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Couvade-Syndrom: "Schwangere" Männer

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Schwanger werden Männer wohl nie werden, manche Symptome können sie aber dennoch entwickeln. (Pexels.com)

Für Frauen ist ein kugelrunder Bauch bei einer Schwangerschaft naturgegeben. Auch werdende Väter legen oft an Gewicht zu. Das als Couvade-Syndrom bekannte Phänomen ist in der Medizin jedoch umstritten.

Erst vor kurzem sorgte das Ergebnis einer kuriosen Umfrage für Aufsehen. Dabei behauptete jeder vierte Mann, regelmäßig mit Symptomen des prämenstruellen Syndroms (PMS) zu kämpfen zu haben. Aber nicht nur die Periode, sogar die Schwangerschaft soll angeblich keine rein weibliche Angelegenheit mehr sein.

Gewichtszunahme als Solidarität

Bereits ältere Studien konnten belegen, dass werdende Väter deutlich an Gewicht zulegen. Im Schnitt sollen sie nach der Schwangerschaft etwa vier Kilogramm mehr auf die Waage bringen als davor. Dieser Prozess ist allerdings weniger auf medizinische Begebenheiten als auf einfache Solidarität zurückzuführen. Wenn die Frau aufgrund der Umstände ihren Lebensstil etwas umstellt, neigt auch der Mann dazu eher mit ihr zu kuscheln als alleine Sport zu betreiben. In der Ernährung funktioniert es ähnlich.

Unbewusster Prozess

Während sich die Gewichtszunahme also recht einfach erklären lässt, gibt es durchaus auch werdende Väter die weitere Symptome entwickeln. Psychische Beschwerden wie Stimmungsschwankungen stellen sich oft ebenso ein wie z.B. Verdauungsstörungen. In einem solchen Fall sprechen Ärzte vom Couvade-Syndrom (couver ist französisch für brüten). Hier handelt es sich um einen meist unbewussten Prozess, mit dem der Körper auf die anstehenden Veränderungen reagiert.

Unterschiedliche Statistiken

Vor allem vor der Geburt des ersten Kindes sind die vermeintlichen Schwangerschafts-Symptome bei Männern nicht ungewöhnlich. Genaue Zahlen sind allerdings nicht bekannt, zudem das Couvade-Syndrom in der Medizin umstritten ist. Verschiedene Statistiken über seine Häufigkeit sind extrem unterschiedlich. So kamen manche Studien auf etwa 11%, andere Erhebungen sprechen von unfassbaren 90%. Die Wahrheit dürfte sich wohl irgendwo dazwischen befinden, bei 22% sollen die Symptome so stark sein, dass der Betroffene einen Arzt aufsucht.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


09.12.2015

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