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"Tote" Spenderherzen erfolgreich transplantiert

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In Spezialflüssigkeit eingelegt können Herzen bis zu acht Stunden überleben. (Pixabay.com)

Erstmals gelang es australischen Ärzten, bereits "tote" Spenderherzen wiederzubeleben und in Patienten zu transplantieren. Diese Herzen hatten bereits aufgehört zu schlagen.

Bisher kommen für Herztransplantationen hauptsächlich Spenderherzen zum Einsatz, die noch schlagend entnommen werden. Auf Eis gelegt, werden sie so schnell wie möglich zum Organempfänger gebracht. Australischen Forschern gelang es nun, Herzen wiederzubeleben und stundenlang am Leben zu erhalten, bis sie eingesetzt werden können. Mithilfe einer neuen Flüssigkeit können die Herzen auch außerhalb des menschlichen Körpers durchblutet werden. Dazu werden sie in eine Transportbox "Herz in der Box" eingelegt und schlagen dort weiter, bis sie zum Patienten gelangen.

Wer braucht Herztransplantationen?

Wien zählt mit 45-50 Herztransplantationen jährlich zu den größten Transplantationszentren der Welt.        

"Herz in der Box"

Das Geheimnis der neuen Transplantationsmethode besteht darin, Herzen wiederzubeleben, die bisher bereits als "tot" galten. Sie werden dann an eine Maschine angeschlossen, die sie wieder schlagen lässt. Eine spezielle Flüssigkeit in dieser Maschine sorgt dafür, dass das Spenderherz nicht abstirbt. Die Maschine mit der Flüssigkeit wird "Herz in der Box" genannt. Australische Forscher haben 12 Jahre an der Entwicklung dieser Flüssigkeit gearbeitet.

 

Ärzte der St Vincent’sKlinik in Sydney verwendeten nun erstmals diese Technologie, um Menschen zu helfen, die auf ein Spenderherz warteten. Insgesamt drei Patienten erhielten bereits ein "totes" Herz durch "Herz in der Box". Dafür kommen auch Spenderherzen in Frage, die bereits bis zu 20 Minuten lang nicht mehr geschlagen haben. Zwei der drei Patienten konnten bereits von der Intensivstation entlassen werden.

"Herz-Box" könnte Organknappheit bekämpfen

Weltweit herrscht nach wie vor eine Organknappheit, die vielen Menschen das Leben kostet. Da bisher nur gehirntote Spender in Frage kamen, die gewisse gesundheitliche Kriterien erfüllten, ist die Menge an Spenderorganen sehr eingeschränkt. In vielen Ländern ist zudem das explizite Einverständnis des Spenders oder dessen Familie notwendig, um das Organ entnehmen zu dürfen.

 

Die "Herz in der Box"-Technologie könnte dazu beitragen, der Organknappheit entgegenzuwirken. Ersten ermöglicht sie, stillstehende Herzen zu verwenden, die bisher nicht für die Organspende in Frage kamen. Zudem ist der Spender von einer zeitlichen und örtlichen Nähe zu dem Empfänger entkoppelt, da ein längerer Transportweg möglich ist. Bis zu acht Stunden wurde das Herz längstens transportiert. Die Forscher, die die "Herz-Box" am Victor Chang Institut mitentwickelten, gehen davon aus, dass durch sie in Australien 20 - 30 % mehr Menschen versorgt werden können, die auf ein Spenderherz warten.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


27.10.2014

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