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Fragwürdige Diagnosen: Intoleranzen seltener als gedacht?

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Viele Menschen glauben fälschlicherweise daran, eine Lactose- oder Glutenintoleranz zu haben. (Antonio Guillem - Fotolia.com)

Lebensmittelintoleranzen sind in den letzten Jahren immer häufiger geworden. Experten sehen die Entwicklung allerding kritisch und vermuten eine hohe Zahl an Fehldiagnosen.

Wirklich modern zu sein heißt heutzutage zumindest eine Lebensmittelintoleranz in seinem medizinischen Repertoire zu haben. Hat eine Unverträglichkeit gegenüber Laktose oder Gluten früher noch für verblüfftes Nachfragen gesorgt, scheint der "Allesesser" heute zur aussterbenden Spezies zu verkommen. Dass immer mehr Leute mit entsprechenden Intoleranzen diagnostiziert werden, liegt in erster Linie an der höheren Sensibilisierung für dieses Thema.

Voreilige Google-Diagnose

Eine neue Broschüre der Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung (IGAV) gibt allerdings zu bedenken, dass es oftmals zu fragwürdigen Diagnoseverfahren kommt. Demnach würden viele Menschen bei Magenproblemen schon nach einer kurzen Internetrecherche auf eine Lebensmittelintoleranz schließen. Hierbei käme es zu einer hohen Zahl an Fehleinschätzungen, weshalb die Abklärung mit einem Arzt unersetzlich ist.

Warten lohnt sich

Der Weg bis zur endgültigen Diagnose kann durchaus langwierig verlaufen, da bei Verdauungsbeschwerden prinzipiell viele mögliche Ursachen in Frage kommen. Aus Sicht der IGAV mangelt es Patienten oftmals an der nötigen Geduld, sich mehreren Untersuchungen zu unterziehen. Für die Gesundheit sowie die Lebensqualität wäre eine gründliche Abklärung allerdings umso wichtiger.

Schlecht informiert

Angemerkt wird außerdem, dass viele über Lebensmittelintoleranzen prinzipiell falsch informiert seien und diese überschätzen würden. Bei falscher Ernährung kommt es zwar zu teils sehr unangenehmen Magenbeschwerden, schwerwiegende Folgen sind in aller Regel aber nicht zu befürchten. Damit grenzt sich die Intoleranz stark von der richtigen Lebensmittelallergie ab, bei der es im schlimmsten Fall sogar zu lebensbedrohlichen Situationen kommen kann.

Nicht aus Spaß glutenfrei

Ebenso missverstanden wird die allgemeine Rolle von Gluten und Laktose in unserer Ernährung. Sofern keine Unverträglichkeit vorliegt, gibt es nämlich keinen Grund, auf diese Inhaltsstoffe zu verzichten. Produkttester haben etwa erst vor wenigen Wochen festgestellt, dass glutenfreie Lebensmittelvarianten oftmals einige Nachteile aufweisen. Um geschmackliche Defizite wegzumachen, haben diese meist einen erhöhten Zuckergehalt.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


27.04.2017

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