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Wie wird ein hartes Ei zu einem weichen?

Von einem harten Ei zu einem weichen
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Das Verfahren, dass harte Eier zu weichen werden lässt, ist für alle Proteine Formen von Proteinen einsetzbar. (Barbro Bergfeldt / Shutterstock.com)

Forschern der University of California Irvine gelang es, ein hartgekochtes Ei wieder weich zu machen. Dazu entwirrten sie die Proteine(Eiweißstoffe) im Ei chemisch. Dieser Prozess könnte in der Krebstherapie und Lebensmittelindustrie zur Anwendung kommen.

Erstmals war es möglich, ein Ei in Minutenschnelle zu "entkochen". Das Eiweiß roher Eier ist flüssig und durchsichtig. Durch die Hitzeeinwirkung dehnen sich die Proteine erst etwas aus, liegen aber anschließend enger und verworrener beieinander. Aufgrund dieser veränderten Struktur sind sie dann hart. Bisher dachten Forscher, dass dieser grundlegende Strukturwandel nur mühevoll umkehrbar ist. Durch ein neues Verfahren ist die Umwandlung sofort möglich. Diese Technik wurde zunächst an Eiern getestet, ist aber auf alle Proteine anwendbar.

So funktioniert das "Entkochen"

Die kalifornischen Forscher entwickelten eine spezielle Maschine, die mechanische Energie nutzt, um die Protein-Struktur zu verändern. Dazu gingen sie folgendermaßen vor:

  • Schritt 1: Das weiße Teil des harten Eis wurde in Urea (Harnstoff) eingelegt und dadurch verflüssigt.

  • Schritt 2: Die Ei-Masse wurde in hoher Geschwindigkeit gedreht. Das zieht die Proteine sanft auseinander, lässt sie abreißen und sich lose wieder zusammensetzen.

Medizinische Anwendung bei Krebs

Die Wissenschafter hoffen, das Verfahren in der Krebstherapie einsetzen zu können. Ein Behandlungsansatz, an dem derzeit geforscht wird, setzt künstlich hergestellte Antikörper ein. Diese setzen sich an Eiweißmolekülen von Krebszellen fest. Das ermöglicht dem körpereigenen Immunsystem, Krebszellen selbst zu zerstören. Bisher war der Prozess zur Gewinnung der Antikörper aus dem Labor jedoch kostspielig und zeitaufwendig. Die Forscher sind davon überzeugt, dass das neue Verfahren zum "Entkochen" der Proteine die Antikörper-Herstellung vereinfachen könnte.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


28.01.2015

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