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Das Herz kommt nicht schwindelfrei durchs Gewichtskarussell

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Jetzt mal Ruhe hier: Den Jojo-Effekt zu vermeiden, ist vor allem für unser Herz sehr wichtig. (Pixabay.com)

Wenn wir endlich ungewünschte Kilos losgeworden sind, ist es gar nicht so einfach, das neue Idealgewicht zu halten. Der ungeliebte Jojo-Effekt kann in manchen Fällen sogar das Herz krankmachen.

Zeigen Sie jetzt auf, wenn Sie mit ihrem Gewicht zufrieden sind! Richtig, viele Hände gehen da im Regelfall nicht in die Höhe, denn irgendeinen Grund, an den eigenen Kilos herumzunörgeln, findet fast jeder. Bei der unfassbar breiten Auswahl an verschiedensten Diätansätzen dürften die meisten Menschen eine passende Methode finden, um zur Traumfigur zu kommen. Oft viel schwieriger ist es aber, nach einer erfolgreichen Diät das neue Gewicht auch langfristig zu halten.

Nachher mehr als vorher?

Umso gefürchteter ist der sogenannte Jojo-Effekt, dessen Betroffene nach erfolgreichen Abnehmen ganz rasch wieder zunehmen. Nicht selten vermeldet die Waage dann sogar eine noch höhere Zahl als vor dem ganzen Prozess. Dieser frustrierende Vorgang ist bei vermeintlichen Wunderdiäten besonders wahrscheinlich, weshalb eine grundlegende Ernährungsumstellung wesentlich sinnvoller ist. Einer neuen Studie zufolge ist der Jojo-Effekt aber nicht nur ärgerlich, sondern auch gesundheitsschädigend.

Konstantes Gewicht besser

Der bei einem amerikanischen Herzspezialisten-Kongress vorgestellten Untersuchung zufolge, könnten Frauen davon betroffen sein. Wenn diese nach den Wechseljahren zu einem schwankenden Gewicht neigen, soll die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Herzstillstands um etwa das 3,5fache erhöht sein. Wie hoch das Ursprungsgewicht war, spielt dabei eigentlich eine untergeordnete Rolle. Jene, die im 11jährigen Beobachtungszeitraum ihr Gewicht hielten bzw. nur zu- oder abnahmen, hatten ein geringeres Risiko. Relevant sind Veränderungen ab zirka 8 Kilogramm sowie Zu- und Abnahme innerhalb eines sehr kurzen Zeitrahmens.

Mit Vorsicht genießen

Wie genau sich der Zusammenhang erklärt, ist auch den Studienautoren noch recht unklar. Hierbei handelte es sich lediglich um eine Beobachtung, die die Gründe nicht genauer erörterte. Außerdem schränken die Wissenschafter ein, dass noch weitere Untersuchungen nötig sind, um die Ergebnisse zu bestätigen. Sollte an der negativen Auswirkung etwas dran sein, dürfte das aber für viele Menschen ein Warnsignal sein.

Radfahrende Kilogramm

In den USA etwa geht man davon aus, dass sich etwa 7 % der Männer und 10 % der Frauen als "weight cyclers", zu deutsch also Gewichtsradfahrer klassifizieren lassen. So bezeichnet man im englischen Sprachgebrauch Menschen mit dem Hang zu einem häufigen Gewichtswechsel. Als Ausrede, gar nicht erst abnehmen zu müssen, ist die Studie vor allem für schwer Übergewichtige jedoch ungültig. Denn mit Adipositas gehen zahlreiche nachgewiesene Gesundheitsrisiken einher.

Sport, gesunde Ernährung

Vielmehr kann die Studie als neuerlicher Abgesang an wenig nachhaltige Wunderdiäten interpretiert werden. Das Gewicht nicht nur zu senken, sondern es in weiterer Folge auch langfristig rund um den Idealwert zu halten, gelingt viel besser mit einer nachhaltigen Ernährungsumstellung. Zum verantwortungsvollen Essen müssen sich außerdem regelmäßige Bewegungseinheiten gesellen, zwei Mal die Woche sollten Sie mindestens Sport machen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


04.06.2017