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Gesundheits-Check für Menschen mit Asthma

Gut vorbereitet zum Arzt
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Das kurze Durchgehen einer Checkliste erleichtert Asthma-Patienten den Arztbesuch. (Lopolo / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters ASTHMA

Bei der chronisch entzündlichen Erkrankung Asthma gehören häufige Arztbesuche für die Patienten zum Alltag.

Gerade als sportliche Person sieht man die Krankheit als großen Einschnitt, da die Betroffenen oft davon ausgehen, gar keinen Sport mehr betreiben zu können. Dies ist jedoch nicht der Fall – es müssen nur die richtigen Vorbereitungen getroffen werden. Und dazu gehört – für alle Asthmapatienten – der regelmäßige Gesundheits-Check beim Arzt.

Der Arztbesuch: Befragung und körperliche Untersuchung

Als Asthmapatient kennt man meist seinen behandelnden Arzt relativ gut – man sieht ihn ja auch in regelmäßigen Abständen. Dennoch kann es beim Arztbesuch dazu kommen, dass man vergisst, etwas mitzuteilen oder seine eigene Lage als besser einschätzt, als diese eigentlich ist. Häufig hat man sich auch an Einschränkungen aufgrund seines Asthmas gewöhnt und spricht nicht explizit über Beschwerden mit seinem Arzt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich kurz auf den nächsten Termin vorzubereiten und sich selbst nochmal zu fragen: Ist mein Asthma eigentlich gut kontrolliert?

 

Fragebogen

Es gibt spezifische Fragen, welche einem als Asthmapatient bei jedem Arztbesuch gestellt werden. Um diese korrekt beantworten zu können, sollte man sich diese vor jedem Termin kurz durchdenken und beantworten. Somit ist es leichter für den Arzt, die Asthmatherapie dementsprechend anzupassen. Auch wenn eine sportliche Aktivität geplant ist, sollte mit diesen Fragen vorab gecheckt werden, ob und in welcher Form dies sinnvoll ist:

 

  • Unter welchen Bedingungen treten Atembeschwerden auf?
  • Welche Symptome sind belastend bzw. beunruhigend?
  • Treten die Symptome tagsüber öfter als zweimal die Woche auf?
  • Kommt es zu nächtlichem Aufwachen aufgrund der Symptomatik?
  • Wird der Notfallspray öfter als zweimal pro Woche verwendet?
  • Kommt es zu einer eingeschränkten Aktivität aufgrund des Asthmas?
  • Bestehen weitere Erkrankungen, welche zurzeit bzw. durchgehend behandelt werden?

Medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapie

Natürlich sollte man auch als Patient Fragen an den Arzt stellen können. Hier ist es besonders wichtig, die richtige Handhabung der Medikamente und die Vorteile bzw. Nachteile einer Therapieform zu kennen. Aber auch die Frage hinsichtlich weiterer, nicht-medikamentöser Maßnahmen ist eine, die einen als Patient interessiert – was kann ich zusätzlich tun, um meinen Zustand zu verbessern?

 

Zusätzliche Maßnahmen, welche man als Patient treffen kann, sind:

  • eine Patientenschulung für den richtigen Umgang mit der eigenen Medikation
  • eine Raucherentwöhnung
  • das Vermeiden von bekannten Allergenen
  • eine Gewichtsnormalisierung
  • eine psychosoziale Betreuung
  • Rehabilitation
  • körperliches Training

 

Körperliches Training

Viele Patienten sind sich nicht bewusst oder fühlen sich nicht dazu in der Lage, einer sportlichen Aktivität nachzugehen. Dabei wäre es gerade für Asthmaerkrankte sinnvoll, ein moderates Ausdauertraining zu starten. Dies verbessert im Idealfall:

  • Ausdauerleistungsfähigkeit
  • bronchiale Hyperreagibilität
  • (eosinophile) Entzündung der Atemwege
  • Häufigkeit akuter Verschlechterungen
  • Luftnot bei Belastung
  • symptomfreie Tage
  • Lebensqualität

Sonderfall Anstrengungsasthma

Trotz der positiven Effekte von Sport auf den Asthma-Patienten, sollte man bestimmte Dinge im Hinterkopf behalten, bevor man mit dem Training startet. Eines davon ist Anstrengungsasthma. Dies betrifft nicht nur 90 % der Asthmapatienten, sondern kommt auch zu 7 - 20 % in der Bevölkerung ohne Asthma vor. Hierbei fällt die Lungenfunktion um 10 - 15 % nach Anstrengung ab. Für Betroffene gibt einige Tricks, um dennoch aktiv werden zu können bzw. zu bleiben.

 

Intervallartiges Aufwärmen

Von der Amerikanischen Gesellschaft für Pneumologie wird Menschen mit einem Anstrengungsasthma ein intervallartiges Aufwärmen vor dem eigentlichen Ausdauertraining empfohlen, da so das Risiko für einen Asthmaanfall während des Trainings reduziert wird. Vor allem wenn man nicht medikamentös behandelt wird, ist diese Art des Aufwärmens wichtig, um den Körper auf den Sport vorzubereiten. Die praktische Umsetzung würde so aussehen: 4 - 8 Mal 10 - 30 Sekunden Joggen – im Wechsel mit 1 - 2 Minuten langsamen Gehen.

 

Asthmavariabilität beachten

Was Asthmapatienten ebenfalls beachten sollten, ist die Asthmavariabilität. Nicht jeder Tag bietet die passenden Voraussetzungen, um einer sportlichen Aktivität oder generell dem geregelten Alltag nachgehen zu können! Der Einfluss der Jahreszeiten bzw. gerade die Auswirkung der Kälte auf die Atemwege kann zu Asthmaanfällen führen – dies lässt sich durch das Verwenden von einem Schal oder einer Mundmaske weitestgehend vermeiden, da hierbei die Luft vor dem Einatmen angewärmt wird. Ebenfalls sollten gerade bei allergischem Asthma die in der Natur vorkommenden Allergene beachtet werden.

 

Eine regelmäßige Kontrolluntersuchung beim Arzt ist für alle Asthmapatienten essentiell, um die Behandlung auch nach längerer Dauer passend einstellen zu können. Besonders wenn man vorhat, weiter Maßnahmen zu setzen, um der Erkrankung zusätzlich mit nicht-medikamentösen Mitteln entgegenzuwirken, sollte vorab ein abklärendes Gespräch mit dem Arzt gesucht werden. So können wichtige Punkte geklärt und passende Aktivitäten für den jeweiligen Patienten gefunden werden.

TIPP: Projekt "Atemwege gemeinsam gehen 2020"

Ein Projekt, welches besonders Menschen mit schwerem Asthma ansprechen soll, nennt sich "Atemwege gemeinsam gehen 2020". Gerade diesen Erkrankten soll die Motivation und der Mut gegeben werden, selbst Berge erklimmen zu können – oder einer anderen, für sie passenden sportlichen Aktivität nachgehen zu können. Unter einer dauerhaften Betreuung und Therapie durch ein Team an spezialisierten Ärzten ist eine Gruppe an Asthmapatienten bereits im Training, um im Juli 2020 den Berg Jenner im Berchtesgadener Land zu besteigen.

AUTOR


Melanie Lette
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


04.03.2020
QUELLEN
"An Official American Thoracic Society Clinical Practice Guideline: Exercise-Induced Bronchoconstriction." von J. Parsons et al. In: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, vol. 187, no. 9, 2013, pp. 1016-1027.
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