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Was sich das Darm-Gedächtnis merkt

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Ein Ungleichgewicht in der Darmflora kann zu unterschiedlichen Erkrankungen führen. (Pixabay.com)

Der Magen-Darm-Trakt registriert und merkt sich Lebensereignisse. Wie das funktioniert und welchen Einfluss das auf den gesamten Organismus hat, fand nun ein Forscherteam rund um David Lawrence vom Duke University Medical Center heraus.

Der starke Einfluss des Darms auf Gesundheit und Wohlbefinden ist bereits länger bekannt, die dahinterliegenden Prinzipien aber weniger. Das komplexe Ökosystem Darmflora - bestehend aus mehreren Billionen Bakterien - beeinflusst das Immunsystem wesentlich und spielt daher auch bei der Abwehr von Krankheitserregern eine wichtige Rolle. Die Studie untersuchte, wie sich die Darmflora im Alltag und unter besonderen Lebensereignissen verändert.

Erkenntnisse über den Darm via Smartphone App

So wurde vorgegangen: Die Smartphones von 2 Testpersonen wurden mit einer speziellen App ausgestattet. Damit wurde über einen Zeitraum von 1 Jahr alle Tätigkeiten aufgezeichnet. Dazu zählten z.B.

 

  • eingenommene Mahlzeiten
  • wann und wie lange gearbeitet wurde
  • sportliche Aktivitäten,
  • aber auch emotionale Parameter wie Stimmung und Bauchgefühl.


Außerdem gaben die Probanden tägliche Stuhl- und Speichelproben ab.

Der Darm als Tagebuch

Die Untersuchungen an der Duke University lieferten interessante Ergebnisse. Demnach verändert sich die Darmflora anhand alltäglicher Tätigkeiten nicht. Besonderes Augenmerk galt hingegen 2 außertourlichen Ereignissen: Bei beiden Versuchsteilnehmern stellte sich Durchfall ein. Bei dem einen aufgrund einer Ernährungsumstellung im Rahmen eines 2-monatigen Aufenthalts in einem tropischen Entwicklungsland. Beim anderen war eine Lebensmittelvergiftung ursächlich. Die Folge in beiden Fällen war:

 

  • eine Vermehrung der Firmicutes-Bakterien
  • und eine Verminderung der Bacteroidetes-Bakterien

 

Die Firmicutes-Bakterien unterstützen den Darm dabei, das Gegessene effektiv und effizient zu verwerten. Das Forscherteam fand heraus, dass ein Ungleichgewicht der beiden genannten Bakterienstämme zu einer negativen Beeinflussung der Gewichtsregulation führt. Eine Verbindung zwischen Fettleibigkeit und dem genannten Missverhältnis, welches wiederum das Ergebnis falscher Ernährung und der Einnahme von Antibiotika ist, wurde festgestellt. Das Studienergebnis ist noch nicht aussagekräftig - wir können aber auf weitere Studien und Forschungsergebnisse gespannt sein.

AUTOR


Alexander Petz
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


28.07.2014

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