können z.B. überschüssig produzierte Botenstoffe gestoppt und neutralisiert werden. Sie werden in vielen verschiedenen Bereichen bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie z.B. Asthma, Rheuma oder Neurodermitis eingesetzt.

 

Biologika werden im Unterschied zu anderen Medikamenten nicht synthetisch hergestellt, sondern über Säugetierzellen oder Bakterien. Die Wirkstoffkomponenten sind dabei groß und komplex – aus diesem Grund können Biologika nicht oral verabreicht werden, da die Darmwand sie wegen ihrer Größe nicht aufnehmen kann. Stattdessen werden sie durch Injektion, also als Spritze beim Arzt oder über sogenannte Devices wie einen Pen vom Patienten selbst verabreicht.

 

Bei der Biologika-Therapie kommen Antikörper zum Einsatz, der Körper kennt diese Art von Zellen schon – die Reaktion des Immunsystems kann somit gut vorhergesagt und die Therapie daran angepasst werden. Biologika unterstützen das Immunsystem also genau dort, wo es notwendig ist.

Biologika-Therapie bei schwerem Asthma

Bevor die Biologika-Therapie bei schwerem Asthma zum Einsatz kommen kann, müssen einige Faktoren abgeklärt werden.

 

Wenn das Asthma nicht mehr gut kontrolliert ist, der Patient also häufiger an Symptomen oder sogar Asthmaanfällen leidet, dann sollte der Hausarzt an einen Lungenfacharzt oder an ein spezialisiertes Zentrum überweisen. Dort kann eine angemessene Diagnose gestellt werden, bei der unter anderem untersucht wird, worin die Ursachen der Erkrankung liegen – also eine Zuordnung zu einem Endotyp erfolgt. Je nachdem, wie sich die Symptome äußern, kann außerdem analysiert werden, welche Phänotypisierung vorliegt.

 

Auch Komorbiditäten, also mögliche Begleiterkrankungen, die zu einer Verschlechterung des Asthmas beitragen können, müssen abgeklärt und behandelt werden. Oft liegt es auch an einer schlechten Inhalationstechnik, dass die derzeitige Therapie beim Patienten nicht ausreichend anschlägt – in diesem Fall bekommt der Patient nochmals eine genaue Inhalationsschulung.

 

Wenn all diese Dinge abgeklärt sind und der Patient trotz ausgeschöpfter Therapiemöglichkeiten Symptome hat und in seinem Leben durch die Krankheit eingeschränkt wird, dann kommen Biologika zum Einsatz. Durch die vorangegangenen Untersuchungen kann die Biologika-Therapie dann passgenau auf den Patienten abgestimmt werden. Denn jedem Patienten steht eine angemessene Therapie zu, die seine Lebensqualität verbessert.

AUTOR


Melanie Lette
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


08.07.2021
QUELLEN
"Asthma-Leitlinie. Eine Frage des Typs." von Bischoff, Angelika. In: Clinicum Pneumo 2/2021, pp.14-15.
"Antikörpertherapie und Studiendaten. Update 2021 – Asthma bronchiale." von Pohl, Wolfgang & Renner, Andreas. In: Universum Innere Medizin 02/21, pp.15-18.
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