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Riesenbärenklau löst Allergien aus

Riesenbärenklau
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Der Riesenbärenklau ist zwar schön anzusehen, der Kontakt mit ihm kann aber zu Hautreizungen führen. (Anna Tronova / Shutterstock.com)

Im Gegensatz zum essenbaren Wiesenbärenklau kann der Riesenbärenklau Allergien auslösen. Wodurch unterscheiden sich die beiden Pflanzen und was sollte man beim Kontakt mit der Pflanze tun?

Schön anzusehen, aber auch sehr gefährlich ist der ursprünglich als Zierpflanze gedachte Riesenbärenklau. Anders als der Wiesenbärenklau ist sein riesiger Bruder keine Heilpflanze. Im Gegenteil: Der Kontakt mit dem Saft des Riesenbärenklaus kann in Verbindung mit Sonnenlicht Rötungen, Blasenbildung und allergischen Reaktionen auslösen – oft zeitverzögert. Bestimmte Pflanzeninhaltsstoffe blockieren die natürliche Hautschutzbarriere. Bei Berührung sollte die betroffene Hautstelle gut mit Wasser gereinigt und vor weiterer UV-Bestrahlung geschützt werden.

Wiesenbärenklau und Riesenbärenklau: was sind die Unterschiede?

Der Begriff Bärenklaut leitet sich namentlich von der Ähnlichkeit mit einer Bärenklaue ab. Es gibt zwei unterschiedliche Varianten, die beide zur Familie der Doldengewächse gehören.

  • Wiesenbärenklau: Er wird zu Heilzwecken eingesetzt wird. Seine Wurzel lindert unter anderem Verdauungsbeschwerden und wirkt blutdrucksenkend.
  • Riesenbärenklau: Der große Bruder, der Riesenbärenklau siedelt sich gerne am Wegesrand oder an Bächen und Flüssen an. Er findet seinen Weg aber zunehmend auch in Gärten mit näherstoffreichen, nicht zu trockenen Böden.
  • Unterschiede zwischen Wiesen- und Riesenbärenklau: Optisch ähnelt der Riesenbärenklau dem Wiesenbärenklau. Beide zeichnen sich durch stark gefiederte Blättern und rosa-weißliche Blüten aus. Seinem Namen getreu ist der Riesenbärenklau jedoch mächtiger. Charakteristisches Merkmal des Riesenbärenklaus sind die kleinen, rötliche Flecken am Stängel. Sie fehlen dem Wiesenbärenklau.
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Hauptmerkmal des Riesenbärenklaus ist seine mächtige Größe. Im Vergleich zum Wiesenbärenklau, der maximal 1,5 Meter hoch wird, kann der Riesenbärenklau eine Größe von bis zu 3 Metern erreichen. (Ikars - Shutterstock.com)

Kann Riesenbärenklau Gesundheitsschäden auslösen?

Der Riesenbärenklau enthält sogenannte Furanocumarine. In Verbindung mit UV-Licht sind diese sekundären Pflanzenstoffe giftig. Konkret setzen Furanocumarine die natürliche Schutzwirkung der Haut außer Kraft. Der Kontakt mit dem Stängelsaft kann so zu schweren Verbrennungen, bzw. Verätzungen führen. Die Hautverletzungen machen sich durch Rötungen, Juckreiz und nässenden Blasen bemerkbar. Das Tückische daran: Entsprechende Symptome sind nicht immer gleich sichtbar. Sie treten mitunter zeitverzögert auf, heilen dann jedoch nur schwer aus und hinterlassen Narben.

Kontakt mit Riesenbärenklau: Was kann ich tun?

Wenn Sie mit dem giftigen Pflanzensaft in Berührung gekommen sind, sollten Sie folgende Maßnahmen treffen:

  • Waschen Sie die betroffene Stelle gut mit Wasser ab.
  • Bedecken Sie die Hautregion sofort, um Sie vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Je weniger Licht auf die kontaminierte Hautstelle trifft, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer toxischen Reaktion.
  • Schützen Sie den betroffenen Hautbereich mindestens 3 Tage vor Licht.
  • Suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, falls Sie dennoch Auffälligkeiten an der Haut bemerken.
  • Achtung: Bei Schweißausbrüchen, Atemnot oder einem Kreislaufschock ist unverzüglich der Notarzt zu verständigen.

Wie entferne ich Riesenbärenklau?

Bei größeren Flächen empfiehlt es sich, den Riesenbärenklau abzumähen. Der Nachteil bei dieser Variante: Die Wurzel wird so nicht mit entfernt, der Bestand bleibt erhalten. Insofern muss die Methode regelmäßig wiederholt werden. Um dem Riesenbärenklau gänzlich Herr zu werden, sollte die gesamte obere Wurzel mitsamt dem Vegetationskegel ausgegraben wird. Hierbei ist jedoch äußerst Vorsicht geraten.

Riesenbärenklau: Wie kann ich allergischen Reaktionen vorbeugen?

Um Hautreizungen im Vorhinein zu vermeiden, sollte beim Entfernen von Riesenbärenklau unbedingt eine langärmelige Schutzbekleidung und eine Schutzbrille getragen werden. Außerdem ist es ratsam die Vernichtung der giftigen Pflanze auf die Abendstunden bei geringer UV-Strahlung zu verlegen.

AUTOR


Mag. Sylvia Neubauer


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


04.08.2016 / 28.02.2019