×

Machen soziale Medien unsere Kinder dick?

Diesen Artikel mit Freunden teilen
Was die Kinder auf dem Smartphone konsumieren, kann großen Einfluss auf ihr Verhalten haben. (Syda Productions / Shutterstock.com)

Greifen Social-Media-Stars häufig zu ungesunden Snacks, machen es ihnen ihre Fans unbewusst nach.

Waren manche Eltern früher besorgt, dass der Nachwuchs zu häufig vor dem Fernseher sitzt, so stellt das Smartphone gewissermaßen seine Evolution dar. Die endlosen Möglichkeiten, im Internet zu konsumieren, was immer man gerade möchte, haben auch für eine neue mediale Machtverteilung gesorgt. Fernsehanstalten und große Filmproduktionen sind längst nicht mehr hauptverantwortlich dafür, welche Inhalte konsumiert werden.

 

Dank YouTube, Facebook, Instagram und Co. ist es für jeden Einzelnen einfacher denn je, an die oft zitierten 15 Minuten Ruhm zu gelangen. So entstand in den letzten Jahren der Begriff des Influencers. Gemeint sind Personen, die über die sozialen Medien bewusst oder unbewusst Einfluss auf ihre Fans und Follower ausüben. Studien legen nahe, dass Influencer mittlerweile insbesondere bei jungen Usern eine wesentliche Rolle bei der Meinungsbildung spielen.

Was isst der Influencer?

Britische Wissenschafter wollten nun untersuchen, inwiefern die Social-Media-Stars sogar die Ernährung von Kindern beeinflussen können. Zunächst wählten sie bei Kindern beliebte YouTube-Stars und stellten aus deren Inhalten verschiedene Bildersammlungen zusammen. An der anschließenden Untersuchung nahmen 176 Kinder zwischen 9 und 11 Jahren teil, die in 3 Gruppen unterteilt wurden.

 

Die erste Gruppe bekam ausschließlich Bilder zu sehen, auf denen die Vlogger gesunde Snacks wie Obst oder Karotten verzehrten. Auf den Bildern, die der zweiten Gruppe gezeigt wurden, naschten die Influencer hingegen ungesunde Lebensmittel, etwa Chips oder Süßigkeiten. Bei der Kontrollgruppe waren die Influencer nicht beim Essen zu sehen, sondern hielten beispielsweise ein Handy oder einen Turnschuh in der Hand.

Gemüse bleibt unbeliebt

Nach dem Besichtigen der Bilder hatten die jungen Probanden 10 Minuten Zeit, um sich für eine Jause zu entscheiden. Als gesunde Snacks standen Karottenstücke und Trauben zur Wahl, als ungesündere Verlockung wurden Schokolade und Geleebohnen angeboten. Dabei zeigte sich: Kinder, die ihre Idole zuvor mit ungesunden Lebensmitteln sahen, griffen anschließend eher zu den Süßigkeiten. Sie konsumierten so im Schnitt um ein Drittel mehr Kalorien als die Kontrollgruppe.

 

Bei jenen Kindern, die die Vlogger mit Gemüse und Obst zu sehen bekamen, blieb der gegenteilige Effekt hingegen aus. Sie griffen nicht häufiger zu Karotte und Traube, sondern zeigten ähnliche Tendenzen wie die Kontrollgruppe. Zumindest wenn es um die Ernährung geht, haben Influencer, überspitzt formuliert, also nur wenig Potential als gute Vorbilder. Einen negativen Einfluss auf die Ernährungsweise ihrer jungen Fans scheinen sie hingegen sehr wohl haben zu können.

 

Kinderärzte betonen, dass bereits 70 zusätzliche Kalorien pro Tag bei einem normalgewichtigen Kind für Übergewicht sorgen können. Damit geht auch ein erhöhtes Risiko für diverse Erkrankungen, wie beispielsweise Typ-2-Diabetes einher. Eine ausgewogene Ernährung beginnt daher idealerweise schon in frühen Jahren. Hier müssen Eltern ihre Vorbildrolle ernst nehmen, indem sie regelmäßig gesunde Speisen servieren und Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Süßigkeiten nahelegen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


05.03.2019

Ihre Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Cookies auf dieser Website.


gesund.at verwendet Cookies, um Ihr Nutzungsverhalten automationsunterstützt zu analysieren und Ihnen personalisierte Werbung einzublenden, die Ihren ermittelten Interessen entspricht. Sie können hier alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen


oder weitere Informationen in unsere Cookie-Richtlinie einsehen und sich dann entscheiden. Die erteilte Zustimmung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen, lässt aber bereits auf Grund der erteilten Zustimmung erfolgte Verarbeitungen unberührt. minimed.at verwendet ebenso Cookies, um Ihnen die Nutzung von gesund.at zu ermöglichen und nutzerfreundlich zu gestalten und Zugriffe auf gesund.at zu analysieren. Diese Cookies können Sie hier abwählen.

Weitere Informationen zu den Cookies und den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten sowie zur Ausübung des Widerrufsrechtes finden Sie hier.