×

Jugendliche: Dünner dank Fast Food?

Fast Food ist ungesund.
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Fettiges, frittiertes Essen hat wesentlich mehr Kalorien als Gemüse, Obst und andere gesunde Alternativen. (Ann Haritonenko / Shutterstock.com)

Essen Kinder häufig Fast Food, sind sie dicker als jene, die auf das ungesunde Essen verzichten. Aber: Bei Jugendlichen ist das Gegenteil der Fall. Ein erhöhter Fast-Food-Verzehr "verursacht" anscheinend einen niedrigeren BMI (Body-Maß-Index). Wie ist das erklärbar?

Die Ergebnisse kommen aus einer groß angelegten Gesundheitsstudie der Universität Auckland in Neuseeland. 273.000 Kinder und Jugendliche aus 36 Ländern nahmen daran teil. Sowohl die Eltern, als auch deren Kinder selbst, wurden zu ihrem Essverhalten und ihrem Körpergewicht befragt. Überraschenderweise wogen Jugendliche, die laut eigener Angabe häufiger zu Burger und Co griffen, vergleichsweise etwas weniger als Altersgenossen, die selten oder nie Fast Food verzehrten. Über mögliche Gründe für dieses Ergebnis, das allen Empfehlungen gegen Übergewicht widerspricht, spekulieren die Autoren der Studie.

Ursache und Wirkung vertauscht

Der oberflächliche Rückschluss aus dieser Studie wäre: "Fast Food macht Jugendliche schlank". Natürlich ist das so nicht der Fall – fettiges, frittiertes Essen hat wesentlich mehr Kalorien als Gemüse, Obst und andere gesunde Alternativen. Ein Erklärungsansatz der Studienergebnisse hängt mit dem Selbstbild zusammen.

 

Übergewichtige Kinder nehmen sich selbst meist nicht als zu dick wahr, doch bei Jugendlichen ist das anders. Durch Medienkonsum und Co ist das Bewusstsein dafür, was gesellschaftlich als "zu dick" empfunden wird bei 13- bis 14-Jährigen bereits geschärft. Möglich wäre also, dass Jugendliche, die bereits mehr wiegen als ihre Altersgenossen, freiwillig auf Fast Food verzichten, um nicht zusätzlich zuzunehmen. Dünnere Jugendliche "trauen" sich eher, zu Burgern zu greifen.

Was ist Fast Food überhaupt?

Eine weitere Erklärung des Ergebnisses könnte sich aus einer Ungenauigkeit im verwendeten Fragebogen ableiten. Die Forscher wollten von den Befragten wissen, wie oft sie in den vergangenen 12 Monaten "Fast Food/Burger" gegessen hätten. Diese Definition von Fast Food ist jedoch sehr vage gehalten. Möglicherweise beantworteten Eltern und Kinder die Frage ausschließlich in Bezug auf Burger, nicht aber auf andere ungesunde Nahrungsmittel wie frittierte Pommes, Süßigkeiten oder Soft Drinks.

 

Burger selbst sind alles andere als gesund, aber gelegentlich verzehrt und in Kombination mit einer sonst ausgewogenen Ernährung sind sie vermutlich keine ernährungstechnische Total-Katastrophe – auf die Balance kommt es an, und Bewegung spielt natürlich auch eine entscheidende Rolle. Fast Food wie Soft Drinks wirkt sich aber bei Dauer-Konsum verheerend auf den Körper aus: So lassen süße Getränke Mädchen etwa früher menstruieren. Demnach wäre in der neuseeländischen Studie vermutlich eine genauere Definition des Fast-Food-Begriffs nötig gewesen, um die negativen Auswirkungen von ungesunden Lebensmitteln auf das Gewicht von Jugendlichen nachvollziehen zu können.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


27.07.2017

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von gesund.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von gesund.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von gesund.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.