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Vaginal-Piercing gilt als Genitalverstümmelung

Intim-Piercing
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Beim Vaginal-Piercing werden hauptsächlich innere und äußere Schamlippen, sowie die Klitoris durchstochen - nicht die Vagina selbst. (Nadya Lukic - Shutterstock.com)

Der britische Gesundheitsdienst NHS wertet eine gepiercte Vagina als weibliche Genitalverstümmelung (FGM) - ähnlich einer Beschneidung der äußeren Geschlechtsorgane. Intim-Piercings werden in England demnächst meldepflichtig.

Eine Verstümmelung der Schamlippen und der Klitoris ist in England illegal, Vaginal-Piercings aber bislang nicht. Das könnte sich zukünftig ändern: Das Gesundheitsministerium verpflichtet Ärzte, weibliche Intim-Piercings offiziell zu melden. So solle genauer geprüft werden, ob solche Piercings wirklich freiwillig durchgeführt wurden. Möglicherweise könnten Piercingstudios sich strafbar machen, wenn sie äußere Geschlechtsorgane ihrer "Opfer" durchstechen. Auch plastische chirurgische Eingriffe, die Vulva und Co optisch verändern, sollen genauer geprüft werden. Sind Designer-Vagina und Intim-Piercings wirklich eine Genitalverstümmlung?

Optische "Verschönerung" oder Körperverletzung?

Wie in Großbritannien, ist auch in Österreich die weibliche Genitalverstümmelung eine strafbare Körperverletzung. Der Grund: FGM kann schwerwiegende psychische und körperliche Folgen haben. Teilweise ist es Frauen danach unmöglich, einen Orgasmus zu empfinden. FGM wird häufig bei Minderjährigen ohne deren direktes Einverständnis vorgenommen. Schätzungsweise wurde bei 8.000 in Österreich lebenden Frauen FGM durchgeführt.

 

Würden weibliche Intim-Piercings als FGM gewertet, wären diese Zahlen jedoch wesentlich höher. Manche Frauen entscheiden sich aus optischen Gründen für sogenannte "Vaginal-Piercings": Durchstochen werden hauptsächlich innere und äußere Schamlippen, sowie die Klitoris - nicht die Vagina selbst.

Vaginal-Piercings freiwillig durchgeführt?

Laut neuer Verordnung des britischen Gesundheitsdienstes müsse nun im Einzelfall geprüft werden, ob Intim-Piercings bei Frauen wirklich freiwillig durchgeführt wurden. Wurden Frauen von anderen zu diesem Schritt genötigt, besteht verstärkt Verdacht auf FGM. Theoretisch müssten alle Frauen mit Vaginal-Piercings als Opfer eines Verbrechens betrachtet werden. Die Entscheidung des NHS deckt sich mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu weiblicher Genitalverstümmelung.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


18.03.2015 / 06.05.2019

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