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Richtig Zähneputzen

Elektrische und Handzahnbürste haben beide Vor- und Nachteile
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Gesunde Zähne: 2 x täglich gründlich putzen, alle 2 Monate die Bürste tauschen. (Stefano Garau / Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters ÄSTHETISCHE ZAHNHEILKUNDE

Die Zähne putzen und zwar richtig? gesund.at hat die wichtigsten 8 Tipps rund um Zahnpasta und Zahnbürste zusammengefasst.

Wenn es um ihre Zähne geht, sind die Österreicher "Putz-Muffel" – nur 6 von 10 greifen regelmäßig zur Zahnbürste. Werden Speisereste nicht (auch schon bei den Baby- Milchzähnen) mindestens 2 x pro Tag gründlich entfernt, entstehen Zahnschäden wie Karies. Warum richtiges Putzen so wichtig ist und was man dabei beachten sollte, zeigen die folgenden 8 Tipps:

Slideshow: 5 Tipps für die Zahnpflege

Tipp 1: Vor oder nach dem Essen Zähneputzen?

Wer sich morgens gern mit säurehaltigen Lebensmitteln, wie Früchten oder Orangensäften stärkt, sollte lieber schon vor dem Frühstück zur Zahnbürste greifen. Am Abend sollten die Zähne hingegen nach dem Essen, also vor dem Schlafengehen, gründlich von Speiseresten und Zahnbelag gereinigt werden. In der Nacht produziert unser Körper nämlich weniger Speichel. Sind die Zähne nicht oder nicht ausreichend geputzt, können Säuren Zähne und Mundschleimhaut daher viel leichter angreifen und die Entstehung von Zahnschäden dadurch begünstigt.

Tipp 2: Hand- oder elektrische Zahnbürste?

Das Entscheidende bei einer Zahnbürste: Der Bürstenkopf muss klein genug sein, um alle Zahnflächen gut zu erreichen. Generell empfehlenswert sind Zahnbürsten mit weichen Borsten, da sie Zahnfleischverletzungen verhindern. Außerdem sollte der Bürstengriff gummiert sein, um nicht aus der Hand zu rutschen.

 

Elektrische Zahnbürsten bringen in erster Linie mehr Komfort, da der Bürstenkopf von selbst rotiert. Dennoch spricht aber nichts gegen den Kauf einer Handzahnbürste, solange der Bürstenkopf klein genug ist, um damit alle Zahnflächen – auch die hinteren Backenzähne – gut zu erreichen. Egal ob Hand- oder elektrische Zahnbürste: Jede Zahnbürste bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.

 

Vor- und Nachteile der elektrischen Zahnbürste:

VorteileNachteile
 
  • vibrierender Bürstenkopf
  • mehr Komfort
  • gut geeignet für Menschen mit motorischen Einschränkungen (z. B. Kinder, Senioren)
  • erleichterte Zahnreinigung: Zeitanzeige für richtige Dauer
  • Drucksensoren: kommt zu viel Druck auf den Zahn, blinkt die Bürste z. B. rot auf
 
 
  • niedrige Aufmerksamkeit beim Putzen
  • Zahnpflege wird oft den automatischen Bewegungen der Bürste "überlassen"
  • Zahnzwischenräume werden auch mit einer elektrischen Zahnbürste nicht erreicht
  • lautes Geräusch und Kribbeln im Mund können als unangenehm empfunden werden
  • zum Aufladen des Akkus ist ist Strom erforderlich – wenn sich der Akku nicht mehr laden lässt, muss die gesamte Zahnbürste ersetzt werden
  • Kosten der Bürste – je nach Ausstattung – zwischen 20 und 160 Euro
  • Bürstenkopf mindestens alle 3 Monate gewechselt werden – Kosten pro Packung à 2 Stück: Je nach Marke zwischen 6 und 14 Euro
 

 

Vor- und Nachteile der Handzahnbürste:

VORTEILENACHTEILE
 
  • geringe Anschaffungskosten (meist zwischen 3 und 4 Euro pro Stück)
 
 
  • Druck auf die Zähne muss vom Anwender selbst eingeschätzt werden
  • Anwender muss selbst darauf achten, dass er gründlich und ausreichend lange putzt (mindestens 2 Minuten)
  • setzt motorische Fähigkeit in den Händen voraus, um z. B. auch an die hinteren Backenzähne zu gelangen
 

Tipp 3: Beim Zähneputzen Zahnpasten mit Fluorid verwenden

Die verwendete Zahnpasta sollte Fluorid enthalten. Dieses natürliche Spurenelement schützt den Zahnschmelz – die äußerste Schicht der Zähne – vor Karies. Fluorid macht die Zähne widerstandsfähiger gegenüber Temperaturschwankungen und säurehaltigen Lebensmitteln, wie Fruchtsäften oder Limonaden. Für Kinder sind im Handel eigene Zahnpflegeprodukte mit weniger Fluorid erhältlich.

Tipp 4: Die richtige Zahnputz-Technik

Für richtiges Zähneputzen gibt es kein "allgemeingültiges Patentrezept", denn auch Zahnärzte sind sich über richtiges Zähneputzen uneinig. Dennoch hilft Folgendes, um Zahnschäden vorzubeugen:

 

Auf die Richtung achten

Es gibt verschiedene Zahnputzmethoden. Am leichtesten zu merken ist die Rot-Weiß-Technik. Dabei wird die Zahnbürste in kreisenden Bewegungen ausgehend vom Zahnfleisch (rot) zum Zahn (weiß) bewegt. Damit auch der Zahnfleischrand gut erreicht werden kann, sollte die Bürste immer im 45-Grad-Winkel auf die Zähne aufgesetzt werden.

 

Mit System putzen

Eine gründliche Zahnpflege setzt voraus, dass alle Zähne gleichermaßen geputzt werden. Wer die Zahnbürste jedoch planlos im Mund hin und her bewegt, bewirkt das Gegenteil: Manche Zahnflächen werden dadurch zu viel, andere zu wenig oder gar nicht gereinigt.

 

Druck auf die Zähne dosieren

Zu viel Druck der Zahnbürste auf die Zähne kann beispielsweise zum Abbau von Zahnfleisch führen. In diesem Fall liegen die empfindlichen Zahnhälse frei - es kann zu verstärktem Kariesbefall und Zahnschmerzen kommen. Daher ist es wichtig, mit einer weichen Bürste und ohne großen Kraftaufwand zu putzen. Elektrische Zahnbürsten nur an den Zahn halten, die Reinigung erfolgt ohne eigenen Druck.

 

Geduld beim Zähneputzen

Um sämtliche Zähne von Speiseresten und Zahnbelag zu befreien, sollten mindestens 2 Minuten für den gesamten Vorgang eingeplant werden.

 

Die Zahnzwischenräume reinigen

Mithilfe von individuell auszuwählenden Bürstchen, Sticks oder Zahnseide ist es möglich, auch die Zahnzwischenräume gründlich zu reinigen, da sich dort bevorzugt Kariesbakterien ansiedeln.

Tipp 5: Nach Obstverzehr nicht Zähneputzen

Saure Speisen, wie Obst oder Wein, enthalten Säure, die den Zahnschmelz aufweicht. Daher gilt: Lieber mindestens eine Stunde mit dem Zähneputzen warten, dann hat der Zahnschmelz wieder seine übliche Härte und die Gefahr des Substanzverlustes durchs Zähneputzen ist eingedämmt.

Tipp 6: Zuckerfreie Kaugummis

Das Kauen derartiger Kaugummis kann eine gründliche Reinigung der Zähne mit Zahnbürste und Zahnseide nicht ersetzen. Sie können aber unterwegs eine gute Ergänzung sein. Die Kaubewegungen führen zur Speichelproduktion, wodurch Zähne und Mundhöhle von Säurerückständen zugeführter Nahrungsmittel gereinigt werden.

Tipp 7: Neue Bürsten pflegen besser

Mindestens alle 2 Monate sollten alte Zahnbürsten entsorgt und durch neue ersetzt werden. Der regelmäßige Gebrauch bewirkt, dass die Borsten mit der Zeit an Flexibilität verlieren und nicht mehr in alle Zahnbereiche vordringen. Wenn der Kopf der Zahnbürste zerfranst bzw. verschmutzt ist, sollte die Bürste – egal ob Handzahnbürste oder elektrisch – erneuert werden.

Tipp 8: Zahnbürste luftig aufbewahren

Zahnbürsten sind ein guter Nährboden für Bakterien und Pilze. Wenn der Bürstenkopf nach seiner Verwendung gründlich mit kaltem Wasser abgespült und die Zahnbürste an der frischen Luft getrocknet wird, siedeln sich deutlich weniger Bakterien an.

Zusatztipp: Zähneputzen und Coronavirus

Gute Hygiene ist der stärkste Gegner des Coronavirus. Dazu gehört auch regelmäßiges Zähneputzen. Denn an kaum einem anderen Ort unseres Körpers sind so viele Bakterien vorhanden, wie in der Mundhöhle. Wird die tägliche Mundhygiene vernachlässigt, kann es zu Entzündungen der Zähne und des Zahnfleischs kommen. Diese können dann über Nervenbahnen und Blutgefäße in den Körper gelangen. Vor allem in Zeiten des Coronavirus werden Zahnschmerzen zu einem großen Problem. Denn wenn der eigene Zahnarzt auf Grund des Virus geschlossen hat, stellt sich die Frage, an wen man sich wenden soll. Auf Grund dessen hat die österreichische Zahnarztkammer eine Notdienstsuche eingerichtet. Unter dem Link www.zahnaerztekammer.at/patientinnen/notdienstsuche/ kann man ganz einfach eine offene Zahnarztpraxis in seiner Nähe finden.

 

Um es jedoch gar nicht so weit kommen zu lassen, sollte man mindesten 2 x täglich Zähne putzen. Besonders wichtig ist auch das regelmäßige Wechseln der Zahnbürste. Denn eine Ansteckung ist auch über Gegenstände möglich, die man nur alleine benutzt – wo eventuell Erreger warten, die der Körper eigentlich schon überwunden hat.

AUTOR


Lisa Hörnler
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner, Carola Bachbauer, BA


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


15.12.2014 / 19.03.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Corinna Bruckmann MSc
Foto (c): Universitätszahnklinik Wien
Fachbereich Zahnerhaltung & Parodontologie, Universitätszahnklinik Wien
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