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5 Tipps bei Inkontinenz

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Inkontinenz ist immer noch tabuisiert. (vchal / shutterstuck.com)

Obgleich kaum jemand darüber spricht, sind viele davon betroffen. Die Rede ist von Inkontinenz. Was hilft gegen "uups-Momente"? 

Etwa 850.000 Österreicher leiden an einer Form des unfreiwilligen Harnverlusts. Frauen sind häufiger als Männer betroffen. Viele scheuen den Weg zum Arzt – aus Scham. Dabei ist Inkontinenz kein unabwendbares Schicksal, das einfach hingenommen werden muss. In den meisten Fällen kann Menschen mit schwacher Blase gut geholfen werden. 

Tipp 1: Ursachen abklären

Bei einer Harninkontinenz ist das fein aufeinander abgestimmte System aus Blasen- und Schließmuskel, Beckenbodenmuskultur und den steuernden Nerven aus dem Gleichgewicht geraten. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Eine Blasenschwäche kann sowohl hormonell-, als auch altersbedingt sowie eine Folge von Operationen oder vorausgehenden Schwangerschaften und Geburten sein. Auch wiederkehrende Harnwegsinfekte begünstigen Inkontinenzprobleme. Zwei gute Beweggründe, um sich einem Arzt anzuvertrauen: Zum einen ist damit die erste Hürde im Umgang mit der Inkontinenz genommen, zum anderen verschwindet das Problem oft bereits nach Behebung der Ursache. 

Tipp 2: Beckenboden trainieren

Der Beckenboden wird durch Schwangerschaften und Geburten, aber auch durch Fehlbelastungen stark in Mitleidenschaft gezogen. Selbst bei ganz jungen Frauen kann es daher schon zu einem Harnverlust kommen. Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen helfen, ein Gespür für die Muskeln zwischen den Beckenknochen und dem Kreuzbein zu entwickeln, die in drei Schichten verlaufen. Als gemeinsame Muskeldecke stützen sie die Organe im Bauchraum und sollten idealerweise wie ein gespanntes Trampolin sein – fest aber elastisch.

 

Ein Übungsbeispiel: Stellen Sie sich den Beckenboden als Lift vor, der langsam vom Erdgeschoss in die oberen Stockwerke fährt. Spannen Sie die Beckenbodenmuskulatur an und ziehen Sie den "Lift" nach oben. Halten Sie die Spannung für einen Moment und lassen Sie den "Lift" anschließend langsam, sprich "Etage für Etage" wieder nach unten sinken.

Tipp 3: Hygieneprodukte für mehr Sicherheit

Neben unterschiedlichen Therapieverfahren helfen Hygieneprodukte wie Einlagen oder Inkontinenzhosen den Betroffenen bei der Bewältigung ihres Alltags. Diese Hilfsmittel gibt es inzwischen in vielen Ausführungen und speziell für die weibliche und männliche Anatomie. Sie sind in verschiedenen Größen und Saugstärken verfügbar, bieten einen hohen Tragekomfort, sind geruchsneutral und vor allem eines: diskret! Tipp: Eine Beratung im Reformhaus hilft, das individuell passende Produkt zu finden. Manche Hersteller bieten zudem Produktproben an, die online angefordert werden können. 

Tipp 4: Finanzelle Unterstützung einholen

Bei Vorliegen einer Harn- oder auch Stuhlinkontinenz kann der Arzt entsprechende Hygieneprodukte vorordnen. Dazu werden die Inkontinenzform, der Schweregrad und die Versorgungssituation erhoben. Die Krankenkasse übernimmt dann einen Großteil der Kosten. Wie für alle ständig benötigten Heilbehelfe sind vom Versicherten 10 % Selbstbehalt zu bezahlen. 

Tipp 5: Achten Sie auf sich!

Stress im Alltag kann die Symptome einer Blasenschwäche verstärken. Gezielte Entspannungstechniken wirken dem entgegen. Aus Angst, die Toilette nicht rechtzeitig zu erreichen, schränken viele Betroffene ihren Flüssigkeitskonsum ein. Der dadurch konzentrierte Harn reizt die Blase jedoch noch mehr. Trinken Sie daher ausreichend. Meiden Sie außerdem scharfe Gewürze und Kaffee, welche die Blase irritieren. Und rufen Sie sich abschließend immer wieder in Erinnerung, dass Sie mit dem Problem nicht alleine sind.   

AUTOR


Mag. Sylvia Neubauer


ERSTELLUNGSDATUM


04.07.2019
QUELLEN
Wenn Blase und Darm nicht mehr halten, was sie versprechen: Inkontinenz und was man dagegen tun kann: Schön, Seitenreich; Wilhelm Maudrich Verlag; 2. Auflage: 2017

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