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Weißmehl ist nicht für alle Menschen ungesund

Weißbrot doch nicht so ungesund, wie man denkt?
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Seinen Ruf als ungesundes Lebensmittel hat Weißbrot vielleicht zu unrecht. (PosiNote - Shutterstock.com)

Vollkornbrot wird stets in den höchsten Tönen gelobt – aber laut einer neuen Studie verstoffwechselt womöglich die Hälfte aller Menschen ballaststoffarmes Weißbrot besser.

Wenn Sie Kohlenhydrate essen, steigt Ihr Blutzuckerspiegel an. Wie schnell das geht, hängt vom sogenannten Glykämischen Index der Lebensmittel ab. Während Weißbrot wenig komplexe Zuckermoleküle enthält, die schnell vom Körper als Glukose verwendet werden können, steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von Vollkornbrot viel langsamer an. Eine neue Studie zeigt nun aber, dass das nicht auf jeden Menschen zutrifft: Etwa die Hälfte der Teilnehmer reagierte auf Weißmehlprodukte besser, während die andere Hälfte nachhaltigere Energie aus Vollkorngebäck ziehen konnte.

Brotsorten im Test

An der klein angelegten Untersuchung nahmen 20 Personen teil. Sie mussten für eine Woche rund 25 Prozent ihres Kohlenhydratbedarfs durch Brot abdecken: Die Hälfte der Teilnehmer bekam Weißbrot zu essen, die andere Vollkornbrot aus Sauerteig. Nach einer 2-wöchigen Pause wurde die Brotsorte gewechselt. Die Forscher führten im Verlauf des Experiments zahlreiche Messungen durch und erhoben zum Beispiel den Blutzuckerspiegel nach dem Aufwachen, den Mineralstoffgehalt im Blut, so wie Fett- und Cholesterinspiegel. Trotzdem konnten sie keinen Unterschied feststellen, welches Brot insgesamt besser für den Körper war.

Darmflora hat einen großen Einfluss

Erst als sie sich bei jedem Studienteilnehmer einzeln ansahen, wie gut er welche Brotsorte verstoffwechselte, konnten Unterschiede festgestellt werden. Bei den einen stieg der Blutzuckerspiegel dank dem Weißbrot langsamer an, bei den anderen war das nur nach dem Essen von Vollkornbrot der Fall. Verantwortlich dafür ist die individuelle Darmflora, also die Zusammensetzung von Bakterien und Mikroben im Darm. Die Forscher lernten anhand der Darmflora vorauszusagen, wer welche Brotsorte besser verarbeiten würde.

Ballast- und Nährstoffe trotzdem wichtig

Wenn der Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe schießt, kommt es bald darauf zu einem Abfall der Leistungsfähigkeit – und einer neuerlichen Hungerattacke. Wenn es Ihnen nach dem Verzehr von Weißmehlprodukten nicht so geht, kann Ihr Körper diese möglicherweise besser verarbeiten. Beachten Sie aber, dass Weißbrot generell weniger Ballast- und Nährstoffe als Vollkornbrot hat. Diese sollten Sie dann auf anderem Wege zu sich nehmen, beispielsweise durch den Verzehr von Hülsenfrüchten.

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


12.06.2017 / 03.06.2019

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