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Diagnose Asthma: Und jetzt?

Asthmatiker hat einen Anfall und greift nach Inhalator
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Nach der Diagnose Asthma sind guter Rat und passende Erste Hilfe-Maßnahmen viel wert. (Aquarius Studio / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes ASTHMA

Mit der Diagnose Asthma sind Sie nicht alleine. Rund 500.000 Österreicher und Österreicherinnen sind davon betroffen. Eine gute Therapie ermöglicht ein weitgehend beschwerdefreies Leben.

Wie bei allen chronischen, aber behandelbaren Krankheiten ist ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis wichtig, um eine wirksame Therapie zu ermöglichen. Der Patient sollte offen über Symptome und Beschwerden sprechen bzw. diese auch beobachten – so kann die Behandlung bei Bedarf angepasst werden. Welche Arztgruppen therapieren Asthma?

 

Allgemeinmediziner

Asthma ist eine chronische Entzündung, bei welcher Symptome episodenhaft auftreten - deren Auslöser sind vielfältig. Gerade deswegen ist eine umfangreiche Anamnese wichtig: Eine gründliche Befragung zur Vorgeschichte des Patienten und eine Lungenfunktionsmessung durch den behandelnden Arzt tragen zur genauen Diagnosestellung bei. Milde und mittelschwere Asthma-Formen können vom Allgemeinmediziner therapiert werden. Meistens sind sie auch die ersten, die mit den Symptomen der Patienten konfrontiert werden. Bei anhaltenden Beschwerden wie Husten, Engegefühl in der Brust, Atemnot oder pfeifender Atmung kann der Allgemeinmediziner eine Überweisung zum Lungenfacharzt oder zu einem anderen Spezialisten anordnen.

 

Lungenfacharzt

Wird der Patient vom Allgemeinmediziner mit dem Verdacht auf Asthma oder wegen anhaltender Symptome überwiesen, können weitere Untersuchungen anstehen: auch Bluttests spielen eine tragende Rolle, denn die Ergebnisse geben Hinweise auf den genauen Auslöser der Reizung. Hier treffen viele Bausteine aufeinander, die, richtig zusammengebaut, die exakte Diagnose ergeben und somit auch zur richtigen Behandlung für den jeweiligen Patienten führen.

 

Den richtigen Spezialisten finden

Oft ist Asthma mit anderen Erkrankungen verknüpft. Die Überweisung an die passenden Spezialisten passiert durch den Allgemeinmediziner oder Lungenfacharzt. Bei allergischem Asthma kann somit eine Überstellung an ein Allergiezentrum sinnvoll sein. Bei chronischem Schnupfen ist es notwendig, den HNO-Arzt aufzusuchen und bei Diabetes erfolgt die Überweisung an den Internisten oder Endokrinologen.

Was kann ich als Patient tun?

Adhärenz

Jeder fünfte Patient, der langfristig Medikamente einnehmen muss, setzt diese vorzeitig ab. Mangelnde Therapietreue gefährdet weitreichend den Behandlungserfolg. Gerade bei einer entzündlichen Erkrankung wie Asthma ist die dauerhafte und korrekte Einnahme der verordneten Medikamente essentiell, damit es zu keiner Verschlechterung der Krankheitssymptome kommt.

 

Adhärenz bezeichnet die aktive Zusammenarbeit von Arzt und Patient im Sinne einer gemeinsamen Entscheidungsfindung und Therapiezielvereinbarung. Der Arzt geht, soweit möglich, auf die persönlichen Lebensumstände des Patienten ein, um ein erreichbares Therapieziel festzulegen. Dennoch kann dieses gemeinsam vereinbarte Ziel nur erreicht werden, wenn sich auch der Patient an die vorgegebenen Anweisungen des Arztes hält. Dies bedeutet unter anderem, das verschriebene Medikament zum vorgegebenen Zeitpunkt einzunehmen, weitere Therapieempfehlungen wie eine Ernährungsumstellung durchzuführen und die Therapie nicht eigenmächtig abzubrechen. Denn auch bei einer subjektiven Einschätzung des eigenen Zustandes ist es notwendig, sich das OK des Arztes einzuholen. 

 

Selbstmanagement

Den eigenen Körper zu beobachten trägt viel dazu bei, dass Patienten nicht das Gefühl haben, die Kontrolle verloren zu haben. Die regelmäßigen Aufzeichnungen der Beschwerden bzw. das Bewerten der Asthmakontrolle können dem Arzt wichtige Hinweise auf eine nötige Anpassung der Therapie geben. Ein nützliches Tool ist hierbei das Peakflow-Meter: dies ist ein tragbares, mechanisches oder elektronisches Messgerät, mit dem sich die Stärke des aus den Lungen ausgestoßenen Luftstroms messen lässt. Zwar kann es die konventionelle Lungenfunktionsprüfung beim Facharzt nicht ersetzen, es eignet sich aber zur Verlaufsbeobachtung bei Patienten mit variablen Atemflussstörungen.

 

Körperliche Aktivität & Atemübungen

Nach Absprache mit dem Arzt können körperliche Aktivitäten gefunden werden, die für den Patienten geeignet sind. Übungen, welche den Körper kräftigen, stärken gleichzeitig auch die Atemmuskulatur – dies kann wiederum zu einer Verbesserung der Symptome führen. Atemgymnastische Übungen können gerade bei Asthmaanfällen erste Hilfe leisten, damit z.B. die Atemnot schnell gelindert wird.

 

Vermeidung der Reizstoffe

Wenn das auslösende Allergen gefunden wurde, sollte dieser Stoff so gut wie möglich gemieden werden. Auslöser wie Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben, aber auch mögliche Reizungen durch Zigarettenrauch, Kälte oder sportliche Belastung können zu einem Asthmaanfall führen – dies kann wiederum eine Verschlechterung der grundlegenden Entzündung bedingen. Somit ist es für den Asthma-Patienten wichtig, die persönlichen Auslöser zu kennen und diese zu vermeiden – auch bei nicht-allergischem Asthma!

 

Aufgeklärte Patienten können somit viel dazu beitragen, ihr Asthma unter Kontrolle zu bekommen. Mit der richtigen Therapie und einem guten Selbstmanagement können Sie weiterhin Ihren alltäglichen Verpflichtungen nachkommen. Beachten Sie hierbei die Empfehlungen Ihres Arztes und teilen Sie Veränderungen Ihrer Symptome umgehend mit - somit kann eine passende Behandlung für Sie gefunden werden. 
 

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


19.12.2019
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