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Forscher zweifeln am vaginalen Orgasmus

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Die Struktur der inneren Vagina soll laut den Forschern nicht für Orgasmen ausgelegt sein. ( Africa Studio - Fotolia.com)

Viele Frauen haben - vor allem bei rein vaginaler Penetration - Probleme beim Geschlechtsverkehr zum Höhepunkt zu kommen. Italienische Forscher glauben , dass der vaginale Orgasmus gar nicht existiert.

Die Wissenschafter erklären das anhand der Anatomie des Inneren der Vagina, die nicht die Voraussetzungen für das Erleben eines Orgasmus haben soll. Frauen würden demnach immer klitorale Stimulation durch Oralsex oder Masturbation benötigen, um einen sexuellen Höhenflug zu bekommen. Unzufriedenheit mit der eigenen Sexualität ist für viele Frauen in der Orgasmus-Unfähigkeit während des Verkehrs mit dem Partner begründet. Die Forscher wollen mit ihren Studienergebnissen das Verständnis für weibliche Sexualität erweitern und darauf hinweisen, dass das Ausbleiben von Orgasmen keine körperliche oder psychische Störung darstellt, sondern anatomischer Natur ist.

Keine "innere Klitoris" und G-Punkt vorhanden

Die Untersuchung der Wissenschafter vom Centre of Sexology an der Universität Florenz basiert auf einer genauen Studie der anatomischen und physiologischen Grundlagen für den weiblichen Orgasmus. Demnach ist die Struktur der inneren Vagina nicht für Orgasmen ausgelegt. Sie bezweifeln auch die Richtigkeit vorangegangener Studien, welche die Existenz einer verlängerten, "inneren Klitoris" in Verbindung zum viel diskutierten G-Punkt bestätigten.

 

Laut den italienischen Forschern steht die innere Vagina in keiner Verbindung zur Klitoris, weswegen für einen weiblichen Orgasmus immer die Stimulation letzterer und der umliegenden Schamlippen erfolgen muss. Den G-Punkt gäbe es außerdem nicht, er sei eine Erfindung der Schönheitsindustrie und -chirurgie, die mittlerweile schon Aufspritzungen des G-Punkts anbietet, die Frauen mehr sexuelle Erfüllung liefern sollen.

Frauen werden als "sexuell gestört" abgestempelt

Frauen, die keine Orgasmen erleben, fühlen sich in ihrer Sexualität oft benachteiligt und leiden auch unter dem gesellschaftlichen Druck, Erfüllung durch Sex erfahren zu müssen. Sie bewerten sich selbst als sexuell gestört, was laut den Wissenschaftern fälschlicherweise auch von medizinischen Experten oder Psychologen oft bestätigt würde.

Für erfüllte Sexualität gibt es kein Rezept

Das Thema des weiblichen Orgasmus ist ein heiß diskutiertes Thema in Gesellschaft und Forschung. Die italienische Analyse ist eine von vielen, das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen.

 

Die meisten Frauen sind dann mit ihrem Sexualleben zufrieden, wenn sie es mit einem Partner teilen können, mit dem sie sich wohl und geschätzt fühlen. Wenn sie über ihre Bedürfnisse und Wünsche sprechen und sich für ihren Orgasmus Zeit lassen dürfen. Individuelle Unterschiede - körperlicher und seelischer Natur - lassen jede Frau Sex und den Höhepunkt anders erreichen und erleben.

AUTOR


Mag. Julia Wild
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


09.10.2014

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