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Nur Mythos: Zucker macht Kinder nicht hyperaktiv

Verrücktes Mädchen hält sich Donut vor Auge, obwohl Zucker nicht hyperaktiv macht
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Zucker und ausgelassene Stimmung gehen bei Kindern oft Hand in Hand. Doch das hat andere Gründe als gedacht. (Aaron Amat / Shutterstock.com)

Obwohl sich der Mythos schon seit jeher hartnäckig hält, ist er schlichtweg falsch: Zucker macht Kinder nicht hyperaktiv.

Jeder kennt die Legende. Wenn Kinder zu viele Süßigkeiten naschen und dazu vielleicht noch eine zuckerreiche Limonade schlürfen, neigen sie zu extremer Hyperaktivität. Umgangssprachlich ist dann auch vom Zuckerschock die Rede, den unsere Kleinen in so einer Situation erleiden würden. Bloß: Es stimmt einfach nicht.

 

Bis heute gibt es zahlreiche Studien, die einen Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Hyperaktivität bei Kindern untersucht und kein Ergebnis gebracht haben. Auch an der verbreiteten Befürchtung, zu viel Zucker würde das Risiko einer ADHS-Störung erhöhen, ist nichts Wahres dran. Wie also kommt es dazu, dass Eltern seit Generationen davon ausgehen, ihre Kinder wären nach starkem Zuckerkonsum besonders überdreht? Dazu gibt es drei wesentliche Theorien.

Theorie 1: Selbsterfüllende Prophezeiung

Eine Studie hat gezeigt, dass es zu einer Art selbsterfüllenden Prophezeiung kommt. Teilnehmende Kinder bekamen allesamt die gleichen Speisen und Getränke vorgesetzt. Anschließend durften sie frei spielen und wurden dabei von ihren Eltern beobachtet. Diese bekamen zum Teil bewusst falsche Informationen. Manchen wurde erzählt, ihr Kind hätte besonders viele Süßigkeiten gegessen. Ebendiese Eltern beurteilten im Anschluss auch das Verhalten ihres Nachwuchses als besonders hyperaktiv.

Theorie 2: Besondere Situation als Auslöser

Womöglich werden auch nur falsche Rückschlüsse gezogen. Die meisten Kinder konsumieren vor allem dann etwas mehr Zucker als üblich, wenn es einen konkreten Anlass gibt. So gibt es beispielsweise auf einer Geburtstagsfeier neben Limonade und Kuchen auch noch eine Menge Süßigkeiten. Tatsächlich sind die Kleinen dann gerne mal etwas aufgedrehter als sonst. Das liegt aber wohl weniger an der Ernährung als an der aufregenden Situation.

Theorie 3: Farbstoffe

Wenngleich es keinen Zusammenhang zwischen Zucker und Hyperaktivität gibt, könnten Süßigkeiten durchaus für überdrehte Laune sorgen. Denn oftmals sind Farbstoffe enthalten, die tatsächlich etwas unrund machen. Prinzipiell sollte man entsprechende Produkte gerade bei Kindern eher vermeiden, da die Stoffe auch in Verdacht stehen, ADHS zu fördern.

Zu viel Zucker ist ungesund

Vermutlich trägt eine Kombination aus allen drei Punkten zu der hartnäckigen Verbreitung des Mythos bei. Ohnehin gibt es keinen Anlass, Zucker allzu sehr in den Schutz zu nehmen. Neben Karies fördert er, als Bestandteil einer ungesunden Ernährung, auch Übergewicht. Eltern ist daher – Hyperaktivität hin oder her – sehr wohl anzuraten, Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Süßigkeiten beizubringen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


21.03.2019

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