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Pegane Ernährung als neuer Trend

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Gemüse und Fliesch stehen im Zentrum der peganen Ernährung. (Yulia Furman / Shutterstock.com)

Die Mischung aus Paleo-Diät und Veganismus ist der neueste Stern am mittlerweile hell erleuchteten Ernährungshimmel.

Die vegane Ernährung ist im Mainstream angekommen. Immer mehr Menschen verzichten auf sämtliche Tierprodukte – sprich neben Fleisch vor allem auch auf Milch und Eier. Als häufigster Grund für die recht radikale Ernährungsweise werden ethische Bedenken genannt. Neben der Kritik an der Massentierhaltung kommen hierbei auch Umweltfaktoren zum Tragen. Manchmal ist aber auch die Gesundheit Auslöser dafür, dass sich Menschen für den Veganismus entscheiden.

 

So hat sich der Verzicht auf Tierprodukte in manchen Internetkreisen mittlerweile als fester Bestandteil eines gesunden, nachhaltigen Lebensstils etabliert. Im Schatten des veganen Phänomens fand in den letzten Jahren aber auch manch anderer Ernährungsansatz eine größere Anhängerschaft. Das beste Beispiel dafür ist die Paleo- oder auch Steinzeit-Diät. Praktizierende wollen, wie der Name bereits verrät, essenstechnisch in der Geschichte zurückreisen.

 

Dies erreichen sie mit dem Verzicht auf all jene Produkte, die Historikern zufolge erst nach der Altsteinzeit verfügbar wurden. Häufig auf den Teller kommen daher unter anderem Gemüse, Fleisch, Beeren, Fisch und Eier. Da es anno dazumal noch keine Landwirtschaft gab, sind Milch bzw. Milchprodukte und Getreideprodukte wie Brot hingegen verboten. Auch alles, das industriell verarbeitet wurde, vom Zucker über alkoholische Getränke bis hin zu Fertiggerichten steht auf der Streichliste.

Kein Übergewicht dank Steinzeit?

Aus diesen beiden Ansätzen formt sich nun ein neuer Trend. Bei der peganen Ernährung handelt es sich um keinen Tippfehler, sondern um eine Fusion aus Paleo und Veganismus. Dabei soll vor allem viel Gemüse auf den Teller kommen, aber auch ein wenig Fleisch sollte regelmäßig dabei sein. Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Zusatzstoffe, Weizen, Gluten und alle pflanzlichen Öle außer Olivenöl sind hingegen verboten. Vertreter verzichten außerdem weitgehend auf Zucker.

 

Vater der Idee ist der amerikanische Arzt Mark Hyman, der damit vor allem eine gesundheitliche Agenda verfolgt. Seinen Thesen zufolge könne die pegane Ernährung unter anderem bei Herz-Kreislaufbeschwerden helfen. Typische Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes hätte es in der Steinzeit außerdem nicht gegeben. Entsprechend lohne sich der Verzicht auf moderne Ernährung auch in dieser Hinsicht.

Kein Grund für Glutenverzicht

Ob die pegane Ernährung wirklich die einzig wahre Antwort auf alle Fragen ist, darf natürlich bezweifelt werden. Aus gesundheitlicher Perspektive spricht allerdings tatsächlich recht wenig dagegen. Inwiefern manche Forderungen umsetzbar sind, steht hingegen auf einem anderen Platt Papier. Wer auf sämtliche verarbeitete Produkte verzichten und jede Speise frisch zubereiten möchte, muss auch die dafür nötigen Zeitressourcen haben.

 

Wirklich unsinnig erscheint zudem das prinzipielle Gluten- und Laktoseverbot. Beide Inhaltsstoffe sind, sofern keine spezifische Intoleranz vorliegt, nach Meinung von Experten völlig unbedenklich. Insbesondere glutenfreie Produkte sind für Menschen ohne Zöliakie keine gute Idee. Denn die Hersteller gleichen etwaige Geschmacksdefizite oftmals mit einer vermehrten Verwendung von Zucker aus – was dem peganen Ideal erst recht widerspricht.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


19.02.2019