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Stillverbot wegen Tattoos?

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In Australien wurde einer Frau wegen ihrer Tattoos verboten, ihr Kind zu stillen. (Pixabay.com)

Eine junge Frau darf ihr Neugeborenes nicht stillen. Der zweifelhafte Grund dafür: Sie hat sich tätowieren lassen. Dieses Gerichtsurteil wird derzeit in Australien heftig diskutiert.

Tattoos haben sich in den letzten Jahren extrem gewandelt. Was früher - zu Unrecht - als Symbol für Protest und Aggression galt, ist heute kaum mehr aus unserer Kultur wegzudenken. Immer mehr Menschen lassen sich ihren Körper verzieren, zu den beliebtesten Motiven zählen Sterne, Sprüche und Bilder mit ganz persönlicher Bedeutung. Angesichts der breiten gesellschaftlichen Akzeptanz von Tattoos überrascht das Urteil eines australischen Gerichts.

Absurdes Urteil?

In Australien sorgt ein absurd anmutender Urteilsspruch momentan für Aufsehen. Dabei wurde einer 20jährigen Frau wegen zwei neuer Tattoos untersagt, ihren 11 Monate alten Sohn weiterhin zu stillen. Ausgang der Verhandlung war ein Sorgerechtsstreit. Der Vater des Kindes warf der Frau Drogenprobleme und psychische Störungen vor, woraufhin die Mutter sich von einem Gericht untersuchen ließ. Urteil: Die Frau darf ihren Sohn zwar behalten, muss das Stillen aber einstellen, da nicht sicher sei, ob die Tattoos hygienisch einwandfrei durchgeführt wurden. Dadurch sei nun auch die Gesundheit des Kleinkindes gefährdet.

Tattoos: Nur mit sterilen Instrumenten

Sowohl von Experten als auch von vielen neutralen Beobachtern rund um die Welt wird das Urteil sehr kritisch gesehen. Müttern wird von entsprechenden Informationsstellen nicht empfohlen, sich während der Stillzeit Tattoos stechen zu lassen. Denn die Tattoo-Farben enthalten sehr oft giftige Substanzen und können allergische Hautreaktionen wie Pappeln oder Pusteln auslösen. Werden die Tattoo-Nadeln nicht ausreichend desinfiziert, können im Zuge der Tätowierungen Krankheiten wie Hepatitis B übertragen werden – dies bedeutet auch eine Gefahr für Neugeborene, wenn sie gestillt werden. Passt die Hygiene bei seriösen Tattoo-Anbietern, minimiert sich das Infektions- und Krankheitsrisiko allerdings.

AUTOR


Michael Leitner
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


19.06.2015

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