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Wie das Gehirn entscheidet, was wir essen werden

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Die Wahl zwischen gesunder und ungesunder Ernährung ist oft schwerer als sie sein sollte. ( jchizhe / Fotolia.com)

Obwohl wir es besser wissen sollten, ist es nicht immer leicht, ungesunden Lebensmitteln zu widerstehen. Eine Studie hat untersucht, wie wir über unsere Essenswahl entscheiden.

Über die Details einer gesunden Ernährungsweise wird immer wieder diskutiert, an gewissen Grundvoraussetzungen gibt es aber keine Zweifel. Dass sich unser Körper über Gemüse mehr freut als über Fast Food oder Schokolade sollte eigentlich niemanden überraschen. Trotz dieses Wissens fällte es uns aber nicht immer leicht, sich für eine verantwortungsbewusste Ernährung zu entscheiden.

Gesund gegen lecker

Wie die oft schwierige Essenswahl abläuft, haben Psychologen an einer US-amerikanischen Universität untersucht. Dabei wurden Studienteilnehmern auf einem Computerbildschirm mehrmals zwei verschiedene Lebensmittel angezeigt – ein gesundes und ein ungesundes. So schnell wie möglich mussten sie auf jenes klicken, das ihrer Meinung nach besser geeignet wäre, um die persönlichen Gesundheits- und Fitness-Ziele zu erreichen. Außerdem wurde den Probanden in Aussicht gestellt, nach dem Test eines der angeklickten Lebensmittel serviert zu bekommen.

Apfel oder Schoko?

Zwar wurden fast ausschließlich die gesunden Lebensmittel angeklickt, doch ein Detail war dennoch interessant. Einige Teilnehmer bewegten die Maus fast instinktiv zunächst in Richtung des ungesunden Essens, ehe sie sich doch anders entschieden. Anders als angekündigt wurden die Probanden nach dem spaßigen Klicken am Computer erneut vor die Wahl gestellt. Nun mussten sie sich praktisch als Belohnung für die Teilnahme zwischen einem Apfel und einem Schokoriegel entscheiden.

Komplexer Prozess

Jene, die bereits beim Computertest kurzzeitig zum ungesunden Lebensmittel tendierten, wählten nun auch eher die Süßigkeit. Mangelnde Selbstbeherrschung war also bereits beim Klicken zu erkennen und scheint tief im Unterbewusstsein verankert zu sein. Aus Sicht der Forscher zeigt die Studie zudem auf, dass die Wahl zwischen Vernunft und Impuls einen komplexen, dynamischen Prozess im menschlichen Gehirn auslöst.

Gesund bleiben

Ein gewisses Maß an Selbstdisziplin ist beim Zusammenstellen des Speiseplans in jedem Fall wünschenswert. Neben ausreichender Bewegung ist eine ausgewogene Ernährung der wichtigste Baustein, um den körperlichen Lebensstandard so hoch wie möglich zu halten. Nur so kann Übergewicht und potentiellen Folgeerkrankungen wie unter anderem Diabetes vorgebeugt werden.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


11.07.2017 / 08.07.2019