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Wichtige Fragen zum Zahnbleaching

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Ultimativ weiße Zähne lassen sich oft nur mit Bleaching erreichen. (looking2thesky - Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters ÄSTHETISCHE ZAHNHEILKUNDE

Ein weißes Lächeln bietet in vielen Lebenslagen Vorteile. Die Zahnärztin Dr. Jankovic-Pejicic hat gesund.at die wichtigsten Fragen zum Zahnbleaching beantwortet.

Von einem strahlend weißen Lächeln träumen viele, nicht zuletzt aus ästhetischen Gründen. In vielen Fällen führt bei diesem Vorhaben am Bleaching kein Weg vorbei. Dr. Anja Jankovic-Pejicic, Leiterin der Spezialambulanz Bleaching der Universitätsklinik Wien, hat sich Zeit genommen, um die wichtigsten Fragen zur Thematik zu beantworten.

Was sind nach aktuellem Stand die besten Methoden des modernen Zahnbleaching?

Dr. Anja Jankovic-Pejicic: Die zahnschonendste, erfolgreichste und modernste Zahnaufhellungsmethode heutzutage ist das photochemische Laserbleaching. Dieses zeichnet sich durch eine starke Aufhellung, eine schonende Behandlungsweise und ein sehr langanhaltendes Ergebnis aus. Bei dieser Methode wird Zahnaufhellungsgel auf die Zähne aufgetragen. Der im Gel enthaltene Wasserstoff wird durch das Laserlicht aktiviert und entzieht dem Zahn die eingelagerten Farbstoffe. Im Vergleich etwa zum In-Office-Bleaching verdoppelt sich der Effekt. Das bedeutet, dass man das Zahnaufhellungsgel nicht so lange auf dem Zahn lassen muss, was wiederum für die Zähne schonender ist.

 

Das Laserbleaching hat viele Vorteile gegenüber anderen Zahnaufhellungsverfahren. Der Effekt des Laserbleachings ist selbst bei einer einzigen Behandlung deutlich sichtbar. Die Behandlung selbst nimmt nur wenig Zeit in Anspruch und muss sehr selten wiederholt werden. Lediglich bei äußerst hartnäckigen Verfärbungen ist eine Nachbehandlung notwendig. Der Effekt des Laserbleachings hält außerdem auch sehr lange an. Mit einer einzigen Behandlung erhält der Patient für mehrere Jahre strahlend weiße Zähne. Das Verfahren ist außerdem sehr schonend. Die Zähne werden nicht angegriffen und die Zahngesundheit wird daher nicht gefährdet.

Welche weiteren Bleaching-Methoden gibt es?

Dr. Anja Jankovic-Pejicic: Beim In-Office-Bleaching wird Aufhellungsgel direkt vom Behandler auf die aufzuhellenden Zähne angebracht. Dort verbleibt es entsprechend den Anwendungsvorschriften für einige Zeit, unter Kontrolle des Zahnarztes. Danach wird das Aufhellungsgel gründlich entfernt und das Ergebnis der Zahnaufhellung kann sofort beurteilt werden. Unter Einsatz von Laser wird die aufhellende Wirkung zusätzlich intensiviert.

 

Home-Bleaching nennt sich eine Methode, bei der man nach Abdrucknahme und Modellerstellung eine individuelle Kunststoffschiene für den Patienten anfertigt. Diese wird, unter Anweisung des Zahnarztes, vom Patienten selbst mit Aufhellungsgel befüllt und im häuslichen Bereich verwendet. Eine wöchentliche Kontrolle beim Zahnarzt wird in der Regel vorgenommen, um die Aufhellungsresultate zu kontrollieren.

 

Bei der Walking-Bleach-Technik werden die wurzelbehandelten Zähne durch Einlagen mittels eines Peroxid-haltigen Aufhellungsgels innerhalb des Zahnes aufgehellt. Das Aufhellungsgel wird für einen oder mehrere Tage im Zahn belassen. Zur optimalen Aufhellung ist die Behandlung mehrmals zu wiederholen.

Wie lange bleiben die Zähne nach der Behandlung durchschnittlich hell? Mit welchen Maßnahmen kann der Patient spätere Verfärbungen bestmöglich verhindern?

Dr. Anja Jankovic-Pejicic: Der Langzeiterfolg nach der Behandlung ist von den Ernährungsgewohnheiten sowie der häuslichen Mundhygiene abhängig. Um das Bleachingergebnis längerfristig zu erhalten, sollten die Patienten den Genuss zahnverfärbender Substanzen einschränken (z.B. Rotwein, Kaffee,  Zigaretten, Tee, Blaubeeren usw.). Außerdem ist es wichtig, die Zähne regelmäßig zu putzen, Zahnseide zu verwenden und eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen.

Sind Bleaching-Zahnpasten oder ähnliche Produkte in Drogeriemärkten oder aus dem Internet sinnvoll?

Dr. Anja Jankovic-Pejicic: Von der Zahnaufhellung ohne zahnärztliche Unterstützung raten wir ab. Die Zahnaufhellungspräparate aus Drogeriemärkten fallen nach der europäischen Verordnung unter die Definition von Mundpflegemitteln und sind als solche frei verkäuflich, wenn sie bis maximal 0,1% Wasserstoffperoxid enthalten oder freisetzen. Unter 0,1% Wasserstoffperoxid sind allerdings keine entscheidenden Zahnaufhellungseffekte zu erwarten. Die Beseitigung der Zahnverfärbungen birgt bei unterbliebener Ursachenabklärung die Gefahr, dass behandlungsdürftige Zahnerkrankungen unerkannt bleiben. Von zahnärztlicher Seite wird vor dem Einsatz der verschiedenen Zahnaufhellungsmethoden eine Diagnostik der Ursachen bzw. das Vorliegen entsprechender Voraussetzungen zur Vermeidung schwerwiegender Komplikationen eingefordert.

 

Einige Bleachingpasten aus Drogeriemärkten sind jedoch sehr aggressiv, da sie abrasive Stoffe enthalten. Putzt man damit die Zähne, werden die Verfärbungen mechanisch entfernt und der Zahnschmelz wird aufgeraut. Die Zähne werden empfindlicher und der angeraute Schmelz ist anfälliger für Zahnverfärbungen und Karies. Wenn man zu aggressiv Zähne putzt, wird das Zahnfleisch verletzt und es kann sogar zu Entzündungen am Zahnfleisch kommen.

Welche seriöse Methoden der Selbstbehandlung gibt es?

Dr. Anja Jankovic-Pejicic: Die optimale Vorgangsweise bei jeder Zahnaufhellungsmethode fängt mit einer umfassenden Befunderhebung und Mundhygienesitzung an. Vor der Zahnaufhellung ist eine professionelle Zahnreinigung notwendig, um alle Anlagerungen bzw. Verfärbungen vollständig von der Zahnoberfläche zu entfernen. Das Gebiss muss kariesfrei sein und darf keinerlei Symptome für Zahnbetterkrankungen (Zahnfleischbluten, Zahnfleischtaschen) vorweisen. In weiterer Folge ist eine Selbstbehandlung unter zahnärztlicher Kontrolle, also das bereits erwähnte Home Bleaching, möglich.

Ist die Zahnaufhellung potentiell schmerzhaft? Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Dr. Anja Jankovic-Pejicic: Bei professioneller Anwendung ist eine Zahnaufhellung in der Regel schmerzfrei. Die einzige Nebenwirkung, die bei der Zahnaufhellung auftreten kann, ist eine leichte Erhöhung der Sensibilität der Zähne für etwa 24 Stunden. Das liegt daran, dass durch die Behandlung den Zähnen etwas Wasser entzogen wird. Dies sorgt dafür, dass sie etwas empfindlicher reagieren. Das Wasser wird jedoch im Laufe eines Tages wieder ersetzt, sodass nach diesem Zeitraum keinerlei Beeinträchtigung der Zähne zurückbleibt. Zum Abschluss der Behandlung wird zur Stärkung des Zahnschmelzes ein Fluorid-Calcium Gel aufgetragen. Zu häufige und intensive Zahnaufhellung kann Veränderungen der Zahnhartsubstanz hervorrufen. Zur Vermeidung solcher Komplikationen sollte die Indikationsstellung und Zahnaufhellung nur unter zahnärztlicher Kontrolle erfolgen.

Video: Vortrag über Zahnaufhellung

Am Tag der offenen Tür an der Universitätszahnklinik Wien berichteten Dr. Anja Jankovic-Pejicic und Dr. Marija Cakarevic über die Möglichkeiten zur Zahnaufhellung.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


22.03.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Anja Jankovic-Pejicic
Foto (c):
Leiterin der Spezialambulanz Bleaching an der Universitätszahnklinik Wien
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