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Wie viel sollte ich wiegen?

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Der Wohlfühlfaktor spielt, neben dem Gesundheitsaspekt, eine wichtige Rolle beim Idealgewicht. (Jacob Lund / Shutterstock.com)

Wenn es um das Idealgewicht geht, haben Menschen teils sehr unterschiedliche Vorstellungen. Was sagt die Medizin dazu?

Das Körpergewicht ist nicht nur identitätsstiftend, sondern auch ein entscheidender Faktor in Sachen Gesundheit. Umso bedenklicher ist der zunehmende gesellschaftliche Hang zu Extremen. Erhebungen zufolge haben immer mehr Menschen mit Übergewicht zu kämpfen, auf der anderen Seite gibt es aber auch mehr Untergewichtige als je zuvor. Doch wie viel sollte man eigentlich wiegen? Wir stellen 3 Methoden vor, die eine ungefähre Antwort liefern.

Methode 1: Body Mass Index (BMI)

Der Body Mass Index ist die wahrscheinlich bekannteste Methode zur Bewertung des Körpergewichts. Zur Berechnung des BMIs dividieren Sie einfach das Gewicht (in Kilogramm) durch die Körpergröße (in Metern) zum Quadrat:

 

           Körpergewicht (kg)
BMI = ------------------------------------------
           Körpergröße zum Quadrat (m²)

 

Beispiel: Ein 1,80m großer Mann wiegt 75 kg.

 

                 75
BMI = --------------- = 23,15
            1,8 x 1x8

 

Der Body Mass Index des Mannes beträgt 23,15.

 

Anhand einer Tabelle der Weltgesundheitsorganisation WHO lässt sich der errechnete Wert wie folgt einstufen:

 

Body Mass Index

Bedeutung

Unter 18,5

Untergewicht

18,5 – 25

Normalgewicht

25 – 30

Übergewicht (Präadipositas)

30 – 40

Starke krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas)

Über 40

Sehr starke krankhafte Fettleibigkeit (starke Adipositas)

 

Der größte Vorteil des BMI ist seine Einfachheit. Mit einer kurzen Rechnung bekommt man einen Richtwert, der der ungefähren Orientierung dient. Perfekt ist die Methode aber keineswegs. Muskelmasse, Hüftumfang und die Verteilung des Körperfetts sind wesentliche Faktoren, die hierbei allesamt keine Berücksichtigung finden.

Methode 2: Waist-to-Hip-Ratio (WHR)

Die WHR kann man auf Deutsch als Taille-Hüft-Quotient übersetzen. Wie der Name bereits verrät, wird der Taillenumfang mit dem Hüftumfang verglichen. Bei der Messung sollten Sie aufrecht stehen, möglichst ruhig atmen und den Bauch nicht einziehen. Folgendes ist zu beachten:

 

  • Taillenwert: Für den Taillenwert suchen Sie zunächst ihre unterste Rippe sowie den Beckenkamm, welcher der oberste Punkt des Beckenknochens ist. In der Mitte zwischen diesen beiden Punkten – meistens knapp oberhalb des Bauchnabels – ist Ihr Bauchumfang am größten. Hier legen Sie das Maßband an und messen Ihren Bauchumfang.
  • Hüftumfang: An der breitesten Stelle des Gesäßes messen Sie den Hüftumfang. Um die korrekte Stelle zu finden, ist es hilfreich, die Messung vor einem Spiegel durchzuführen.

 

Anschließend wird der Taillenwert (in Zentimetern) einfach durch den Hüftumfang (in Zentimetern) dividiert. Das Ergebnis dürfte in den meisten Fällen knapp unter 1 liegen. Mit dem Wert lässt sich vor allem das Risiko, Herzprobleme zu entwickeln, einschätzen.

 

Für Frauen gilt:

WHR

Herzrisiko

Unter 0,8

gering

0,8 – 0,89

moderat

0,9 oder höher

hoch

 

Für Männer gilt:

WHR

Herzrisiko

Unter 0,9

gering

0,9 – 0,99

moderat

1,0 oder höher

hoch

 

Zumindest im Hinblick auf Herzkrankheiten liefert die Waist-to-Hip-Ratio einen wesentlich verlässlicheren Richtwert als der BMI. Studien zeigen einen relativ deutlichen Zusammenhang zwischen Herzproblemen und einer erhöhten WHR. Das Muskel-Fett-Verhältnis sowie der Körperfettanteil insgesamt finden aber auch hier keine Berücksichtigung.

Methode 3: Waist-to-Height-Ratio (WtHR)

Entscheidend für die Gesundheit ist dem aktuellen Forschungsstand zufolge nicht das Körpergewicht im Allgemeinen, sondern das Bauchfett - dieses lagert sich nämlich rund um die Organe an. Diese Erkenntnis wird bei der WtHR besonders deutlich berücksichtigt. Messen Sie Ihre Taille am dicksten Punkt, wie bei der WHR beschrieben. Das Ergebnis (in Zentimetern) dividieren Sie durch die Körpergröße (in Zentimetern). 

 

Das Ergebnis sollte im Idealfall unter 0,5 liegen. Ist es, eventuell sogar deutlich, darüber, besteht vermutlich ein erhöhtes Risiko, Diabetes, Bluthochdruck oder eine Herzerkrankung zu entwickeln. Größe und Hüftumfang werden bei dieser Methode nicht berücksichtigt.

Welche Methode ist die beste?

Prinzipiell gibt es keine Methode, die ein für jeden Menschen gültiges Ergebnis erzielt. Alle 3 vorgestellten Varianten bieten allerdings eine gute Möglichkeit zur ersten Orientierung. Wer sich ob seines Körpergewichts unsicher ist, sollte für ein repräsentatives Ergebnis alle 3 Messungen durchführen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


18.06.2019

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