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Studie: Verlängert Zucker im Alter das Leben?

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Eine neue Studie legt nahe, dass ausgerechnet Zucker im Alter gesundheitsfördernd sein kann. (Pixabay.com)

In Zeiten von Low-Carb Diäten und stetig steigenden Diabeteserkrankungen gilt Zucker oft als das ungesunde Lebensmittel schlechthin. Nun fanden Forscher einen erstaunlichen Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum im Alter und einer gesteigerten Lebenserwartung.

Das Ergebnis kam für die Wissenschafter des Leibniz-Instituts für Altersforschung völlig unerwartet. Sie gaben im Rahmen der Studie älteren Mäusen eine Nahrung, die einen erhöhten Glucose-Gehalt (Traubenzucker) aufwies. Dieser gelangt besonders schnell ins Zellinnere - von seinem puren Konsum wird normalerweise abgeraten. Auf die Mäuse hatte diese "Diät" jedoch einen positiven Effekt: Sie konnten sich über eine im Durschnitt 20 % höhere Lebenserwartung freuen.

Prozess im Zellinneren benötigt Zucker

Der Grund für die gesteigerte Lebensdauer der Mäuse könnte im Inneren der Zellen liegen. Die sog. Telomere, ein Zellbestandteil, sind im Alter verkürzt. Dadurch steigt der Energiebedarf der Zellen an, und Glucose kann schnell verwertbare Energie liefern. Telomere stabilisieren die DNA und erfüllen somit einen wichtigen Zweck für den Organismus. Zwischen der Lebenserwartung und der Telomer-Länge besteht ein Zusammenhang. Die Forscher weisen nun darauf hin, dass bisherige Ernährungsvorschläge für die ältere Bevölkerung nicht auf den erhöhten Glucosebedarf der Zellen angepasst sind.Weitere Untersuchungen unbedingt nötig

Doch auch, wenn die Studie einleuchtend erscheint, kann ein Ernährungsvorschlag daraus zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeleitet werden. Es gilt abzuwarten, ob sich die Ergebnisse auch auf ältere Menschen übertragen lassen. Eine weitere Untersuchung soll Einblick in diese Frage geben.

 

Außerdem dreht sich im Alter der Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Lebenserwartung um, so ein Bernhard Böhm, ein Mitautor der Studie. Während in jüngeren Jahren ein niedrigeres Gewicht die Lebenserwartung steigert und die Krankheitsgefahr senkt, ist dies im Alter nicht mehr immer so. Ein (leicht) höheres Körpergewicht kann hier lebensverlängernd wirken. Diese verblüffende Statistik könnte möglicherweise durch die Zucker-Studie mit Mäusen erklärt werden. Es gibt aber auch andere Erklärungsmöglichkeiten für den Zusammenhang. Deshalb sollte der Zuckerkonsum auch bei älteren Menschen im Rahmen der empfohlenen 25 Gramm pro Tag bleiben, bis Näheres bekannt ist.  

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


06.10.2014

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