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Sperma-Studie: Machen Pestizide unfruchtbar?

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Gespritztes Gemüse könnte die Spermienanzahl reduzieren und somit die Zeugungskraft hemmen. (nd3000 - Fotolia.com)

Zahlreiche Studien haben sich bereits mit den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Lebensmittel-Pestiziden befasst. Eine lässt jetzt besonders aufhorchen: Spritzmittel könnten demnach die Qualität von Spermien verschlechtern und sie sogar in der Anzahl halbieren.

Die Untersuchung der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston liefert erschreckende Zahlen: Bei Männern, die besonders viel mit Pestiziden behandeltes Obst und Gemüse verzehrten, war die Spermienanzahl um bis zu 49 % reduziert. Außerdem wiesen sie bis zu 32 % weniger normal ausgebildete Spermien als Männer auf, die weniger Spritzmittel durch die Nahrung aufnahmen. Auf Dauer könnten Pestizide möglicherweise die Zeugungsfähigkeit einschränken.

Belastete Lebensmittel

Für die Sperma-Analyse untersuchten die Wissenschafter über fünf Jahre lang 338 Samenproben von 155 Männern. Außerdem füllten die Teilnehmer regelmäßig ein Ernährungsprotokoll aus. Um gespritzte Früchte und Gemüse zu kategorisieren, nutzten die Forscher die Daten des Department of Agriculture Pesticide Data Program und teilten sie in:

  • stark,

  • moderat und

  • wenig belastet

 

Nahrungsmittel mit hohen Werten an Pestiziden waren z.B. Spinat, Äpfel, Birnen, Paprika und Erdbeeren. Weniger Rückstände zeigten beispielsweise Zwiebeln, Erbsen, Bohnen sowie Grapefruits.

Weniger Spermien, schwierige Befruchtung

Das Ergebnis der Studie erstaunte sogar den Leiter der Studie, Dr. Jorge Chavarro: "Frühere Untersuchungen belegten die giftige Wirkung auf den menschlichen Körper durch direkten Kontakt mit Pestiziden. Dass der Effekt durch die Nahrungsaufnahme auch solch eindeutige Zahlen liefert, ist beunruhigend." Mindere Spermienqualität und -anzahl sind laut Chavarro die häufigsten Gründe für missglückte Schwangerschaftsversuche und ein wesentliches Gesundheitsproblem bei jungen Männern.

Die Menge macht’s

Dennoch raten die Wissenschafter auf keinen Fall auf Obst und Gemüse zu verzichten. Insbesondere auch deshalb, weil noch Folgestudien nötig sind, um tatsächlich Handlungsmaßnahmen bzw. -empfehlungen setzen zu können. Prinzipiell sollten biologisch angebaute Produkte bevorzugt werden, mit Bio-Äpfeln und Co. ist der Verbraucher zumeist auf der sicheren Seite.

AUTOR


Mag. Julia Wild
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


31.03.2015

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