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Reisen mit COPD: Gute Vorbereitung ist Voraussetzung

Reisekoffer gepackt für Person die mit COPD reist
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Betroffene einer COPD-Erkrankung sollten vor einer Reise schon beim Packen einiges beachten. (goffkein.pro / Shutterstock.com)

Wer trotz der Lungenerkrankung COPD die Welt bereisen möchte, muss zwar einiges beachten, mit guter Planung ist ein schöner Urlaub aber dennoch möglich.

Mit COPD muss man auf Urlaub nicht verzichten! Mit guter Planung und dem Beachten von ein paar Grundregeln, steht einer entspannten und erholsamen Auszeit nichts im Wege. Die Art und das Ziel der Reise hängen vom Schweregrad der COPD ab. Grundsätzlich gilt jedoch: vor Reiseantritt sollte der Krankheitszustand stabil sein.

Im Austausch mit dem Arzt

Bereits in der Planungsphase sollte der behandelnde Arzt eingebunden werden. Ein aktueller Krankheitsstatus zur Einschätzung der körperlichen Belastbarkeit und die Abklärung allerfälliger Fragen sind noch vor Buchung der Reise zu empfehlen. Im Monat des Reiseantritts ist zudem ein Arztbesuch zur ausführlichen Medikamentenberatung und der Besprechung aller Fragen und Unklarheiten sinnvoll.

Reiseziele zum Durchatmen - aber mit Vorsicht

Ein Reiseziel kann nach verschiedenen Kriterien und Besonderheiten ausgesucht werden: Höhenlage, Schadstoffbelastung, Luftfeuchtigkeit, Allergene usw. sind Faktoren, die berücksichtigt werden sollten. Generell gilt: der Aufwand der Reiseplanung steigt mit der Entfernung von zu Hause! Eine Fernreise sollte daher mit viel Zeit und Geduld geplant sein, im Falle einer fortgeschrittenen Erkrankung kann dabei auch auf Hilfe spezialisierter Reiseanbieter zurückgegriffen werden. Speziell dann, wenn eine Langzeitsauerstoff-Ausrüstung ein ständiger Begleiter sein soll.

 

Bei der Auswahl des Reiseziels gilt es natürlich, Ihre persönlichen Interessen und Wünsche zu berücksichtigen, diese aber auch mit der aktuellen Situation der Erkrankung in Einklang zu bringen. Besonders geeignet für Menschen mit COPD sind Urlaube in Verbindung mit guter Luft: Ein Urlaub in der Natur (sanfter Wanderurlaub) oder im mediterranen Klima sind grundsätzlich gut - allerdings sollte man folgende Dinge beachten:

  • Urlaub am Meer: der Salzgehalt in der Luft kann bei COPD-Betroffenen auch eine Überreizung auslösen und die Symptome verschlechtern. In einer Selbsthilfegruppe könnten diesbezügliche Erfahrungen ausgetauscht werden, zur Sicherheit sollten Sie dazu auch Ihren Arzt befragen.
  • Urlaub in den Bergen: Bei einem alpinen Natururlaub sollte darauf geachtet werden, dass die Meereshöhe 2000 Meter nicht übersteigt. In der Höhe nimmt der Sauerstoffgehalt ab, was wiederum zu Atemnot führen kann. Auch hier ist ein Gespräch mit dem Arzt ratsam.
  • Urlaub in der Stadt: Aufenthalte in stickigen Großstädten sind natürlich nicht zu empfehlen. Man sollte sich auf Basis einer Feinstaubkarte wenig belastete Städte suchen und eher nach den unbekannten Perlen suchen.

Interessante Fakten

  • Während große Teile von Mittel- und Osteuropa eine hohe Feinstaubbelastung aufweisen, ist die Feinstaubbelastung in weiten Teilen des Alpenraums, vor allem in zunehmender Höhe, signifikant geringer (Clean Air for Europe Programme – CAFE)
  • Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und andere Allergene belasten vor allem Menschen mit Lungenerkrankungen. Allergene werden nicht nur mit zunehmender Meereshöhe deutlich weniger sondern sind auch dort reduziert, wo eine alpine Umgebung die Landschaft prägt. Sprich – auch das Tal profitiert von der sauberen Höhenluft (European Federation of Allergy and Airway Diseases Patients Association – EFA)
  • Aerosole rund um Wasserfälle entlasten die Atemwege und vermindern die Symptome. Das einatmen dieser Luft ist besonders gesund, da Wasser-Aerosol-Partikel durch Wasserfälle sehr fein zerstäubt werden, was wiederum in der Lunge besser aufgenommen wird. Gezielte Angebote für Menschen mit Atemwegserkrankungen gibt es in Österreich beispielsweise bei den Krimmler Wasserfällen.

Die Kür: Flugreisen

Flugreisen erfordern eine spezielle Organisation, welche unter Umständen sehr aufwendig sein kann. Die Sauerstoff-Versorgung im Flugzeug und die Transportbestimmungen müssen frühzeitig geklärt werden. Fragen Sie bei der Reisebuchung, welche Unterlagen für die Reise mit einer mobilen Sauerstoffversorgung notwendig sind. Die Bestimmungen der einzelnen Fluggesellschaften sind leider sehr unterschiedlich. Auf der Website der European Lung Foundation (ELF) findet man unter dem "Airline Index" eine Liste der unterschiedlichen Fluggesellschaften, mit hilfreichen Informationen und Kontaktdaten zur jeweiligen Airline.

Medizinische Versorgung vor Ort

Gehen Sie vor Beginn Ihrer Reisen sicher, dass die medizinische Versorgung vor Ort gewährleistet ist. Folgende Fragen sollten Sie klären:

  • Wo gibt es Ärzte am Urlaubsort?
  • Gibt es Lungenfachärzte in der Nähe meiner Reiseunterkunft oder entlang der Reiseroute?
  • Wo ist das nächste Krankenhaus?
  • Wo bekommen Sie im Notfall qualifizierte medizinische Hilfe?
  • Gibt es die Möglichkeit des Rücktransports nach Hause?
  • Wie kann ich mich auf Verständigungsprobleme aufgrund einer anderen Landessprache vorbereiten?

 

TIPP: Nehmen Sie ausreichend Medikamente für die gesamte Urlaubszeit und darüber hinaus mit. Dazu gehören die Medikamente Ihrer Standardtherapie sowie kurzwirksame Medikamente, die im Notfall Ihre Symptome lindern können. Dabei ist es natürlich wichtig zu wissen, welche Wirkung Ihre Medikamente haben und wie Sie die Dosierung im Falle einer Verschlechterung anpassen können.

Checkliste

  • Reiseversicherung abschließen
    Aber: Achten Sie bei der Buchung einer Reise auf das Kleingedruckte. Gilt die Reiserücktrittsversicherung, Reiseversicherung, Reise-Rückholversicherung auch für Menschen mit chronischen Erkrankungen?
  • Bei mobiler Sauerstoffversorgung: Landkarte mit Sauerstofftankstellen am Reiseziel / an der Reiseroute.
  • Notfallapotheke einpacken: Schmerzmittel, Antibiotika, Mittel gegen Durchfälle, Insektenstiche, Asthma-Notfallmedikamente, Verbandszeug
  • Wichtige Dokumente: Versicherungsdokumente, medizinische Dokumente, z.B. übersetzte Arztbriefe, Röntgen oder CT-Bilde (auf Datenträger), Medikamentenliste inkl. Wirkstoffnamen, Datenblätter etwaiger medizinisch-technischer Geräte
  • Liste mit wichtigen Adressen und Notfallnummern am Urlaubsort und für zuhause (Arztkontakt zur Einrichtung, bei der Sie in Österreich betreut werden).
AUTOR


Anja Orleth
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


07.08.2019

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