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Lösen Klimaanlagen die Sommergrippe aus?

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Wer sich nach gesunder Abkühlung sehnt, sollte seine Klimaanlage regelmäßig warten lassen. (antic - Fotolia.com)

Den Raum oder das Auto mithilfe einer Klimaanlage auf frische 18 Grad herunterzukühlen klingt im Sommer allzu verlockend – aber die praktischen Geräte bergen auch einige Risiken.

Bei der Sommergrippe handelt es sich zwar "nur" um einen grippalen Infekt und nicht um die echte Grippe (Influenza). Das Bett dank einer schweren Verkühlung hüten zu müssen, ist bei strahlendem Sonnenschein und Badewetter trotzdem kein Zuckerschlecken. Deswegen empfiehlt es sich, die Innenräume nur mit Bedacht zu kühlen. Denn abrupte Temperaturschwankungen und trockene Luft schwächen das Immunsystem und machen den Körper anfälliger für Infektionen wie die Sommergrippe.

Nicht zu kalt

Beim Einstellen der Klimaanlage gilt: Die Raumtemperatur sollte nicht unter 20 Grad absinken. Die Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur sollte nur 6 Grad betragen, so kann der Körper auch bei einem häufigen Wechsel von drinnen nach draußen geschont werden. Das Hin und Her zwischen heiß und kalt ist nicht nur für das Immunsystem anstrengend, sondern auch für das Herz-Kreislauf-System.

 

Laut Arbeiterkammer hat der Arbeitgeber für eine Raumtemperatur zwischen 19 und 25 Grad zu sorgen – das ist auch im Sinne des Arbeitgebers, da die Arbeitsleistung der Angestellten bei heißen Temperaturen um 30 bis 70% sinken kann. Wenn die Kühlvorrichtung aber nicht richtig eingestellt und gewartet wird, wird sie zum Erkrankungsrisiko: Eine in Frankreich durchgeführte Studie zeigte, dass Angestellte in Büros mit Klimaanlagen mehr als doppelt so oft einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt besuchten als Angestellte in Büros ohne Klimaanlagen. Außerdem waren Erstere um 40% öfter im Krankenstand.

Schleimhäute trocknen aus

Die von Klimaanlagen ausgeströmte Luft ist nicht nur kälter, sondern auch trockener als die ursprüngliche Raumluft – kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Dieser Umstand ist für den Körper nicht ganz einfach zu verkraften. Denn durch die trockene Luft werden auch die Schleimhäute ausgetrocknet und gereizt, wodurch sich Viren leichter ansiedeln können. Vorbeugend sollten Sie während der Arbeit zumindest 2 Liter trinken.

 

Erkrankungsrisiko im Flugzeug

 

Die optimale Luftfeuchtigkeit, bei der sich Menschen wohlfühlen, liegt bei 40 bis 70%. In Flugzeugen reduziert sich diese durch die Klimaanlage jedoch auf nur 10 bis 20%. Außerdem kann nicht so viel Frischluft von außen angezogen werden: Stattdessen wird die Luft gefiltert und manche Viren werden dabei nicht abgefangen. Für gesunde Fluggäste ist das kein Problem – wer aber bereits beim Abflug z. B. aufgrund von Stress in der Arbeit angeschlagen ist, sollte besonders darauf achten, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Da liegt was in der Luft

Klimaanlagen sind nicht automatisch schädlich für die Gesundheit. Aber schlecht gewartet bieten sie den perfekten Nährboden für Schimmelpilze und Bakterien (vor allem Legionellen). Wenn im Gerät Kondenswasser zurückbleibt, können diese sich prächtig vermehren – und werden bei der nächsten Benutzung der Klimaanlage mit der gekühlten Luft im Raum verteilt. Die Legionellen können durch Tröpfcheninfektion eine schwere Lungenentzündung verursachen. Schimmelpilze können unter anderem Atemwegserkrankungen und Allergien auslösen.

 

Klimaanlagen sollten 1 Mal pro Jahr gewartet werden. Strömt die Klimaanlage einen modrigen Geruch aus, ist es höchste Zeit, die Wartung durchführen zu lassen.

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGSDATUM


19.06.2017