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Schützt Laktoseintoleranz vor Krebs?

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Eine Studie lässt vermuten, dass sich Laktoseintoleranz auch positiv auswirken kann. (pixabay.com)

Wer keine Milch verträgt, hat nicht nur Nachteile: Menschen mit Laktoseintoleranz sollen ein geringeres Risiko, an manchen Krebsarten zu erkranken, haben.

Laktoseintoleranz, die Unverträglichkeit des Milchzuckers, Laktose, kann unangenehme Symptome mit sich bringen. Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit sind bei Menschen mit Laktose-Unverträglichkeit nach Konsum von Milchprodukten angezeigt. Forscher der Universität Lund in Schweden erhoben die Daten von 22.788 Menschen, die mit Laktoseintoleranz diagnostiziert worden waren. Ihr Fazit: Das Risiko, an Brust-, Eierstock- und Lungenkrebs zu erkranken ist geringer. Der Grund dafür liegt nicht in ihren Genen. Die Forscher mutmaßen, dass sich laktoseintolerante Menschen insgesamt gesünder ernähren.

Familienangehörige haben kein gesenktes Krebsrisiko

Um zu überprüfen, ob das deutlich verminderte Krebsrisiko genetische Ursachen hat, wurden die nahen Familienangehörigen der Versuchsteilnehmer befragt. Normalerweise ist bei Eltern und Geschwistern das statistische Risiko, an Krebs zu erkranken, ähnlich wie bei einem selbst. Doch im Falle der Menschen mit Laktoseintoleranz in Schweden war das nicht der Fall. Familienangehörige ohne Milchzuckerunverträglichkeit hatten ein Krebsrisiko, das mit dem der restlichen Bevölkerung zu vergleichen war.

Das Risiko der Menschen mit Laktoseintoleranz lag jedoch deutlich unter dem Durchschnitt:

  • Lungenkrebsrisiko um 45 % niedriger
  • Brustkrebsrisiko um 21 % niedriger
  • Eierstrockkrebsrisiko um 39 % niedriger

Ernährung als Erklärung wahrscheinlich

Menschen mit Laktoseintoleranz wird geraten, Milch und Milchprodukte, die Laktose enthalten, zu meiden, um ihre Symptome zu verbessern. Erst kürzlich hat eine Milch-Studie für Aufregung gesorgt: Milchkonsum scheint nicht, wie bisher angenommen, die Knochen zu stärken.

Der Zusammenhang zwischen Milch-Verzicht kann folgendermaßen erklärt werden:

  • Ansatz 1: Das Krebsrisiko wird direkt durch Milch-Verzicht gesenkt. Möglicherweise haben Bestandteile in Milchprodukten eine bisher unbekannte krebsauslösende Wirkung.
  • Ansatz 2: Menschen mit Laktoseintoleranz konsumieren andere Lebensmittel, die einen Schutz vor Krebs bieten, da sie Milchprodukte etwa durch pflanzliche Lebensmittel ersetzen. 5 Mal täglich Gemüse und Obst zu konsumieren, wird generell mit einem gesenkten Krankheitsrisiko in Verbindung gebracht.
  • Ansatz 3: Menschen mit Milchzucker-Unverträglichkeit nehmen generell weniger Kalorien zu sich, was laut einer Studie zu einem verstärkten Zellreinigungsprozess führt, der das Leben verlängern kann.

Andere Erklärungsansatz ebenfalls möglich

Jianguang Ji und sein Forscherteam betonen jedoch, dass auch ernährungsunabhängige andere Mechanismen die Studienergebnisse erklären könnten, die bisher noch nicht in Betracht gezogen wurden. Dennoch lässt die schwedische Studie aufhorchen. Die Untersuchung zu Laktoseintoleranz deutet auf einen möglichen positiven Effekt des Milch-Verzichts hin.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


11.11.2014

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