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Was bedeutet Detox?

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Im Körper gibt es zwar keine Schlacken, Detoxing kann dennoch sehr gesundheitsförderlich sein. (Pexels.com)

Detox heißt übersetzt Entschlackung. Mit verschiedenen Methoden sollen eingelagerte Gifte ("Schlacken") aus dem Körper geleitet werden. Die Existenz dieser und die Wirksamkeit von Detox sind allerdings nicht wissenschaftlich belegt.

Als Schlacken werden in der Industrie Verbrennungsrückstände bezeichnet, genauer Asche, die nicht verpulvert, sondern zäh und dickflüssig wird. Vertreter der Alternativmedizin nutzen diesen Begriff, um damit vermeintliche giftige Rückstände zu beschreiben, die sich im menschlichen Körper einlagern und Wohlbefinden sowie inneres Gleichgewicht stören. Mit Detox-Diäten, bestimmten Massagetechniken sowie Pflegeprodukten sollen diese Giftstoffe abgeleitet werden. Wissenschafter unterstützen diese Thesen nicht, da Schlacken im Darm oder anderen Organen bisher nicht nachgewiesen werden konnten. Vielmehr soll es sich um einen Placebo-Effekt handeln: man fühlt sich besser, weil man überzeugt ist, sich etwas Gutes zu tun.

Beliebte Detox-Methoden

Folgende Methoden des Detoxing sind besonders beliebt und werden über einige Tage bzw. Wochen oder auch nur einmalig angewandt (Auswahl):

  • Verzicht auf verarbeitete Produkte: keine Fertiggerichte sowie Zucker, Weißmehl und tierisches Fett

  • Veganes Detoxing: Verzicht auf alle tierischen Produkte

  • Vermehrte Zufuhr von sogenannten Superfoods: z.B. Goji-Beeren, Chia-Samen etc., haben besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe (z.B. Antioxidantien)

  • Detox mit der F.X.-Mayr-Kur: Fasten mit Milch und Semmeln über einen festgelegten Zeitraum (unbedingt Absprache mit einem Arzt!)

  • Detoxing mit Mediation und Yoga: hilft vor allem beim Stressabbau

  • Detoxing mit Säften, Suppen, Tees und Smoothies: eine Woche lang steht nur flüssige Ernährung (aus Obst und Gemüse) auf dem Speiseplan; besonders beliebt sind momentan Green-Smoothies, z.B. aus Spinat, Äpfeln, Sellerie und Gurke

  • Detox mit Wellnessbehandlungen: durch Lymphdrainage, Massagen, Moorpackungen oder Saunagänge wird der Stoffwechsel angeregt und das Wohlbefinden gesteigert

 

Die verschiedenen Methoden werden häufig auch kombiniert durchgeführt, z.B. Saft-Detox mit Yoga-Einheiten. Verschiedene Institute bieten begleitetes Detoxing durch Experten an.

Warum es keine Schlacken gibt

Schlacken werden in der Populärmedizin oft als Synonym für Stoffwechselprodukte des Körpers (Schweiß, Kot, Urin, Atemgas) verwendet. Die Substanz der Schlacken, also angebliche Ablagerungen, z.B. im Darm, sind bisher nicht gefunden worden. Ein gesunder menschlicher Körper entgiftet sich selbst über verschiedene Ausscheidungssysteme. So wird:

  • Schweiß über die Haut

  • Kohlendioxid über die Atemluft

  • Kot über den Darm und

  • Urin über die Nieren

 

ausgeschieden. Das wichtigste Entgiftungsorgan ist außerdem die Leber. Beinahe alle Nährstoffe, die z.B. über die Nahrung aufgenommen werden, gelangen zuerst in die Leber. Je nach Bedarf gibt sie Gutes ins Blut ab und entfernt Schlechtes, wie z.B. Alkohol.

Detox ist dennoch gesund

Auch wenn es den Prozess der Entschlackung prinzipiell nicht gibt, ist Detoxing auf jeden Fall gut für den Körper sowie für die Psyche. Der Verzicht auf verarbeitete Nahrungsmittel (Fertigpizza und Co.), der Verzehr von Rohkost, unterschiedliche Wellnessbehandlungen, Stressabbau durch Meditation  oder vermehrte Flüssigkeitszufuhr steigern definitiv das Wohlbefinden, können Übergewicht senken und damit verbundene Erkrankungsrisiken reduzieren. Auch das Immunsystem wird durch die gesunde Ernährung gestärkt, die Reduktion von Stress ist außerdem stets ein Garant für körperliche und seelische Gesundheit.

 

Planen Sie Heilfasten (z.B. nach F.X.-Mayr) oder möchten Detox-Methoden im Rahmen einer Krankheitsbehandlung unterstützend anwenden, sollten Sie sich unbedingt mit dem Arzt Ihres Vertrauens absprechen, um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen.

AUTOR


Mag. Julia Wild
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


08.01.2015
QUELLEN
Alternativmedizin, was sie leistet, wann sie schadet, M. Prang, C.H. Beck, München, 2014

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