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Übergewicht soll erst gar nicht entstehen

Die Kinder werden immer dicker.
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Übergewicht – Präventionsmaßnahmen sollen ein Mehrgewicht von Vornherein verhindern. (kwanchaichaiudom - Fotolia)

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen nimmt dramatisch zu. Bei einem internationalen Symposium wurden konkrete Lösungsansätze erarbeitet.

Übergewicht geht mit einer Reihe an Folgeerscheinungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen einher. Das Österreichische Akademische Institut für Ernährungsmedizin (ÖAIE) und der Österreichische Herzfonds stellten im November Präventionsprogramme aus europäischen Ländern vor, die dem rasanten Anstieg an übergewichtigen Kindern und Jugendlichen entgegenwirken sollen.

Zu wenig vorbeugende Maßnahmen

Kritisiert wurde dabei vor allem die stiefmütterliche Behandlung von primärpräventiven Maßnahmen. Auf gesellschaftspolitischer Ebene würde immer noch zu wenig getan, um der Entstehung von Übergewicht erst gar keinen Raum zu bieten. Interventionen werden heutzutage meist erst auf sekundärpräventiver Ebene, also bei bereits bestehenden Gewichtsproblemen gesetzt. Neue Ansätze in Kombination mit adaptierten Ernährungsrichtlinien sollen zu einem veränderten Gesundheitsbewusstsein verhelfen.    

Volksschulkinder mit Gewichtsproblemen

An Wiener Volksschulen ist sowohl die Zahl der Übergewichtigen mit 18 Prozent und der Menschen mit krankhaftem Übergewicht (Adipositas) mit 19,7 Prozent besonders hoch. Aber auch die Kehrseite, die Zunahme an untergewichtigen Kindern, stellt ein zunehmendes Problem dar. 5,5 Prozent der bei der Zählung erfassten Volksschulkinder bringen zu wenig Gewicht auf die Waage.

Prävention muss bereits sehr früh starten

Als idealer Beginn für vorbeugende Maßnahmen erwies sich eben diese Altersstufe der 8- bis 9-Jährigen. Wirkungsvolle Präventionsstrategien müssten Bewegung und Ernährung gleichermaßen berücksichtigen. Wichtig sei es auch Erziehungsberechtigte wie auch das Umfeld der Kinder miteinzubeziehen.

Italien hat Vorbildwirkung

Die Entwicklung einer gesundheitsförderlichen Umgebung müsste jedoch auch Politik und Wirtschaft miteinschließen. Italien ist hier als Vorreiter durch enge Kooperation mit der WHO bereits auf vielen Ebenen aktiv. So denkt das italienische Gesundheitsministerium über eine Besteuerung von gezuckerten Getränken sowie klarere Informationen auf Lebensmittelverpackungen nach. Außerdem soll ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsverhalten aktiv beworben werden.

Ganzheitlich(ere) Ernährungsrichtlinien

Die neu präsentierten Ernährungsempfehlungen unterteilen Lebensmittelgruppen in zwei Kategorien. Unterschieden werden gesundheitsfördernde Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse, Joghurt, Fisch und Vollkornprodukte. Und gesundheitsschädliche Lebensmittel wie weißes Mehl und daraus hergestellte Produkte, Stärke, Zucker, Salz sowie verarbeitetes Fleisch und Fertiggerichte. Wichtig sei es zudem, individuelle Faktoren wie das körperliche Aktivitätsprofil, die Körperfettverteilung und das Geschlecht über die Genetik zu stellen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


11.11.2016 / 06.06.2019

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