×

Blähungen: Nicht immer zurück halten

Diesen Artikel mit Freunden teilen
Wenn nicht gepupst wird trotz Bedürfnis, kommt es zu einer Einklemmung der Luft im Bauch, wodurch der Darm verkrampft. (absolutimages - Fotolia.com)

Gerade in engen Räumen wie etwa einem Flugzeug sind Blähungen vielen Leuten äußerst peinlich. Allerdings kann ein zwanghaftes Zurückhalten der Gase zu Völlegefühl, Bauchweh und sogar Verdauungsstörungen sorgen.

Der medizinische Fachbergriff für das umgangssprachliche Pupsen ist Flatulenz. Bei der Verdauung werden 1,5 Liter Gas pro Tag produziert, die den Körper verlassen müssen. Ein Großteil davon gelangt durch die Darmwand in den Blutkreislauf, wird von der Leber abgebaut und schließlich ausgeatmet. Der Rest der Gase wird über durchschnittlich 12,7 Pupsen pro Tag "freigesetzt". Ernährungsfehler und zu wenig Bewegung können die Bildung von Gasen fördern. Gerade beim Reisen im Flugzeug trauen sich viele nicht, es loszulassen, wie eine neuseeländische Studie empfiehlt.

Auch im Flugzeug: Gase nicht verhalten

In engen Räumen, wie in einem Flugzeug, ist vielen Menschen das versehentliche Abgeben von Körpergasen besonders peinlich. Gerade während einer Fernreise mit ungesundem Flugzeug-Essen und wenig Bewegung kommt es aber besonders leicht zu einer Anstauung von Gasen. Zudem dehnt sich in großen Höhen die Luft aus - und ebenso die Gase im Magen. Verstärkte, übelriechende Gase während dem Flug sind deshalb in Fachkreisen auch als "boeing belly" bekannt. Eine Maschine der American Airlines ist kürzlich sogar zwischengelandet, um eine Frau an Bord abzuladen, die ihre ausgeschiedenen Gase durch das Anzünden eines Streichholzes verdampfen lassen wollte.

 

Wird aber trotz des Bedürfnisses nicht gepupst, kommt es zu einer Einklemmung der Luft im Bauch, wodurch sich der Darm verkrampft. Das kann sehr schmerzhaft sein und zu Verdauungsbeschwerden auch nach dem Ende der Flugreise führen.

Gute Verdauung im Flugzeug und auf langen Reisen

Beachten Sie folgende Tipps für eine geruchsarme und reibungslose Verdauung im Flugzeug:

  • Ballaststoffe: Um eine unangenehme Verstopfung mit einhergehender Flatulenz zu vermeiden, sollten Sie auf eine ausreichend hohe Ballaststoffzufuhr achten. Die Umstellung auf eine ballaststoffreiche Kost sollte jedoch allmählich erfolgen und nicht direkt vor der Reise, da es gerade anfangs zu einer verstärkten Häufigkeit von Flatulenzen kommen kann.

  • Blähungsfördernde Speisen meiden: Bohnen, Linsen, Sauerkraut und Lauch sind sehr gesund, können jedoch vorübergehend Blähungen fördern. Vor und während dem Flug sollten Sie diese Speisen meiden. Die meisten Airlines bieten sie wohlweislich ohnehin nicht an.

  • Flüssigkeit: Um Ballaststoffe gut verdauen zu können, benötigt der Körper Flüssigkeit. Mindestens 2 Liter pro Tag sollten es regulär sein. Bei der trockenen Flugzeugluft benötigen Sie aber noch mehr, bis zu doppelt so viel.

  • Richtig trinken: Alkohol, kohlensäurehaltige Getränkte, Fruchtsäfte und Kaffee können das Flatulenz-Problem noch verstärken. Bessere Alternativen, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken, sind stilles Wasser und Kräutertees. Ingwer-, Fenchel- und Pfefferminztee helfen der Verdauung und entspannen den Magen.

  • Bewegung: Vor und während einem langen Flug ist zumindest mäßige Bewegung förderlich. Ein regelmäßiger Spaziergang am Gang des Flugzeuges oder ein paar Dehnungsübungen halten den Magen in Schwung.

 

Sollten Sie trotz dieser guten Tipps trotzdem im Flugzeug das Bedürfnis verspüren, sich einer Flatulenz zu entledigen, gilt: Let it go!

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


03.12.2014
QUELLEN
Darmgesundheit. M. Unger et al., Verlagshaus der Ärzte, Wien, 2013

Ihre Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Cookies auf dieser Website.


gesund.at verwendet Cookies, um Ihr Nutzungsverhalten automationsunterstützt zu analysieren und Ihnen personalisierte Werbung einzublenden, die Ihren ermittelten Interessen entspricht. Sie können hier alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen


oder weitere Informationen in unsere Cookie-Richtlinie einsehen und sich dann entscheiden. Die erteilte Zustimmung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen, lässt aber bereits auf Grund der erteilten Zustimmung erfolgte Verarbeitungen unberührt. minimed.at verwendet ebenso Cookies, um Ihnen die Nutzung von gesund.at zu ermöglichen und nutzerfreundlich zu gestalten und Zugriffe auf gesund.at zu analysieren. Diese Cookies können Sie hier abwählen.

Weitere Informationen zu den Cookies und den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten sowie zur Ausübung des Widerrufsrechtes finden Sie hier.