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Stillen schützt nicht vor Glutenunverträglichkeit

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Ob Kinder Zöliakie entwickeln, hängt hauptsächlich von den Genen ab. (Yarkovoy - Fotolia.com)

Die Ernährung im Baby-Alter kann sich positiv auf das Risiko auswirken, an Glutenunverträglichkeit zu erkranken - dachte man bisher. Nun haben Forscher herausgefunden, dass sich dieser Zusammenhang nicht bestätigt.

Stillen bereitet Babys Immunsystem auf das spätere Leben vor, beugt Übergewicht vor und fördert die Gehirnentwicklung, aber schützt nicht vor Zöliakie. Etwa 80.000 Österreicher sind an einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) erkrankt. Sie vertragen das Klebereiweiß Gluten nicht, das  sich in Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel und Karmut findet. Es gibt genetische Komponenten, die Zöliakie begünstigen. Deshalb wurde bisher Familien, in der es schon Zöliakie-Erkrankungen gibt, zum Stillen und zu einer baldigen Verwendung von Gluten-haltigem Getreide im Babybrei geraten. Diese Ratschläge scheinen aber nicht präventiv zu wirken, so eine neue Studie.

Gluten vor dem 12. Lebensmonat?

Forscher von dem General Hospital in Boston wollten überprüfen, ob sich bisherige Annahmen zur Zöliakie-Entwicklung in einer Studie bestätigen würden. Daher untersuchten sie 700 Kinder, bei deren Familie eine Erkrankung bereits aufgetreten war und die daher ein erhöhtes Risiko hatten, selbst zu erkranken.

 

Die Studie war zweigeteilt, Gluten wurde in verschiedenen Lebensmonaten in der Ernährung zugeführt:

  • Gluten nach 6 Lebensmonaten: Ein Teil der Eltern führte nach 6 Monaten Gluten in die Ernährung des Babys ein

  • Gluten nach 12 Lebensmonaten: Der andere Teil fügte erst nach 12 Monaten Gluten in die Ernährung des Kindes ein.

 

Bisher hatte man vermutet, dass eine frühe Gewöhnung des Kindes mit Gluten-Kost schützend vor einer Zöliakie-Erkrankung wirken könnte. Doch die Forscher um Dr. Carlo Catassi stellten fest, dass es im Gegenteil bei einer früheren Einführung von Gluten zu einem zeitigeren Ausbruch von Zöliakie kam. Auf die langfristige Anzahl der erkrankten Kinder machte das Gluten-Einführungsalter jedoch keinen Unterschied.

Stillen als Zöliakie-Schutz?

Des Weiteren untersuchte die Studie, ob sich Stillen auf das Auftreten von Zöliakie auswirkt. Muttermilch soll einen schützenden Effekt vor Zöliakie haben. Denn Muttermilch kann vor bestimmten Allergie-Erkrankungen im späteren Leben bewahren. Doch auf die Entwicklung von Zöliakie hatte Stillen keinerlei Einfluss.

Gene entscheidend

Der einzige ausschlaggebende Faktor war das Vorhandensein der sog. HLA-Moleküle im Blut der Kinder. Dieser Faktor ist genetisch determiniert. Bei einer bestimmten Kombination an Genen stieg die Wahrscheinlichkeit, an Zöliakie zu erkranken, auf 38 % an. Eine Erklärung dafür, warum manche der Kinder mit diesen Genen erkranken und andere gesund bleiben, haben die Forscher bisher nicht gefunden. An Muttermilch oder dem Zeitpunkt der Gluten-Einführung liegt es jedoch nicht.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


08.10.2014

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